Gute Noten für die Brötchen : Durchweg hervorragende Qualitäten

Brot und Brötchen vom Bäcker sind konkurrenzlos. Dies unterstrich einmal mehr die Brotprüfung der Bäcker-Innung, die jetzt in Wadern stattfand.

Unzählige Brote und Brötchen sowie weitere Kleinbackwaren verbreiteten am Mittwoch-Vormittag einen leckeren Duft in der Servicehalle der Sparkasse Wadern. Ob der vielen ungläubigen Blicke und fragenden Gesichtern seiner Bankkunden sah sich Filialleiter Günther Ludwig veranlasst, aufzuklären. „Um Gottes willen, wir machen doch keine Bäckerei auf und werden keine Konkurrenz zu den örtlichen Fachgeschäften. Noch sind wir nur für Bankgeschäfte zuständig. Auf unsere Kundenkarten gibt es also keine Backwaren“, klärte der Bänker augenzwinkernd und grinsend seine Kundschaft auf.

Was einige der Kunden aber nicht davon abhielt, sich dem Stand der aufgebauten Backwaren zu nähern – und die Herren in den weißen Jacken nach dem Sinn der Veranstaltung zu fragen. „Große Brotprüfung“, so die erklärende Antwort. Alljährlich bietet die saarländische Bäcker-Innung in unterschiedlichen Regionen solche Prüfungen an. Für den Kreis Merzig-Wadern war es nunmehr diese – und das ausgerechnet in einer Sparkasse.

Insgesamt sechs Bäckereien, davon drei aus dem Grünen Kreis, stellten sich auf freiwilliger Basis mit ihren Produkten den kritischen Augen des ausgebildeten Brotprüfers Karl-Ernst Schmalz vom Deutschen Brot-Institut, um ihre Backwaren beurteilen und bewerten zu lassen. Vom Saarländischen Bäcker-Innungsverband waren die Bäckermeister Karl Heinz Kolb sowie Raphael Besser unterstützend anwesend.

„Wer teilnimmt, muss ausreichend Brot- und Brötchensorten mitbringen, jede Sorte kennzeichnen und Name und Mehlmischung angeben“, so das Prozedere. Außerdem müssen die Brote mindestens einen Tag alt sein, die Brötchen am Prüfungstag gebacken worden sein. „Die Prüfung ist nicht nur für eine Prämierung gut. Sie hilft dem Bäcker, Backfehler fest- und umzustellen beziehungsweise die Zusammensetzung zu ändern, wenn etwas mit den Produkten nicht stimmt“, nennt Schmalz Sinn und Zweck der Prüfung. Sonst könne es durchaus sein, dass die Kundschaft unzufrieden wird und das Produkt nicht mehr annimmt.Mit der Brotprüfung erfahre der Bäcker eine gewisse Hilfestellung.

Vom vielfältigen Angebot der Bäcker wird jede vorgelegte Backware individuell getestet, daher gibt es keine ideale Brotform. Ein Ciabatta ist flach, ein Baguette lang und schmal und ein Korbbrot rund. Die Form und das Aussehen sollten stets zum Typ des Brotes passen. Die Prüfer richten ihr Augenmerk auf Oberflächen- und Krusteneigenschaften, darunter die Lockerung und das Krumenbild (weicher Teil des Brotes), Struktur und Elastizität, Geruch und Geschmack.

Auszusetzen hatte der Prüfer an diesem Tag an den Produkten nur wenig. „Die Bäcker, die sich unserer Prüfung unterzogen haben, haben gewohnt gute Qualität mitgebracht, welche die Kunden bedenkenlos kaufen können. Von daher sind wir gut aufgestellt“, sagte Schmalz. Allerdings könnten sich einige Bäcker mehr der Herausforderung stellen. Der Rückgang an Teilnehmern sei aber auch darin begründet, dass es immer weniger Betriebe gibt. Die Bäcker-Innung des Saarlandes hat heute noch rund 150 Mitglieder. Vor etwa 20 Jahren waren es noch gut 800.

Übrigens, wer sich von den Bankkunden bei den Bäckern für ihr Handwerk und die Kunst des Brotbackens interessierte, durfte mit einem Brot nach Hause gehen – geschenkt und ohne Kundenkarte.

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