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CDU Wadern für zügige Schaffung eines Medizinischen Versorgungszentrums

Klinik-Debatte in Wadern : Sorge um Versorgung im Hochwald bleibt

CDU und SPD Wadern äußern sich nach der Podiumsdiskussion in der vergangenen Woche zur medizinischen Versorgungslage.

Die Waderner CDU hat ihre Forderung erneuert, zügig ein Medizinisches Versorgungszentrums (MVZ) in der Hochwaldstadt zu schaffen. Anlass war die Podiumsdiskussion zur Nordsaarlandklinik in der vergangenen Woche. Gesundheitsministerin Monika Bachmann hatte dabei laut Wolfgang Maring, Chef der CDU-Fraktion im Waderner Stadtrat, daraufhin hingewiesen, dass Wadern landesweit die schlechteste Versorgung mit Hausärzten hat. Damit habe sie die Bestandsaufnahme der Kassenärztlichen Vereinigung Saarland bestätigt. „Die Kassenärztliche Vereinigung stellt seit Jahren regelmäßig eine drohende Unterversorgung im Bereich der Hausärzte im Mittelbereich Wadern fest, unternimmt jedoch nichts zur Verbesserung der Situation“, sagt Maring.

Neben der Errichtung der Nordsaarlandklinik im Hochwald nennt er eine gute hausärztliche Versorgung elementar für die Gesundheit der Bürger und für die Zukunft der Stadt. Die ambulante Versorgung in Wadern müsse zeitnah verbessert und sichergestellt werden, denn der Bau und die Inbetriebnahme eines neuen Krankenhauses könnten nicht in ein oder zwei Jahren erfolgen. Daher sollte man darüber nachdenken, in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten ein MVZ zu schaffen. „Es soll eine wohnortnahe und hochwertige Diagnostik mit CT und MRT vorhalten und kann mit den Mitteln der Teleradiologie aufgewertet werden. Abgedeckt werden sollen zwingend die Bereiche Inneres, allgemeine Chirurgie und Kinder“, sagt Maring.

Markus Wollscheid, stellvertretender CDU-Fraktionschef, ergänzt: „Die Einrichtung eines ‚Patientenhotels‘, wie sie in der Podiumsdiskussion erwähnt wurde, stellt weder für ein Krankenhaus noch für die ambulante Versorgung eine Alternative dar.“ Es könnte nach seiner Ansicht nur eine Ergänzung sein. Denn die Leistungen des Hotels müssten die Patienten selbst zahlen, da sie nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehörten. Viele Patienten könnten sich das nicht leisten.

Patientenorientierte, wohnortnahe und integrierenden Gesundheitsleistungen sind laut Wollscheid sicherzustellen. „Erleichtert wird dieser Zugang für eine alternde, weniger mobile Bevölkerung durch die Konzentration ärztlicher, pflegerischer und weiterer Gesundheitsleistungen an einem Ort, in einem MVZ.“ Krankenhaus und MVZ seien Einrichtungen der medizinischen Versorgung, die sich ergänzten. Auch nach der Errichtung eines Krankenhauses werde ein MVZ benötigt.

Die bundesweite Suche nach einem Betreiber für eine Klinik im Hochwald ist nach Ansicht der Waderner Sozialdemokraten eine gute Sache. „Rückblickend auf die vergangenen zwei Jahre bleibt leider ein bedrückendes Gefühl zurück und es stellt sich die Frage, warum dieser Schritt nicht schon viel früher gemacht wurde“, sagt der Chef des SPD-Stadtverbandes Eric Ongania. Das Thema ist nach seiner Ansicht nicht effektiv vom saarländischen Sozialministerium vorangetrieben worden. „Wir hoffen, dass unsere Lage nun tatsächlich ernst genommen wird und es nicht bei bloßen Lippenbekenntnissen bleibt.“

Er befürchtet, dass sich durch die auslaufenden Standortgarantien der umliegenden Krankenhäuser möglicherweise eine weitere Zuspitzung der mangelhaften Versorgungssituation anbahnt. Für Ongania sei die Stadt Wadern ein idealer Standort für die Nordsaarlandklinik. Das Gebäude in der Stadt hochzuziehen sei nach seiner Ansicht eine tragbare Lösung für das gesamte nördliche Saarland. Zudem würde die Klinik auch die Versorgungssituation in anderen Landstrichen des Hochwaldes, sagt er weiter.

Die Forderung des gesundheitspolitischen Sprechers der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Magnus Jung, für das Betreiben einer Nordsaarlandklinik eine saarländische Lösung zu bevorzugen, teile die Waderner SPD. Nach Ansicht von Ongania ist es den rührigen Bürgern vor Ort zu verdanken, dass das Thema Nordsaarlandklinik seit der Schließung des Waderner Krankenhauses vor zwei Jahren immer präsent war. Allen voran habe sich die Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik mit ihrem Vorsitzenden Bernd Schröder der Hochwaldregion einen tollen Dienst geleistet.