Der ehemalige Finazminister aus Wadern feiert heute runden Geburtstag

Büschfeld : Ein reiches Leben im Dienst der Gemeinschaft

Das Politik-Urgestein Hans Kasper feierte seinen 80. Geburtstag. Bürgernähe war dem Sozialdemokrat stets ein besonderes Anliegen.

Zweimal hat Hans Kasper als Finanzminister den Gang zum Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gewagt und gewonnen: die Teilentschuldung des Landes. „Gegen etliche Widerstände im Land klagte das Finanzministerium unter seiner Führung erfolgreich beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe“, weiß sein Freund und langjähriger Weggefährte Albert Lang. Vor wenigen Tagen wurde „Hansi“, wie alle ihn liebevoll nennen, 80 Jahre alt.

Geboren wurde das Urgestein der Saar-SPD am 17. Januar 1939 in Wismar in Mecklenburg-Vorpommern. Der Diplom-Verwaltungswirt ist seit 1963 SPD-Mitglied. Dem Landtag gehörte er von 1970 an. Als die SPD 1985 die Regierungs-Verantwortung übernahm, machte ihn Ministerpräsident Oskar Lafontaine zum Finanzminister und zum stellvertretenden Regierungschef.

In dem Amt hat der Hochwälder viel für den Grünen Kreis getan: Das weltbekannte Informatikzentrum Schloss Dagstuhl hat er mit auf den Weg gebracht. Und was Mitte der 80er mit einer Tour zu Schlössern und Burgen im Grünen Kreis begann, mauserte sich zur Erfolgsgeschichte: das Casino Schloss Berg in Nennig und die Burg Montclair in Mettlach. Beim 25-jährigen Bestehen der mittlerweile sehr erfolgreichen Spielbank erinnerte er sich an deren Entstehen. „Es war kurz nach dem Regierungswechsel 1985. Ich war mit Oskar Lafontaine auf einer Tour zu den Schlössern und Burgen im Grünen Kreis“, erzählte Hans Kasper. „Ob Schloss Dagstuhl, Burg Montclair oder Schloss Berg – aus allen drei ist was geworden.“

Auch an der Ansiedlung der Reha-Klinik in Orscholz war der Büschfelder federführend beteiligt. Am 16. August 1991 setzte er sich in einen Bagger, um mit dessen Schaufel den ersten Spatenstich für das Gebäude zu starten. Auch der Ausbau des Merziger Hafens und die Bootsanlegestelle in Merzig sind seinem Engagement zu verdanken. Oft half er mit, Arbeitsplätze zu sichern – unter anderem bei Saargummi in Büschfeld und Homanit in Niederlosheim. Seinem Wahlspruch „Nur wer die Menschen mag, den mögen auch die Menschen“ ist er immer treu geblieben. So war ihm Bürgernähe stets wichtig. „Unzählige Sprechstunden hat er angeboten – viele bei sich zu Hause in Büschfeld“, berichtet Lang, der damals als SPD-Geschäftsführer gerne mit dem langjährigen Kreisvorsitzenden zusammenarbeitet hat. „Hansi hat vielen Menschen geholfen, insbesondere auch vielen jungen Menschen bei der Vermittlung von Ausbildungs- und Arbeitsstellen“, berichtet Lang.

„Er war der erste Politiker in der Region, der bei Wahlkämpfen zu den Bürgern ging, unzählige Hausbesuche machte, um den Bürgern seine politischen Ziele zu erörtern“, sagt Lang. Nach der Landtagswahl 1994 wechselte Kasper aus dem Tagesgeschäft des Finanzministers auf den Sessel des Parlamentspräsidenten.

Unvergessen bleibt laut Lang die 1200-Jahrfeier in Büschfeld, dem ältesten Dorf im Hochwald, die 2002 begangen wurde. Das Fest, das Kasper als Vorsitzender des Organisationskomitees und sein Team auf die Beine stellten, lockte über 30 000 Besucher an. „Er war im wahrsten Sinne des Wortes ein Hans Dampf“, charakterisiert Lang den Jubilar. Heute singt er in mehreren Chören – eine Leidenschaft, die Kasper seit über 60 Jahren pflegt. Auf Reisen geht er gerne, schwingt sich oft auf den Drahtesel und wandert viel. Er liest viel und schaut sich die Fußballspiele seiner „Fortuna Büschfeld“ an. Jahrzehnte spielte er in dem Verein Fußball und hatte in dieser Zeit viele Vorstandsämter inne. Und nicht zuletzt kümmert er sich rührend um seine Enkel.

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