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Pläne
BI will medizinisch erstklassiges Krankenhaus

Für Ende des Jahres hat die Marienhaus GmbH das Aus für das Krankenhaus in Wadern angekündigt.
Für Ende des Jahres hat die Marienhaus GmbH das Aus für das Krankenhaus in Wadern angekündigt. FOTO: Ruppenthal
Wie eine Nordsaarlandklinik aussehen soll, weiß die Bürgerinitiative. Ihr Konzept stellt sie heute der Task Force in Saarbrücken vor.

Sehen Sie die Bürgerinitiative, die sich um die Sicherstellung der medizinischen Versorgung im Hochwaldraum stark macht, nach ihrer Gründung auf einem guten Weg?



Bernd Schröder: Ja. Schon in der Gründungsversammlung der BI zeichnete sich ein starker Konsens in der Grundfrage ab: Sollen wir für den Erhalt des Waderner Krankenhauses in seiner jetzigen Ausrichtung und Größe kämpfen oder wäre es aussichtsreicher, sich für die Errichtung eines leistungsfähigen, von Grund auf neu konzipierten Krankenhauses für einen weiten Raum im nördlichen Saarland einzusetzen? Wir haben uns für den zweiten Weg entschieden, ohne Kirchturmdenken, was sich auch rasch in der geographisch weiträumigen Zusammensetzung unserer Anhängerschar niederschlug. Das zeigt sich zum Beispiel an den rund 12 000 Unterschriften, die wir schon für unser Anliegen sammeln konnten.

Wie halten Sie den Kontakt zur Bevölkerung?

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Bernd Schröder. r FOTO: Bernd Schröder / Bernd Schröder

Schröder: Den Kontakt mit der Bevölkerung halten wir durch wöchentliche Mahnwachen auf dem Waderner Wochenmarkt, wo wir uns jeden Freitag um 10 Uhr einfinden und immer sehr informative Gespräche führen können. Im Anschluss an die Mahnwache bespricht ein engerer Kreis besonders aktiver Mitglieder strategische Ideen zum Fortgang unseres Anliegens, die Gründung einer Nordsaarlandklinik in Gang zu setzen.

Welche Aufgaben haben Sie sich noch auf die Fahnen geschrieben?

Schröder: Parallel entwickeln wir unsere materiellen Möglichkeiten, die Öffentlichkeit zu interessieren und zu informieren. Wir verfügen bereits über Plakate und Banner, die nach und nach weitum im Straßenbild auftauchen. Ein Flyer mit einer detaillierten Darstellung unserer Gedanken und Forderungen befindet sich im Druck. Er soll in einer Auflage von 3000 Stück erscheinen.

Wie wollen Sie das finanzieren?

Schröder: Wir haben ein Konto eingerichtet (Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik, IBAN: DE34 5935 1040 0000 2275 79, BIC: MERZDE55xxx) und hoffen nun auf Spenden von Menschen und Unternehmen, die uns unterstützen wollen. Auf Wunsch werden steuerlich absetzbare Spendenbescheinigungen ausgestellt.

Was haben Sie im Laufe der rund sechs Wochen in die Wege geleitet?

Schröder: Die Verbreitung unserer Idee in der Bevölkerung ist nur die eine Seite unserer Aktivitäten. Wir haben vom Start weg den Kontakt zu den Bürgermeistern im nördlichen Saarland, zu unserer Landrätin, Daniela Schlegel-Friedrich, und zur Landesregierung gesucht und gefunden. Mit zwei Bürgermeistern gab es bereits einen schriftlichen (Losheim) bzw. mündlichen (Nonnweiler) sehr freundlichen Meinungsaustausch; mit dem Bürgermeister von Nohfelden ist ein Informationsgespräch vereinbart. Ebenso gab es schon ein ermutigendes Treffen mit Frau Schlegel-Friedrich.

Gab es bereits Erfolgserlebnisse?

Schröder: Ja. Besonders gefreut habe ich mich über die Reaktion der Landesregierung. Zwei Tage nach meiner Ernennung zum Sprecher der BI hatte ich in einem Brief an unsere Gesundheitsministerin Monika Bachmann sowie nachrichtlich an die Ministerpräsidentin und alle Kabinettsmitglieder unsere Forderung nach einer Nordsaarlandklinik vorgetragen. Prompt erhielten wir sowie Bürgermeister Jochen Kuttler eine Einladung zu einem Spitzengespräch mit der Ministerpräsidentin, der Wirtschaftsministerin und der Gesundheitsministerin.

Mit welchen Ergebnissen?

Schröder: In diesem sehr konstruktiven Gespräch, an dem auch Landrätin Schlegel-Friedrich beteiligt war, machte die Landesregierung uns ein faires Angebot: Das Gesundheitsministerium wird ein Sondergutachten zur medizinischen Versorgung des Nordsaarlands vergeben. Darin sollen, basierend auf einer Bedarfsanalyse, drei Konzepte auf ihre Machbarkeit hin untersucht werden: 1. Gesundheitszentrum am Standort Wadern, 2. Nordsaarland-Klinik am Standort Wadern, 3. innovative Verbünde von stationärer und ambulanter Versorgung.

Werden die Konzepte zu einem Paket geschnürt, oder auch einzeln voneinander betrachtet?

Schröder: Alle drei Konzepte sollen in der Studie unabhängig voneinander, aber auch im Zusammenspiel betrachtet werden.

Wer begleitet die Studie?

Schröder: Die Studie wird begleitet von einer neu einzurichtenden AG4 der beim Gesundheitsministerium bestehenden Task Force, in die auch die „Bürgerinitiative Nordsaarlandklinik“ eingebunden sein wird. Die Task Force – und damit auch die neu zu gründende Arbeitsgruppe – tagt am heutigen Mittwoch, 30. August, und die Bürgerinitiative wird mit zwei Personen an der Sitzung teilnehmen.

Wie bereiten Sie sich auf die Sitzung vor?

Schröder: Um nicht unvorbereitet zur Sitzung zu erscheinen, haben wir unser Konzept einer Nordsaarlandklinik in einer anschaulichen Grafik zusammengefasst. Schon beim ersten Blick kann man darauf feststellen, dass es nicht damit getan sein kann, eine „Versorgungslücke in Wadern“ zu stopfen, sondern dass es uns um die Gründung eines medizinisch erstklassigen und wirtschaftlich tragfähigen Krankenhauses zur Versorgung eines großen Gebietes im Nordsaarland geht. Mit diesem Konzept will ich nicht nur in der Task Force um Zustimmung werben, sondern hoffe auch, das Interesse potenzieller Krankenhausträger wecken zu können.

Die Fragen stellte Margit Stark.

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