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Auszeichnung durch Bischof: Bischof lobt Jugendkirche und Grüne Damen

Auszeichnung durch Bischof : Bischof lobt Jugendkirche und Grüne Damen

Bistum Trier zeichnet an den Heilig-Rock-Tagen beispielhafte Initiativen von Ehrenamtlichen aus – darunter zwei aus unserem Kreis.

(red) Sie besuchen kranke Menschen und spenden Trost, engagieren sich in der Messdienerarbeit und organisieren Jugendfreizeiten, arbeiten in den Gremien ihrer Pfarrei mit oder leiten Chöre, Musikstunden und Bibelkreise für Kinder: Ehrenamtliches Engagement im Bistum Trier hat viele Gesichter – rund 80.000 Menschen bringen sich mit ihren Talenten und ihrem Einsatz ein. Am Tag des ehrenamtlichen Engagements am 15. April während der Heilig-Rock-Tage hat Bischof Stephan Ackermann vier Initiativen und vier Einzelpersonen stellvertretend gewürdigt. Ausgezeichnet wurden, neben anderen Ehrenamtlern, aus unserem Landkreis die Jugendkirche MIA aus Rappweiler sowie die Grünen Damen Wadern.

Die Jugendkirche MIA sei mehr als nur ein Gebäude, sagte Thorsten Hoffmann vom Bereich Personalplanung im Bistum Trier in seiner Laudatio. Die Jugendlichen zeigten große Kreativität, Leidenschaft und Begeisterung für „ihre“ Kirche, die sie auch sehr selbstbestimmt mitgestalten. Neben den regelmäßigen Gottesdiensten, die immer mit einem Gebet der Jugendlichen beginnen, gebe es Ferienfreizeiten, Aktionen und Projekte, wie zum Beispiel den Inklusionstag. MIA biete den Jugendlichen echte Partizipation, sie seien die Verantwortlichen. „Ich habe immer noch eine Gänsehaut, wenn ich an den ersten Gottesdienst in MIA 2013 denke, bei dem die Jugendlichen allen Anwesenden den Segen spendeten, auch ihren eigenen Eltern. Das war ein starkes Zeichen“, sagte Hoffmann. Es sei eine wichtige Herausforderung, von den jungen Leuten zu lernen, ihnen zuzuhören und so Kirche in der heutigen Lebenswelt Jugendlicher zu sein.

Die 17-jährige Emily Vontz hatte während einer Talkrunde mit Bischof Ackermann am selben Tag bereits ihre Erfahrungen mit MIA geschildert: „Das Schönste hier ist die Gemeinschaft und das Gefühl, durch unsere sozialen Aktionen etwas bewegen zu können und andere Menschen glücklich zu machen.“

Für die Grünen Damen Wadern war die Würdigung ihrer langjährigen ehrenamtlichen Arbeit durch das Bistum zugleich ein freudiges und ein trauriges Ereignis. Das Krankenhaus St. Elisabeth, in dem sie seit 1992 kranke Menschen besucht hatten, gibt es seit Jahresende 2017 nicht mehr. Laudator Georg Hennes vom Bereich Ehrenamtsentwicklung im Bistum Trier sagte, die Damen hätten von der Schließung aus der Zeitung erfahren – kein schöner Abschied für einen so wichtigen und treuen Dienst. Mit 35 Frauen und einem Mann war der damals so genannte „christliche Krankenhausdienst“ vor 26 Jahren gestartet und zählte über diesen Zeitraum rund 80 Ehrenamtliche. Sie hörten den Patienten zu, lasen Geschichten vor, spendeten Trost und begleiteten zu Spaziergängen oder organisierten Fahrdienste. Hennes hob hervor, wie professionell und selbstorganisiert die Grünen Damen ihren Dienst gestalteten. „Sie sorgten im Krankheitsfall selbst für Vertretungen, knüpften Netzwerke mit ähnlichen Diensten, bildeten sich fort. Dieses Ehrenamt stellte hohe Anforderungen: Man braucht Einfühlungsvermögen, Zuverlässigkeit, Belastbarkeit und Organisation. All das brachten die Grünen Damen mit und verloren auch nicht die eigene Gemeinschaft aus dem Blick.“ So habe der Kreis der Ehrenamtlichen auch eigene Unternehmungen organisiert, sodass eine starke Gemeinschaft entstanden sei.

 Auch die Grünen Damen vom (mittlerweile geschlossenen) Krankenhaus in Wadern wurden vom Trierer Bischof für ihre ehrenamtliche Arbeit geehrt.
Auch die Grünen Damen vom (mittlerweile geschlossenen) Krankenhaus in Wadern wurden vom Trierer Bischof für ihre ehrenamtliche Arbeit geehrt. Foto: Thewalt/THEWALT

Bischof Ackermann dankte den Damen und äußerte die Hoffnung, dass dieser Zusammenhalt untereinander nun auch helfen könne, den Trauerprozess über die Schließung und damit das Ende der Grünen Damen Wadern zu verarbeiten. Vielleicht gebe es neue Bereiche, in denen die Ehrenamtlichen ihre vielfältigen Erfahrungen und Fähigkeiten einbringen könnten.