Didi begeisterte die Weiskircher mit Songs von Udo Jürgens

Weiskirchen : . . . aber bitte mit „Didi“

Der Bardenbacher Dietmar Veauthier tritt deutschlandweit als Double von Udo Jürgens auf.

Dietmar Veauthier aus Bardenbach nennt sich „Didi“, ist gelernter Tischlermeister, und sein Herz schlägt seit seiner Jugend für den verstorbenen Sänger und Pianisten Udo Jürgens. Schon früh konnte er bei kleineren Feiern seine Stimme unter Beweis stellen. Was als Hobby begann, hat sich aber nunmehr zur meist gebuchten Udo-Jürgens-Show in Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickelt.

2008 begann seine eigentliche Karriere, als er in der ARD-Sendung „Krone der Volksmusik“ zum besten Udo-Jürgens-Double gekürt wurde. Und der Unvergessene gab Veauthier obendrein seine Unterschrift auf dessen Flügelklappe und damit die Erlaubnis, seine Lieder zu singen und die Menschen weiterhin mit Udo-Jürgens-Songs zu berühren.

Unser Archivbild zeigt den echten Udo Jürgens bei einem Auftritt im niederrheinischen Kevelaer im Jahr 2006. Foto: a-n

Und genau das tut „Didi“ seit vielen Jahren – in der ARD, im ZDF zu Udo Jürgens Geburtstagsgala oder auch ganz in der Nähe seiner Heimat. Bei einem Konzert in Weiskirchen, zu dem die Villa Fuchs gemeinsam mit der Gemeinde eingeladen hatte, ließ er die Besucher vor einigen Wochen in Erinnerungen schmelzen. „So einen Auftrieb habe ich hier noch nie gesehen“, staunte das Weiskircher Urgestein Waltraud Seiwert. Kein Wunder: Im ersten Augenblick war wohl zu meinen, dass Udo Jürgens selbst aus dem Haus des Gastes kommend seinen unvergessenen Song „Griechischer Wein“ schmettert.

Immer mehr Zuschauer lockte dieses Konzert, so dass schon bald die aufgestellten Stühle nicht mehr ausreichten. Letztlich waren alle 350 Sitzgelegenheiten aus dem Haus des Gastes ins Freie geräumt, und dennoch fanden längst nicht alle Musikfreunde einen Sitzplatz. So folgten wohl zwischen 450 und 500 Gäste – viele von ihnen stehend – dem Auftritt von Veauthier. Von diesem überraschenden Andrang profitierte übrigens auch die Gastronomie und zwar nicht nur bei dem Lied „Aber bitte mit Sahne“.

Der Tischlermeister aus Bardenbach hat dem längst verstorbenen Star, so versicherte er der SZ, nie bewusst nachgeeifert. Eigentlich sei alles mehr ein Zufall gewesen. Als er einmal beim heimischen Musikverein den „Griechischen Wein“ anstimmte, hätten ihn die anderen mit der Frage verblüfft, ob das vielleicht Playback gewesen sei. Weil man die eigene Stimme anders wahrnimmt, als andere es tun, sei diese Ähnlichkeit Veauthier selbst nicht gleich aufgefallen. Er mag einfach die Jürgens-Texte. Und er könne sich mit diesen Liedern identifizieren, sagt er.

Wohl auch deshalb hängen ihm die Zuschauer bei seinen Auftritten an den Lippen. Weil die Lieder seines Vorbilds nach wie vor in aller Munde sind, fällt es dem Publikum auch gar nicht schwer, leise mitzusingen. Wenn „Didi“ seine Gäste zum Mitsingen ermuntert, lassen diese sich nicht lange bitten. Das beim Auftritt in Weiskirchen beispielsweise vom großen Chor stimmgewaltig mitgesungene „Merci, Chérie“ musste dann wohl bis nach Konfeld zu hören gewesen sein.

Aber das Udo-Jürgens-Double beherrschte auch die zarten, leisen Töne, die allerdings bei Bedarf einen fast schon bissigen Charakter erhielten, wenn beispielsweise von den bekannten „Nachbarn in diesem ehrenwerten Haus“ die Rede war. Dem Publikum sind alle Varianten der Udo-Jürgens-Schlager nur zu Recht.

Doch nicht nur bei der Auswahl seiner Lieder und seiner Interpretation derselben weiß „Didi“ zu überzeugen. Ein rotes Einstecktuch und das gleichfarbige Innenfutter des Jacketts lassen die Erinnerung an den echten Udo Jürgens wach werden, auch der weiße Bademantel darf nicht fehlen, mit dem schon der Unvergessene stets seine Konzerte beendete. Zusammen mit der sorgsam abgestimmten Tontechnik entsteht so die perfekte Illusion, die die Besucher immer wieder zum Mitsingen einlädt – in Weiskirchen genauso wie im Rest von Deutschland.

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