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Spatenstich
Die digitale Zukunft beginnt in Wadern

Mit dem Spatenstich für den flächendeckenden Breitbandausbau am Kreisel in Wadern wurde der Startschuss ins digitale Zeitalter für das Saarland gegeben. Der Ausbau soll bis Ende 2018 beendet sein.
Mit dem Spatenstich für den flächendeckenden Breitbandausbau am Kreisel in Wadern wurde der Startschuss ins digitale Zeitalter für das Saarland gegeben. Der Ausbau soll bis Ende 2018 beendet sein. FOTO: Erich Brücker / Erich Brücker
Wadern. Bald soll es keinen weißen Fleck mehr geben. In den digitalen Ausbau im Kreis Merzig-Wadern investiert die Deutsche Telekom einen Millionenbetrag.

Großer Bahnhof in Wadern: Mit dem ersten Spatenstich für das ambitionierte und landesweite Projekt „Breitbandausbau“ ist am Donnerstagnachmittag in Höhe des Kreisels am Hochwald-Gymnasium/Gewerbepark Wadern ein erster Meilenstein gesetzt worden. Unter der Federführung des eGo-Saar, eines Zweckverbandes, dem Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich vorsteht, sowie im Beisein der Staatskanzlei, der Deutschen Telekom, Bürgermeister Jochen Kuttler, etlicher Bürgermeister sowie deren Vertreter aus den Kommunen des Kreises und vieler Vertreter von Behörden und politischer Gremien, wurde die Versorgung des Saarlandes mit flächendeckender Internetversorgung auf den Weg gebracht.



„Die Baumaßnahmen können nunmehr beginnen“, betonte die Landrätin in ihrem Grußwort. Erst vor vier Monaten wurde die flächendeckende und landesweite Ausbaumaßnahme für das Saarland mit Bandbreiten von mindestens 50Mbit/s bis 100 Mbit/s besiegelt. Damals hatte die eGo-Saar die drei Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom, VSE Net und inexio mit der Erschließung der noch unterversorgten „weißen Flecken“ beauftragt.

Nachdem die beteiligten Firmen in den letzten Monaten die Feinplanungen weitläufig vorgenommen, erste Aufträge für die erforderlichen Tiefbauarbeiten vergeben und die dazu notwendigen Genehmigungen eingeholt haben, „wird der Breitbandausbau im Projekt NGA-Netzausbau erstmals für die Bürger konkret und auch sichtbar“, ergänzte die Landrätin, die auch betonte, dass dieses Projekt weder den Steuerzahler noch die Kommunen einen Euro kostet.

Bis Ende 2018 sollen landesweit alle Orte angeschlossen sein. Mit neuen Verlegetechniken und der Mitbenutzung bestehender Infrastruktur sollen die damit einhergehenden Verkehrsbeeinträchtigungen vor Ort minimal ausfallen und nur über kurze Zeit bestehen. In der derzeitigen Ausbaustufe wird die Glasfaser an zentrale Netzknoten geführt. Von dort ist eine Anbindung der einzelnen Haushalte und Unternehmen mit Bandbreiten zwischen 50 Mbit/s und 100 Mbit/s möglich. „Wadern setzt heute ein Zeichen in die Zukunft, den Start ins digitale Zeitalter“, bekräftigte die Vorsitzende.

Der Waderner Bürgermeister Kuttler freute sich, dass die Realisierung des ehrgeizigen Projektes gerade in seiner Stadt begonnen habe und die Arbeiten bis zum Frühjahr 2018 bereits beendet sein sollen. Dieser Startschuss im Hochwald ist kein Zufall, sondern die ganz bewusste Entscheidung, denn die Stadtverwaltung hat sich ebenso wie die politisch Verantwortlichen vehement für die Realisierung der wichtigen Maßnahme eingesetzt und damit die Bedeutung für den ländlichen Raum besonders hervorgehoben, sagte der Verwaltungschef. „Die digitale Infrastruktur ist für den Hochwald und weitere ländliche Kommunen überlebenswichtig, nur damit können sie und ihre Unternehmen wirtschaftlich mit den Ballungszentren mithalten und wettbewerbsfähig bleiben“, sagte der Verwaltungschef.

In den Ausbau im Landkreis Merzig-Wadern investiert die Deutsche Telekom, die mit der Erschließung der „weißen Flecken“ im Grünen Kreis beauftragt wurde, einen Millionenbetrag. Das Ausbaugebiet umfasst rund 7000 Haushalte und Unternehmensstandorte in insgesamt 32 Ortschaften und Stadtteilen. Das Unternehmen wird 70 neue Endkunden-Zugangsknoten aufbauen, die über eine Strecke von 50 Kilometern mit neuen Glasfaserkabeln an das Kernnetz angebunden werden.

Am Beginn der umfassenden Baumaßnahmen steht die Stadt Wadern, die aufgrund ihrer ländlichen Prägung bislang noch nicht in allen Stadtteilen optimal versorgt ist. Vom Kreisel Gewerbepark wird zunächst das Löstertal mit besseren Leitungen versorgt. Es folgen Nunkirchen (links des Baches), Reidelbach, Nuhweiler, Wedern, Überlosheim und Teilbereiche von Wadern.

„Vor allem für den ländlichen Raum ist der Netzausbau im Rahmen des gemeinsamen Projektes von Staatskanzlei und eGo-Saar unendlich wichtig, da viele Orte und Siedlungen beim rein marktgetriebenen Netzausbau im digitalen Zeitalter abgehängt würden. Dies hätte auch zur Konsequenz, dass viele Immobilien auf dem Lande massiv an Wert verlieren würden“, unterstrich Schlegel-Friedrich nochmals.

Die Deutsche Telekom wird den Breitbandausbau nicht nur im Projektgebiet, sondern auch in zahlreichen anderen Orten im gesamten Saarland vorantreiben. „Wir freuen uns, dass der Ausbau unseres Unternehmens im Saarland jetzt richtig Fahrt aufnimmt. Mit dem heutigen Spatenstich im Landkreis Merzig-Wadern setzen wir auch den Startschuss eines umfassenden Eigenausbauprogramms. Die Landkreise Saarlouis und Saarpfalz-Kreis folgen noch in diesem Jahr“, gab Dr. Vesta von Bossel, Vorstandsbeauftragte der Deutschen Telekom für den Breitbandausbau, bekannt.

„Unser Ziel ist ambitioniert. Doch wenn wir den beispiellosen Schulterschluss aller Akteure im Land auch in der Bauphase fortsetzen, werden wir es gemeinsam erreichen. Nun gilt es vor allem, bei den anstehenden Genehmigungsverfahren Hand in Hand zu arbeiten“, sagte Staatssekretär Jürgen Lennartz.

Das Saarland werde nicht nur als erstes Flächenbundesland ein erstes Zwischenziel erreichen, sondern auch den Grundstein für kommende Ausbauschritte legen. Denn diese könnten laut Lennartz auf den heute geschaffenen Glasfasernetzen nahtlos ansetzen. „Wenn nach der Bundestagswahl in Berlin die Weichen Richtung Gigabitausbau gestellt werden, sind wir im Saarland bereits gut vorbereitet“, betonte Lennartz abschließend.