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Wadrill
Beim Dämmerschoppen steht Jost am Rost

Der aktuelle Vorstand der SPD-Ortsgruppe Wadrill-Gehweiler-Wedern-Reidelbach mit Günther Großmann als Vorsitzendem (Mitte).
Der aktuelle Vorstand der SPD-Ortsgruppe Wadrill-Gehweiler-Wedern-Reidelbach mit Günther Großmann als Vorsitzendem (Mitte). FOTO: Erich Brücker
Wadrill. Diesen Samstag feiert die SPD Wadrill ihr 90-jähriges Bestehen. Das Jubiläum wird mit der ganzen Dorfgemeinschaft gefeiert.

65 Jahre nach der Gründung (1863) des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), mit dem die Sozialdemokratie begann und der Vorläufer der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) ist, wurde im Jahre 1928 in Wadrill eine Ortsgruppe der SPD gegründet. Demzufolge können die Genossen in diesem Jahr auf ihr 90-jähriges Bestehen zurückblicken. Diesen runden Geburtstag feiern sie im Kreise der Dorfbevölkerung an diesem Samstag, 14. April, ab 15 Uhr auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins unterhalb des Rasensportplatzes des FC Wadrill. Das Gelände und Gebäude des inzwischen aufgelösten Tennisclubs haben die Gartenbauer übernommen und richten es zu einem Dorfgarten als Stätte der Begegnungen und Kommunikation her.


Zu ihrem Geburtstagsfest haben sich die Genossen, die ihre Ortsgruppe im Laufe der Jahre um die Mitglieder aus den Orten Gehweiler, Wedern und Reidelbach erweitert haben und demnächst den Namen Wadrilltal tragen werden, weitere Gäste eingeladen. Umweltminister Reinhold Jost wird den Startschuss zu einer Wanderung „Rund um Wadrill“ geben, anschließend heißt es ab 17 Uhr „Jost am Rost“, wenn der Minister beim Dämmerschoppen mit Grußworten und Gratulationen die Schwenker und Würstchen brät und den Gästen serviert.

Der runde Geburtstag ist sicherlich Anlass genug, auf die Höhen und Tiefen des Parteilebens im Hochwaldort zurückzublicken. Mitbegründer der Ortsgruppe Wadrill waren Hans Schütz, der spätere Bürgermeister Nikolaus Marmitt, sowie die Bergleute Franz Brücker und Peter Schütz. Ab 1933 war die SPD verboten, in Wadrill erfolgte ihre erneute Gründung am 16. Mai 1946 als SPS. Mit Nikolaus Marmitt, Peter Probst, Johann Brücker und Michel Nickels errang die SPS vier von 12 Sitzen im ersten Gemeinderat nach dem Krieg. Drei Jahre später waren es schon sieben von 12 Mandaten. Man stellte mit Nikolaus Marmitt den Bürgermeister. Diesem folgte ab 1955 bis 1964 Matthias Seimetz.

Erst 20 Jahre später, die SPD hatte bis dahin wenig im Hochwaldort zu sagen, begann mit Josef Koch, der 1968 in die SPD eintrat und die Mitgliedsnummer 11 bekam, einen neuen Aufschwung. Koch wurde 1984 stellvertretender und von 1989 bis 2014 Ortsvorsteher. Der diplomierte Bauingenieur steht für großen Aufschwung im Hochwaldort mit Bau der lang ersehnten Wadrilltalhalle, Dorfverschönerungsmaßnahmen im Rahmen der Flurbereinigung, Baulanderschließungen und die Krönung zum Golddorf im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“. Koch erhielt etliche Auszeichnungen, unter anderem die Max-Braun-Medaille und nach seinem Ausscheiden die Ernennung zum Ehrenortsvorsteher durch die Stadt Wadern.

Seit 1994 hat die SPD die absolute Mehrheit im Ortsrat. Der langjährige stellvertretende Ortsvorsteher Joachim Brücker (von 1994 bis 2014) trat 2014 in die Fußstapfen von Koch, sein Stellvertreter ist Norbert Großmann. Im Jubiläumsjahr zählt der Ortsverein Wadrill, der 2011 um die Orte Wedern, Reidelbach und Gehweiler vergrößert wurde, 63 Mitglieder, ist damit zweitgrößte SPD-Ortsgliederung in der Stadt Wadern.



Josef Koch (rechts) ist schon 50 Jahre Parteimitglied, war 25 Jahre Ortsvorsteher und das Gesicht der Wadriller Sozialdemokraten im Hochwaldort.  Bürgermeister Jochen Kuttler ernannte ihn 2005 zum Ehrenortsvorsteher.
Josef Koch (rechts) ist schon 50 Jahre Parteimitglied, war 25 Jahre Ortsvorsteher und das Gesicht der Wadriller Sozialdemokraten im Hochwaldort.  Bürgermeister Jochen Kuttler ernannte ihn 2005 zum Ehrenortsvorsteher. FOTO: Erich Brücker