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BI-Sprecher Bernd Schröder aus Wadern: kleine Häuser erhalten

Schröder fordert, Klinikschließungen zu stoppen : Waderner Klinik soll Modellprojekt werden

Bernd Schröder macht Vorschläge, um die Wirtschaftlichkeit der neuen Einrichtung zu sichern.

Acht bis zehn Betten kündigt die SHG für die Allgemeine Chirurgie bei ihrem Projekt in Wadern an, 20 bis 25 für die Allgemeine Innere Medizin. Nach Ansicht von Bernd Schröder, Sprecher der Bürgerinitiative (BI) Nordsaarlandklinik, hat die Krankenhausträgerin „eine konkrete Aussicht auf die Einrichtung einer kleinen Klinik in Wadern“ eröffnet. Der BI-Chef hofft nach seinen Worten, dass die Wirtschaftlichkeit einer so kleinen Einheit sichergestellt werde.

„Allein im Saarland wurden innerhalb weniger Jahre vier Häuser geschlossen. Und jeder Fachmann sagt, das wäre noch längst nicht alles.“ Wenn das Waderner Vorhaben als Modellprojekt angemeldet werde, könne man erwarten, dass es eine Anschubfinanzierung für die ersten Betriebsjahre bekomme und dass vielleicht auch andere Tarife für die Abrechnung der Leistungen erprobt werden könnten.

In Sachen medizinischer Betreuung kann sich Schröder vorstellen, dass die Patienten in Wadern von der chirurgischen Abteilung aus Merzig und der Inneren Medizin aus Völklingen betreut werden. „Damit würden in Wadern keine Chefarztgehälter und weniger Verwaltungskosten anfallen“, schreibt Bernd Schröder. Viele Leistungen sollten von den Ärzten im MVZ und anderen niedergelassenen Ärzten in der Region erbracht werden. Damit wären die ersten Jahre schon einmal gesichert, und bei gutem Zuspruch könne sehr rasch eine Erweiterung angegangen werden. „Beim Bau würden sie vernünftigerweise die Anschlüsse und Installationen für Strom, Wasser, Abwasser, Heizung, IT und weiteres schon so planen, dass eine Erweiterung ohne Verzug durchgeführt werden könne“, schreibt er.

„Wenn die Sonderkonditionen für den Start nach einer gewissen Frist auslaufen werden, wird die Waderner Klinik wieder genauso gefährdet sein wie alle kleinen Häuser“, fürchtet er. „Darum müssen wir uns unbedingt mit anderen Initiativen quer durch die Republik verbünden, um darauf hinzuwirken, dass die Krankenhausfinanzierung in Deutschland so gestaltet wird, dass auch kleine Häuser leben können.“ Ohne das werde man nach seinen Berechnungen in Wadern in vier bis fünf Jahren „einen vielversprechenden Klinikstart, dann drei Jahre Freude, zwei Jahre Talfahrt und schließlich wieder eine Schließung erleben.“

Darum müsse die Bürgerinitiative sich schon jetzt Gedanken machen, wie man ein Umdenken in der Bundespolitik zum Thema Krankenhausfinanzierung erreichen könnte, und sich nach Verbündeten in ganz Deutschland umschauen. Darüber werde man sprechen müssen, sobald es wieder möglich sei, Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen abzuhalten.