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Klinik Wadern
Das Krankenhaus ist eine Lebensader

Die St.-Elisabeth-Klinik in Wadern schließt zum Jahresende. Foto: Ruppenthal
Die St.-Elisabeth-Klinik in Wadern schließt zum Jahresende. Foto: Ruppenthal FOTO: Ruppenthal
Wadern. Die St.-Elisabeth-Klinik in Wadern soll geschlossen werden. Doch regt sich Widerstand. Jetzt haben alle Ortsvorsteher eine Resolution auf den Weg gebracht. red

Alle Ortsvorsteher der Stadt Wadern haben gemeinsam eine Resolution zur angekündigten Schließung der St.-Elisabeth-Klinik in Wadern verfasst. Sie kritisieren, dass sich durch diese Schließung die medizinische Versorgung für die Hochwaldregion und besonders für den Stadtbereich Wadern deutlich verschlechtere. "Wenn man in Zukunft bis zu 30 Kilometer und bis zu 30 Minuten fahren muss, um zum nächsten Krankenhaus zu gelangen, kann man nicht mehr von wohnortnaher, vollstationärer Versorgung und effizienter Struktur des Gesundheitswesens im nördlichen Saarland reden", heißt es in ihrer Mitteilung. Die intensivmedizinische Versorgung der Menschen in der Region müsse weiter gewährleistet sein. Gerade hier seien kurze Wege, die auch bei schlechter Witterung schnell zu bewältigen sind, von großer Bedeutung, in manchen Fällen sogar lebensentscheidend. Denn im Notfall würden keine Schätzungen über Fahrzeiten helfen, sondern nur "schnelle, fachkundige Hilfe", betonen sie.



Es sei dabei nicht zu verkennen, dass die Marienhaus GmbH als Träger nicht an einer Modernisierung und Stärkung der St.-Elisabeth-Klinik interessiert gewesen sei und jetzt als Schnellschuss Patienten, Belegschaft und die gesamte Bevölkerung vor vollendete Tatsachen gestellt habe. "Wenn Leitlinien wie zum Beispiel ‚gesellschaftliche Verantwortung gerade in Zeiten der Veränderung' von der katholischen Unternehmensgruppe halbwegs ernst genommen werden, ergibt sich daraus die moralische Verpflichtung, bei der Suche einer Nachfolgelösung für die wegfallende stationäre Betreuung unserer Bevölkerung konstruktiv mitzuwirken", heißt es weiter.

Durch den Verlust von fast 200 Arbeitsstellen würde auch die Wirtschaftskraft des Mittelzentrums merklich geschwächt, der ländliche Raum verliere weiter an Attraktivität. Krankenhausplanung sei Ländersache, deshalb appellieren die Ortsvorsteher auch unabdingbar an die Landesregierung, der vorgesehenen Schließung entgegenzuwirken und zumindest die Schaffung eines modernen medizinischen Versorgungszentrums und den Ausbau der Rettungswache in Wadern zeitnah zu realisieren.

Zum Thema:

Die Ortsvorsteher Bardenbach: Christian Ritz (SPD); Büschfeld: Sven Bey (CDU); Dagstuhl: Paul Venhuis (CDU); Gehweiler: Reinhold Gimmler (CDU); Krettnich: Christian Leidinger (CDU); Lockweiler: Josef Serwe (CDU); Löstertal: Wolfgang Maring (CDU); Morscholz: Markus Wollscheid (CDU); Noswendel: Rudolf Hero (CDU); Nunkirchen: Patrizia Mötzel (Pro Hochwald); Steinberg: Christoph Trampert (SPD); Wadern: Stephan Regert (CDU); Wadrill: Joachim Brücker (SPD); Wedern: Marc Adams (CDU).