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Brennendes Erbsenrad soll Winter vertreiben

Brennendes Erbsenrad soll Winter vertreiben

Wadrill. Wenn an diesem Sonntagabend, 21. Februar, nach Einbruch der Dämmerung das Erbsenrad im Wadrillbach erlischt, ist für die Mitglieder der Heimat- und Naturfreunde Wadrill dem uralten Brauchtum wiederum Geltung verschafft worden. "Mit dem Lauf des Erbsenrades, früher aus Erbsenstroh gewickelt und daher auch sein Name, wird der Winter vertrieben

Wadrill. Wenn an diesem Sonntagabend, 21. Februar, nach Einbruch der Dämmerung das Erbsenrad im Wadrillbach erlischt, ist für die Mitglieder der Heimat- und Naturfreunde Wadrill dem uralten Brauchtum wiederum Geltung verschafft worden. "Mit dem Lauf des Erbsenrades, früher aus Erbsenstroh gewickelt und daher auch sein Name, wird der Winter vertrieben. Das brennende Rad als Symbol der Sonne soll den Sonnensegen über die Äcker und Felder bringen sowie für eine ertragreiche Ernte sorgen", erläutert Rainer Maring; Vorsitzender des Heimatvereins, den Sinn des alten Kulturgutes. Der Heimatverein ist bemüht, diesen Brauch unverfälscht fortzuführen. Zuerst werden die Kerzen angezündet, dann das Kreuz, das seine Feuerskraft auf das Rad weiter gibt. An einer langen Stange wird das Rad von vier Vereinsmitgliedern ins Tal gerollt. Der Musikverein Wadrill spielt "Großer Gott, wir loben Dich". Mit dem anschließenden gemeinsamen Eieressen der Dorfbevölkerung und vieler Schaulustiger im Pfarrheim nimmt die Pflege des Brauchtums ihr harmonisches Ende. Doch für die Mitglieder ist der "Erbsensonntag", wie der erste Fastensonntag in Wadrill auch genannt wird, mit viel Arbeit verbunden, die bereits am Samstagvormittag ihren Anfang nimmt. Dann werden in der Scheune Bonertz in der Kirchstrasse Erbsenrad, Kreuz und zwei Kerzen gewickelt. Ein vorgefertigtes Eisengestell, früher waren es alte Holzräder, wird mit etwa zwanzig Strohballen umwickelt. Das fertige Rad ist mannshoch und bis zu fünf Tonnen schwer. Wieder verwendbare Gestelle werden ebenfalls mit heute gewöhnlichem Stroh zu Kreuz und Kerzen gebunden. Um diese christlichen Symbole wurde der ursprünglich heidnische Brauch unter dem Einfluss der Kirche ergänzt. Am frühen Nachmittag werden Rad, Kreuz und Kerzen aufgrund ihrer Schwere mit Traktor und Anhänger auf die Anhöhe Perscher Kopf gebracht. Früher wurden Rad, Kreuz und Kerzen von kräftigen Männern durch das Dorf getragen. Viele Schaulustige schlossen sich diesem ungewöhnlichen Zug an, um das Feuerspektakel aus nächster Nähe zu beobachten. Heute kommen immer noch viele Schaulustige auf die Anhöhe oder beobachten die Zeremonie von der Hermeskeiler Strasse aus. Zeitgleich sind einige Mitglieder und Jugendliche des Heimatvereins im Dorf unterwegs, um Eier und Speck einzusammeln. Natürlich gibt es für die großzügigen Spender zum Dank auch ein Gläschen Hochprozentiges. "Etwa zehn Pärchen sind einige Stunden unterwegs und sammeln etwa sieben, acht Hundert Eier ein", sagt Ilse Schneider, die für diese Aufgabe im Verein verantwortlich zeichnet, auf. In der Küche des Pfarrheimes sind dann viele Frauen am Werk. Der Speck muss geschnitten, die Eier in sechs und mehr Pfannen gehauen und gebacken werden. Und dann heißt es "Guten Appetit". "Etwa zehn Pärchen sind einige Stunden unterwegs und sammeln etwa 800 Eier ein."Ilse Schneider, Mit-Organisatorin