Der Robin Hood des Hunsrücks?

Wadern. Der "Schinderhannes" Johannes Bückler ist bis heute der bekannteste Räuber in Deutschland. Der Beginn seiner kriminellen Laufbahn fiel in eine Zeit, als die Rheinlande von französischen Truppen besetzt waren. Die zumeist geringe Beute diente vornehmlich der Eigenversorgung

Wadern. Der "Schinderhannes" Johannes Bückler ist bis heute der bekannteste Räuber in Deutschland. Der Beginn seiner kriminellen Laufbahn fiel in eine Zeit, als die Rheinlande von französischen Truppen besetzt waren. Die zumeist geringe Beute diente vornehmlich der Eigenversorgung. Mehrfach inhaftiert, erreichte seine Karriere nach seiner Flucht aus dem Gefängnis in Simmern im August 1799 ihren Höhepunkt: Mit seiner Bande erstürmte er die Häuser begüterter Kaufleute oder überfiel auf der Landstraße die Reisenden. Die Opfer wurden bei den Aktionen in der Regel brutal misshandelt, einige sogar ermordet. Alle Versuche der Behörden, der Bande das Handwerk zu legen, schlugen fehl. Insgesamt beging die Bande zwischen 1796 und 1802 mindestens 211 Delikte. Durch massive Polizeistreifen sowie infolge einer engen Zusammenarbeit mit den benachbarten Staaten wurde der Fahndungsdruck auf die Bande erhöht. In seinem Wirkungskreis zunehmend eingeschränkt, setzte sich der Schinderhannes mit einigen Getreuen auf das rechte Rheinufer ab, um sich dem staatlichen Zugriff zu entziehen. Hier wurde er jedoch am 31. Mai 1802 verhaftet und an die Franzosen ausgeliefert. Am 24. Oktober 1802 eröffnete das Gericht in Mainz schließlich gegen 68 Angeklagte den Prozess. 20 von ihnen wurden zum Tod durch die Guillotine verurteilt und am 21. November 1803 hingerichtet. Rainer Thielen berichtet von diesem "realen" Schinderhannes und räumt mit der Verklärung als "Robin Hood" des Hunsrücks auf. Thielen ist als Kenner der Heimatgeschichte bekannt. red Der Eintritt ist frei!

HintergrundMit "Treffpunkt Heimat" hat der Verein für Heimatkunde Wadern eine Veranstaltungsreihe ins Leben gerufen, in der geschichtliche und kulturelle Themen rund um Wadern, der Region und dem Hochwaldraum im Mittelpunkt stehen. Ausdrücklich ist hier mit "Wadern" die gesamte Stadt mit allen Stadtteilen und Dörfern gemeint. Wichtig ist dabei auch der Blick über den Tellerrand des Stadtgebietes hinaus. Die Reihe soll auch ein Forum zum Austausch kulturell und geschichtlich interessierter Personen sein. So können Fragestellungen behandelt und Ideen vermittelt werden. red