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Bürgerinitiative Nordsaarklinik startet in Wadern eine Postkarten-Aktion

BI zeigt in Wadern Flagge : Postkarten an Abgeordnete als Appell zur Unterstützung

Eine Postkarten-Aktion an saarländische Landtagsabgeordnete hat die Bürgerinitiative (BI) Nordsaarlandklinik gestartet. Das Ziel: ein Appell zur Solidarität mit dem Norden des Saarlandes. Und mitmachen sollen nach Vorstellung der BI möglichst viele Bürger.

Vor mehr als drei Jahren gegründet, werden die Mitglieder nicht müde, mit allwöchentlichen Mahnwachen, Mitgliederwerbungen (schon jetzt über 750), Plakataktionen oder sonstigen öffentlichen Auftritten bei Veranstaltungen die Bevölkerung auf ihre Ziele hinzuweisen. Die Bürgerinitiative sieht die Errichtung einer Notfallklinik zur Grund- und Regelversorgung als unverzichtbar für den gesamten Hochwald an. Unter raumordnungspolitischen und verkehrstechnischen Aspekten kommt in ihren Augen nur das Mittelzentrum Wadern als Standort in Frage.

Derzeit verhandelt Gesundheitsministerin Monika Bachmann mit mehreren Krankenhausträgern, deren Konzepte eine bessere medizinische Versorgung im Norden des Landes bringen sollen – so lautet das Ziel des ausgeschriebenen Interessenbekundungsverfahrens.

Diese Gespräche hat der BI-Vorstand mit Sprecher Bernd Schröder zum Anlass genommen, mit einer Postkarten-Aktion an alle Landtagsabgeordnete zu appellieren, aus Solidarität mit dem lange vernachlässigten ländlichen Norden die Regierung in ihrem Bemühen um eine bestmögliche Lösung zu unterstützen. „Dieser postalische Appell soll nicht nur von den Mitgliedern der Bürgerinitiative kommen. Vielmehr sind alle, die an einer Nordsaarlandklinik interessiert sind, aufgerufen, eine solche Postkarte zu unterschreiben“, sagte Schröder bei der Vorstellung der Aktion anlässlich der jüngsten Mahnwache.

Da die Marienhausgesellschaft auch das Krankenhaus in Losheim aufgibt, reißt sie nach den Worten von Schröder eine weitere Lücke in das ohnehin sehr löchrige Netz der stationären Angebote im Nordsaarland. Nach seiner Einschätzung werde es immer dringlicher, zu einer tragfähigen Lösung zu kommen.

Wie Ministerin Bachmann am 16. September im Landtag bekanntgab, ist noch eine dritte Verhandlungsrunde mit den Interessenten nötig. „Gut Ding will Weile haben“, so lautet ein Sprichwort. „Aber wenn man bedenkt, dass für die Planung, Errichtung, Personalisierung und Inbetriebnahme eines Krankenhauses üblicherweise fünf Jahre anzusetzen sind, kann man doch ungeduldig werden“, sagt Schröder.

Daher sei es der Bürgerinitiative wichtig, dass ein zügiger Abschluss des Interessenbekundungsverfahrens möglichst nicht durch das Anmelden von Partikularinteressen aus anderen Landesteilen behindert werde. Das von der Landesregierung bereitgestellte Volumen von Investitionszuschüssen zu Verbesserungen im Krankenhaussektor sei durchaus geeignet, im ganzen Lande Begehrlichkeiten zu wecken.