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Bodybuilderin aus Nunkirchen belegt zweiten Platz bei Wettbewerb der GNBF

Erfolg für Bodybuilderin aus Nunkirchen : Hartes Training für die perfekte Form

Bei den Deutschen Meisterschaften im Natural Bodybuilding hat Ann-Karin Brück aus Nunkirchen den zweiten Platz belegt.

Morgens Haferflocken mit Wasser und Eiweißpulver, abends Hähnchen mit Reis und Gemüse. Ein Schokoriegel zwischendurch? Auf keinen Fall. Ein Apfel vielleicht? Auch verboten. Der Ernährungsplan, an den sich Ann-Karin Brück für viele Monate gehalten hat, ist streng und ohne Abwechslung. Doch die 29-Jährige aus Nunkirchen hat ihn durchgehalten und im Oktober schließlich die Früchte der Arbeit geerntet: Ann-Karin Brück hat den zweiten Platz der Deutschen Meisterschaften im Natural Bodybuilding der GNBF (siehe Info) belegt.

Jetzt, nach dem Wettbewerb, geht es etwas weniger streng zu. In der Küche steht eine Schale mit Obst, auf dem Esstisch ein Teller mit Plätzchen. An den Wettbewerb erinnert ein Plakat am Kühlschrank, das sie während der Trainingsphase dort aufgehängt hatte. „Immer wenn ich gedacht habe, ich müsste etwas essen, habe ich das Plakat angesehen“, erzählt die junge Frau. Und durchgehalten.

Rund ein halbes Jahr hat sich Brück nach ihren Worten intensiv auf den Wettbewerb vorbereitet. Die Idee, ihre Muskeln überhaupt einer Jury zu präsentieren, sei ihr erst im November des vergangenen Jahres gekommen. „Mit 27 hatte ich angefangen, zu trainieren“, erzählt sie, hauptsächlich aus gesundheitlichen Gründen. Denn die ehemalige Leistungsschwimmerin hatte nach zwei Bandscheibenvorfällen längere Zeit keinen Sport mehr gemacht. Schnell stellte sie dabei fest, dass sie für Bodybuilding wohl eine gute Veranlagung habe. Also suchte sie sich einen Coach – und startete im März mit der gezielten Vorbereitung.

Neben der Ernährung stand für sie natürlich jede Menge Training an. „Trainiert habe ich sechs Tage in der Woche“, erzählt sie – eineinhalb Stunden plus Ausdauer. Auch ein Schrittziel hatte ihr Trainer ihr vorgegeben. Also ging es jeden Tag auf den Stepper und auf ausgedehnte Spaziergänge mit ihrem Hund. Das ganze Programm hat sie neben ihrer täglichen Arbeit als Auswerterin für die Firma Unimed absolviert. „Ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es schaffe“, sagt sie und betont: „Disziplin ist alles.“

Ernährung, Training – vielleicht auch ein paar chemische Hilfsmittel? „Auf gar keinen Fall“, betont Brück und verweist darauf, dass sie sich dem „Natural Bodybuilding“ verschrieben habe. Der Verein GNBF lehnt jeden Einsatz von Dopingmitteln ab, Kontrollen könnten laut Worten von Brück jederzeit erfolgen. „Mir war es wichtig, das aus dem Körper herauszuholen, was geht“, sagt sie. Wobei: Etwas mehr gehe schon noch, findet sie. Derzeit trainiert sie besonders ihre Beine.

In der Form des Wettbewerbstages ist sie derzeit aber nicht. „Man hat den Körper nur einen Tag“, sagt sie. Einige Tage vor dem Wettbewerb habe sie gar keine Kohlenhydrate mehr gegessen, um nochmal rund zweieinhalb Kilogramm zu verlieren. Kurz vor dem Wettbewerb kommen dann mehrere Schichten Selbstbräuner und Babyöl auf die Haut. Ab in den pinken Bikini – maßgeschneidert und besetzt mit glitzernden Swarovski-Steinen. Ein paar Gramm Gummibärchen regen den Körper an, zu arbeiten – dann auf die Bühne, die Posen zeigen, „und in zehn Minuten ist schon alles vorbei“.

Auf die Veränderungen ihres Körpers angesprochen wird Brück aber immer wieder. „Die Fraulichkeit geht ein bisschen verloren“, räumt sie ein, auch die Körbchengröße schrumpfe merklich. „Viele haben gesagt, sie finden es gar nicht schön“, erinnert sie sich. Andere wiederum hätten in Frage gestellt, ob sie überhaupt Bodybuilding mache – schließlich sehe sie ja gar nicht so aus wie die aufgepumpten Klischee-Bodybuilder. „Ich habe dann einfach meinen Sixpack gezeigt“, lacht Brück.

Dann gab es aber auch jede Menge Leute, die hinter ihr standen – ihre Familie, ihr Coach, ihr „Team Throja“ und die Menschen in dem Fitnessstudio in Schmelz, in dem sie trainiert. Derzeit allerdings nur etwa drei bis vier Mal die Woche. Auch der Ernährungsplan ist derzeit nicht ganz so streng. Zwar ernähre sie sich immer noch sehr bewusst, „aber ab und zu gibt es auch mal eine Pizza“. Und: „Ein Steak in der Spießbratenhalle in Schillingen will ich noch essen.“ Bis zur nächsten harten Trainingsphase ist auch noch etwas Zeit. Aber 2021 will Brück erneut an der Deutschen Meisterschaft teilnehmen.

Ann-Karin Brück mit ihrem blinden Chihuahua Gucci Foto: Simone Kaspar

Bis dahin bleibt dann auch etwas mehr Zeit für ihren Hund Gucci. Die Umrisse des sechs Jahre alten Chihuahuas hat sie auf ihren Oberarm tätowieren lassen. Gefunden hat sie den blinden Vierbeiner im Tierheim. „Er steht sehr gern im Mittelpunkt und wir machen alles zusammen“, sagt sie – außer trainieren. Denn ins Fitnessstudio darf Gucci zu ihrem Bedauern nicht mit.