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Den „Knubbe“ hat er sich verdient

Der Waderner Ex-Bürgermeister Fredi Dewald erhält am 24. Januar bei der traditionellen Zeremonie den blauen Kittel und den Hut des Ehrenstockbauern.Fotos: erich brücker
Der Waderner Ex-Bürgermeister Fredi Dewald erhält am 24. Januar bei der traditionellen Zeremonie den blauen Kittel und den Hut des Ehrenstockbauern.Fotos: erich brücker
Wadern. Die Ernennung zum Ehrenstockbauer ist keine närrische Auszeichnung, sondern eine für Verdienste um die Stadt Wadern. Der neue Ehrenstockbauer Alfred Josef Dewald, genannt Fredi, hat sich seine Meriten in den 16 Jahren als Bürgermeister der Hochwaldstadt erworben. Erich Brücker

Tradition hat bei der Karnevalsgesellschaft 1897 Wadern die Ernennung von Ehrenstockbauern. Dabei berufen sich die Fastnachter auf die Entstehungsgeschichte von Wadern . In der Zeit des Dagstuhler Grafen Josef-Anton von Öttingen-Sötern lebten in Wadern zwölf so genannte Stockbauern. Nach der Überlieferung stammt der Name von "Stock", einer damaligen Maßeinheit. Die Stockbauern waren damals angesehene Bürger, die in der Regel neben ihren Höfen noch ein weiteres Amt im Auftrag des Grafen und der Kirche innehatten. Angeblich sollen die Stockbauern raue, aber auch lebenslustige Gesellen gewesen sein, die in ihrem Leben so manchen "Knubben" gespalten hatten.

1987 fasste der damalige Vorstand der Karnevalsgesellschaft 1897 Wadern den Entschluss, jährlich einen Ehrenstockbauern zu ernennen. "Mit dem Titel Ehrenstockbauern werden Mitbürger geehrt, die sich große Verdienste um unsere Stadt erworben haben", klärt Stephan Regert, Vorsitzender der Karnevalsgesellschaft, auf. Diese Verdienste können kultureller, medizinischer, wirtschaftlicher, schulischer oder auch politischer Natur sein. Verdiente Mitglieder von Hilfsorganisationen befinden sich auch im Kreis der bisherigen 26 Ehrenstockbauern. Dabei spiele der Beruf keine Rolle. "Dabei ist es ohne Belang, ob die zu ehrende Person ein Freund des Waderner Karnevals ist. Sollte das so sein, umso besser", ergänzte der oberste Fastnachter der Hochwaldstadt.

Am Sonntag, 24. Januar, ist es wieder soweit. Dann wird im Rahmen eines närrischen Festaktes im Pfarrsälchen hinter der Kirche um 11.11 Uhr der neue Ehrenstockbauer ernannt. Bei dieser Zeremonie werden dem neuen Würdenträger als Insignien ein blauer Bauernkittel mit Stickereien, mit weißem Bauchstrick und rotem Halstuch, dazu ein riesiger schwarzer Bauernhut von den bisherigen Ehrenstockbauern überreicht. Neben der Ehrenurkunde erhält der neue Titelträger ebenfalls den Orden "Waderner Knubben". "Mit Alfred Josef Dewald nehmen wir einen würdigen Mitbürger in diesen erlauchten Kreis auf", nennt Regert den neuen Ehrenstockbauer beim Namen. Wer es nicht wissen sollte, Alfred Josef Dewald, liebevoll nur Fredi gerufen, hat von 1998 bis 2014 als Bürgermeister die Amtsgeschäfte in der Hochwaldstadt mit Engagement, Tatkraft und Zuverlässigkeit geleitet. "Und im blauen Kittel des Ehrenstockbauern wird er ebenfalls seinen Mann stehen", ist Karnevals-Präsident Regert sich sicher. Darüber hinaus werden beim närrischen Festakt engagierte Mitglieder der KG für ihre jahrelange Mitarbeit und Pflege des Brauchtums Fastnacht mit dem Großen Stern der KG von 1897 ausgezeichnet.


Der „Knubbe“-Orden der KG 1897 Wadern.
Der „Knubbe“-Orden der KG 1897 Wadern.