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Steinberg
Orden und Hut für neuen Ehrenstockbauer

 Ehrenortsvorsteher und bald Stockbauer: der „Stämrischer“ Junge Christoph Trampert.
Ehrenortsvorsteher und bald Stockbauer: der „Stämrischer“ Junge Christoph Trampert. FOTO: Erich Brücker
Wadern. Christoph Trampert wird der 30. Ehrenstockbauer bei der Karnevalsgesellschaft 1897 Wadern. Am kommenden Sonntag soll dem verdienstvollen Kommunalpolitiker in Wadern dieser Ehrentitel verliehen werden. Von Erich Brücker

Die Karnevalsgesellschaft 1897 Wadern “Mir gen us net“ hatte im Vorjahr ihr 11 x 11-jähriges Narrenjubiläum gefeiert. Nunmehr steht den Waderner Narren zur neuen Session erneut ein Jubiläum ins Haus. Denn am kommenden Sonntag, 20. Januar, küren sie ab 11.33 Uhr im Pfarrsälchen hinter der Kirche ihren 30. Ehrenstockbauer. Zudem wird die närrische Session mit der Inthronisation der neuen Prinzenpaare eingeläutet sowie mit der Verleihung des Großen Stern an einen verdienstvollen Fastnachter.


Blaues Bauernwams, weißer Bauchstrick, rote Schleife und breitrandiger schwarzer Hut: Das sind die Insignien, mit denen die Karnevalsgesellschaft seit 1987 mit nur drei Unterbrechungen ihre bisherigen Ehrenstockbauern ausgezeichnet hatte. Dazu wird dieser Persönlichkeit neben einer großen Ehrenurkunde noch der Orden „Waderner Knubben“ verliehen.

Bei der festlichen Zeremonie wird er von seinen Kollegen eingekleidet. „In diesem Jahr fiel unsere Wahl auf Christoph Trampert“, verrät KG-Präsident Stephan Trampert. Bis vor wenigen Monaten hat Trampert, ein echter „Stämrischer“ Junge (ein Steinberger Junge) das Amt des dörflichen Ortsvorstehers ausgeübt, nachdem er seine ersten Schritte mit dem Eintritt in die SPD 1985 in der Kommunalpolitik und ab 1989 im Ortsrat, den Fußstapfen von Vater und Großvaters folgend, getan hatte.



Nach vier Jahren als stellvertretender Ortsvorsteher (von 1994 bis 1998) trat er die Nachfolge von Fredi Dewald an, der zum Bürgermeister der Stadt Wadern gewählt worden war. Von 1998 bis 2018 engagierte er sich in dem Amt und wurde mit der Ernennung zum Ehrenortsvorsteher in den Ruhestand verabschiedet.

Trampert, Verwaltungsbeamter im Innenministerium, verheiratet mit Ehefrau Manuela und Vater zweier erwachsener Töchter, fungierte unter Dewald als erster Beigeordneter von 2009 bis 2017. Diesen trifft er nun im Kreis der Ehrenstockbauern wieder.

„Verlässlichkeit, Freundlichkeit und Kompetenz, stets den Menschen, egal woher im Blickpunkt, ausgestattet mit viel Weitblick über die Parteigrenzen hinaus sowie mit viel Liebe und Herzblut zur heimatlichen Region, stets gut gelaunt mit Witz und Humor, nie um einen Kalauer oder eine Anekdote verlegen“, charakterisieren zahlreiche Wegbegleiter den neuen Ehrenstockbauern. „Er besitzt auch eine gute Portion Bauernschläue“, verraten sie eine weitere Eigenschaft des sympathischen Mannes aus Steinberg.

Die Waderner Karnevalisten berufen sich bei der Ernennung von Mitbürgern zu Ehrenstockbauern auf die Entstehungsgeschichte des Marktfleckens. In der Zeit des Dagstuhler Grafen Josef-Anton von Öttingen-Sötern lebten in Wadern zwölf sogenannte Stockbauern. Nach der Überlieferung stammt der Name von „Stock“ einer damaligen Maßeinheit. Die Stockbauern waren damals angesehene Bürger, die in der Regel neben ihren Höfen noch ein weiteres Amt im Auftrag des Grafen oder der Kirche innehatten. Angeblich sollen die Stockbauern raue, aber auch lebenslustige Gesellen gewesen sein, die in ihrem Leben so manchen „Knubben“ gespalten hatten.

Im Jahre 1987 fasste der damalige Vorstand der Karnevalsgesellschaft den Entschluss, jährlich einen Ehrenstockbauern zu ernennen. „Mit dem Titel Ehrenstockbauern werden Mitbürger geehrt, die sich Verdienste um unsere schöne Stadt Wadern erworben haben“, sagt Stephan Regert, Vorsitzender der Waderner Karnevalsgesellschaft. Diese Verdienste können kultureller, wirtschaftlicher, schulischer oder auch politischer Natur sein. Der Beruf spielt laut Regert keine Rolle. Ebenso ist es nach seinen Worten ohne Belang, ob die zu ehrende Person ein Freund des Waderner Karnevals ist. „Mit Christoph Trampert nehmen wir einen würdigen Mitbürger in diesen erlauchten Kreis auf, der auch im blauen Kittel des Ehrenstockbauern seinen Mann stehen wird“, sagt der Chef der Waderner Narren.