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Bürgerinitiative
Bürgerinitiative wird zum Verein

Der Vorstand des neuen Vereins BI Nordsaarlandklinik um den Vorsitzenden Bernd Schröder (Mitte) geht mit vereinten Kräften an seine wohl schwierige Arbeit.
Der Vorstand des neuen Vereins BI Nordsaarlandklinik um den Vorsitzenden Bernd Schröder (Mitte) geht mit vereinten Kräften an seine wohl schwierige Arbeit. FOTO: Erich Brücker
Wadern. Befürworter einer Nordsaarlandklinik in Wadern schließen sich zu Verein zusammen – den Vorsitz hat Bernd Schröder.

Die Bürgerinitiative (BI) Nordsaarlandklinik hat sich vergangene Woche innerhalb einer Mitgliederversammlung in einen Verein umgewandelt. Dieser erfüllt aufgrund der Verabschiedung einer Satzung und Eintragung ins Vereinsregister die Bedingungen für eine Zuerkennung der Gemeinnützigkeit. „Die BI Nordsaarlandklinik hat bereits von vielen Seiten Spenden erhalten, womit sie Dinge wie Flyer, Plakate und Banner, aber auch die Anschaffung eines ‚Bürgerbriefkastens’ finanzieren konnte. Um den Spendern steuerwirksame Bescheinigungen ausstellen zu können, hat sich die BI entschlossen, die Rechtsform eines Vereins anzunehmen, welche die Bedingungen für eine Zuerkennung der Gemeinnützigkeit erfüllt“, nannte ihr Sprecher Bernd Schröder zum Versammlungsbeginn die Gründe für diesen Schritt.


Knapp 70 Mitglieder waren erschienen. Schröder ließ zunächst die Arbeit der Bürgerinitiative, die am 25. Juli 2017 gegründet worden war, Revue passieren. Ausführliche Gespräche mit Persönlichkeiten aus der Landes- und Kreispolitik, der Kirche und Krankenhauswesen wurden geführt, daneben 16 Arbeitssitzungen und 22 Mahnwachen. Ein Bürgerbriefkasten wurde aufgehängt, 45 Banner im gesamten Nordsaarland, unzählige Flyer und Plakate verteilt. Die Regularien der Vereinsgründung mit Annahme der Satzung sowie Wahl des Vorstandes und Festlegung des Mitgliedsbeitrages waren problemlos und harmonisch abgearbeitet. Alle Beschlüsse erfolgten einstimmig.

Schröder wurde unter Versammlungsleitung von Helmut Turner auch zum Vorsitzenden des neuen Vereins gewählt. Zudem fungiert er als Schriftführer und erledigt die Pressearbeit. Ihm zur Seite steht Harald Klein als Stellvertreter, der zusätzlich für die Kassengeschäfte zuständig ist. Zu Beisitzern wurde Regina Franz, Marilyn Heib, Matthias Wagner und Alfons Wack gewählt. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf mindestens fünf Euro festgelegt. Wer freiwillig mehr zahlen möchte, darf dies ungehindert tun. Kassenprüfer ist Franz Kasper. Zweck des Vereins ist die Förderung der Verbesserung des Gesundheitswesens in der Region Nordsaarland durch die Errichtung und deren Betrieb einer Nordsaarlandklinik.



Bürgermeister Jochen Kuttler fand den Tag der Gründung denkwürdig. „Einerseits ist heute die Schließung unseres Krankenhauses vollzogen worden, andererseits sorgt diese Vereinsgründung aber auch für eine Aufbruchstimmung, mit der für die Schaffung einer leistungsfähigen Nordsaarlandklinik gekämpft wird“, nannte der Verwaltungschef die Entscheidung, einen Verein zu gründen, eine richtige. Die BI, die sich seit Bekanntwerden der Krankenhausschließung um den Erhalt bemüht beziehungsweise für eine neue Nordsaarlandklinik gekämpft hat, habe sich in Saarbrücken nachhaltig Gehör verschafft. Sein Dank galt allen Beteiligten, die mit viel Herzblut um den Erhalt des Krankenhauses gekämpft haben. Der Gedanke der Schaffung einer Nordsaarlandklinik sei der absolut richtige Weg. „Die Stadt Wadern wird diesen Weg unterstützen, wo immer sie kann“, so Kuttler.

Nach der Wahl des Vorstandes erläuterte Sprecher Schröder den Mitgliedern einen möglichen Weg, mittels eines Vierstufenplanes eine Nordsaarklinik zu errichten, die mit der im Bau befindlichen neuen Rettungswache ihren Anfang nehmen könne. Danach könne sich eine Art Gesundheitspark Nordsaarland entwickeln, was immer noch besser sei als gar nichts. In einem weiteren Schritt wäre die Ansiedlung von Dienstleistern im medizinischen Sektor als Kooperationspartner für eine Tagesklinik denkbar, woraus letztlich schrittweise eine Nordsaarlandklinik entstehen könne.