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Beim Neujahrsempfang in Lockweiler werden zwei Ehrenamtliche geehrt

Neujahrsempfang Lockweiler-Krettnich : Lockweiler und Krettnich blicken aufs Jahr 2019 zurück

Nicht nur die Mehrzweckhalle war lange Baustelle – saniert wurde auch die Ortsdurchfahrt. Über Monate haben die Anwohner nach den Worten von Ortsvorsteher Josef Serwe Dreck und auch viel Regen und Morast ertragen.

Mit Gelassenheit hätten sie das hingenommen, was nicht zu ändern gewesen sei. „Letztendlich waren sie aber froh, dass die Straße am Tag vor Heiligabend freigegeben wurde“, sagte er beim Neujahrsempfang. Gefordert waren laut Serwe nicht nur die Anwohner der Straße, an der gebaut wurde, sondern auch die Anlieger der Umfahrungsstrecke. Eine andere Möglichkeit habe es nicht gegeben. „Von daher hätte ich auf mehr Verständnis dieser Anwohner gehofft“, sagte er. Neben der Sanierung der Ortsdurchfahrt wurde nach Darstellung des Ortsvorstehers die Kanalsanierung in der Ringstraße abgeschlossen. Kostenvolumen: rund 500 000 Euro. Zudem sei die Straße nach Altland teilerneuert worden. Auf einer Länge von 1,2 Kilometer seien rund 230 000 Euro verbaut. „Der Einstieg in die Sanierung der Straße ist damit erfolgt, man wird sehen, wie und wann Gelder für die restliche Teilstrecke bereitgestellt werden“, sagte der Ortsvorsteher.

Serwe dankte zwei Mitbürgern für ihr ehrenamtliches Engagement innerhalb der Vereins- und Dorfarbeit, Kurt Maldener und Markus Kasper. Maldener war 1984 in den Männergesangverein eingetreten und singt seit über 35 Jahre im Chor. 1989 hatte er das Amt des zweiten Vorsitzenden übernommen, 1995 den Vorsitz. Über 24 Jahre engagierte er sich in dem Amt – bis zum März vergangenen Jahres. Für seine Verdienste hat er die höchste Ehrung des Saarländischen Chorverbandes, die Ehrennadel in Gold mit Onyx, erhalten.

Maldener hat laut Serwe mit ihm und Ortsvorsteher Leidinger gut zusammengearbeitet. „Wir schätzen deine Arbeit und Leistung für den Verein und unsere Dorfgemeinschaft und sagen hiermit recht herzlichen Dank“, sagte Serwe.

Gleiche Dankesworte richtete er an Markus Kasper, der 20 Jahre lang Schiedsmann im Doppelstadtteil war. „Du verfügst über die besondere Gabe, mit dem dir angeborenen gesunden Menschenverstand private Konflikte, Streitigkeiten und Beleidigungen bestens auflösen zu können. Dazu bist du die Ruhe in Person, kannst mit Geduld zuhören, verfügst über soziale Kompetenz, kannst dich unparteiisch verhalten und bist damit bestens imstande, Schlichtungen herbeizuführen.“

Beiden Ehrenamtlern überreichte Serwe einen Jahreskalender, den Naturfotograf Bernd Konrad gestaltet hat. Konrad aus Lockweiler-Krettnich hatte die Phase der Renovierungsarbeiten mit seiner Kamera begleitet und zeigte das Ergebnis auf der Leinwand.

Ein Thema für Ortsvorsteher Christian Leidinger war der Saar-Hunderttag, der sogenannten Geburtsstunde des Saargebietes. Die Leute aus dem Raum Wadern durften nach seinen Worten damals gar nicht mitfeiern, weil das Saargebiet gar nicht bis so weit nördlich reichte.

2019 war für Krettnich laut Leidinger ein ruhiges Jahr – ohne negative Ereignisse. „Für uns alle war es bis Weihnachten erholsam leise im Ort, durch den Wegfall des Lkw-Verkehrs, der ja umgeleitet wurde“, sagte Leidinger. Von daher sei es wünschenswert, dass die geplante Nordsaarlandstraße von der A1-Abfahrt Kastel nicht durch Primstal, Krettnich und Lockweiler, sondern über den Kasteler Berg führe. Zumindest müsse eine Beschilderung dieser Route für den Lkw-Verkehr möglich sein, wie es die vergangenen Monate bewiesen hätten.

Der letzte freie Bauplatz in Krettnich wurde laut Leidinger an eine einheimische Bauwillige verkauft. Sein Wunsch: in jedem Stadtteil zumindest eine kleine Anzahl von Baugrundstücken für einheimische Bauwillige vorzuhalten. Denn Baulücken im Privatbesitz stünden bis auf ein Grundstück nicht zum Verkauf an. Bei der Kommunalwahl habe man ihm und Serwe zum vierten Mal im Amt bestätigt. Die Umgestaltung des Kapellenplatzes stellte er in Aussicht. Die Renovierung im und um das Dorfgemeinschaftshaus, das vor 20 Jahren gebaut wurde, soll aus ortseigenen Mitteln finanziert werden. „Gedanken an meinen Vorgänger Helmut Schuster werden wach, auch wegen des 40-jährigen Bestehens des Dorffestes, dessen Resonanz ungebrochen hoch ist“, sagte Leidinger. Der Ort zähle schon über Jahre über 500 Einwohner, derzeit seien es 517.