Bagger reißt marode Kita ein

Auf rund 1,65 Millionen Euro beläuft sich der Neubau der Kita in Lockweiler. Dieser Tage sind Bagger angerückt, um das marode Gebäude abzureißen – für die Verantwortlichen der Kirchengemeinde, der Stadt und der Kita ein Freudentag.

Regen sorgt nicht unbedingt für fröhliche Gesichter, im Gegenteil. Regen macht griesgrämig und löst zumeist bei vielen Menschen schlechte Laune aus. Nicht so an dem Tag, an dem die Bagger an der Kita Lockweiler anrollten. Dass das marode Gebäude endlich beseitigt wurde, erfreute Kindergartenleiterin Ruth Marmitt, Pastor Stefan Sänger, Architekt Siegbert Barth, Bürgermeister Jochen Kuttler, Pfarrverwaltungsratsmitglied Ulrich Schnur und auch Bauarbeiter der Firma Gihl. Sie alle machten eine gute Miene zu einem noch schöneren Schauspiel und sahen mit viel Freude einem Baggerfahrer auf einem großen gelben Bagger bei dessen Arbeit zu.
Gebäude entkernt



Der Baggerfahrer war dabei, mit den großen Baggerschaufeln den alten maroden Kindergarten im Waderner Doppelstadtteil abzureißen. Im Innern ist das Gebäude bereits entkernt, Teile des Daches schon herunter gerissen, alle Altlasten stapelten sich rundum als Trümmerhaufen zum Abtransport bereit, ebenso bereits abgerissene Teile von Mauern. "Petrus schickt uns seinen Segen, auf dass wir einen schönen neuen Kindergarten bauen können", freute sich Pastor Sänger.

"Endlich geht es los, und unsere beengten Zustände im Pfarrheim haben bald ein Ende für unsere Kinder", sagte die Kindergartenleiterin Marmitt zufrieden. Sie betonte, dass sich einige Schützlinge später gar nicht an den Kindergarten mehr erinnern könnten, denn sie hätten ihre Zeit nur im Provisorium Pfarrheim verbracht.
Froh über Baubeginn



Bürgermeister Kuttler äußerte sich dahin gehend, dass er üblicherweise kein Freund von Trümmerhaufen sei, in diesem besonderen Falle aber schon. Schnur vom Pfarrverwaltungsrat war äußerst froh, dass jetzt auch bald die im Pfarrheim beheimateten Vereine wieder ihre angestammten Räume im Pfarrheim beziehen dürfen, die sie seit Räumung des Kindergartens den Kids überlassen mussten. Auch Familienfeste und sonstige Festivitäten können dann wieder im Pfarrheim gefeiert werden, sofern denn der Pizzaofen nicht eingerostet ist. "Von meiner ersten Planung im Februar 2012 bis heute sind vier lange Jahre ins Land gegangen, eine unendliche Geschichte nimmt alsbald ein Ende", war auch Architekt Barth sichtlich zufrieden. Barth gab den Anwesenden einen kurzen Überblick über den Werdegang der Planungen und Arbeiten (siehe Info-Kasten).

Zunächst hatte er deutlich gemacht, dass ein Neubau trotz höherer Kosten gegenüber der zunächst ins Auge gefassten Renovierung des alten Gebäudes wirtschaftlich vertretbar sei. Alles sei nunmehr im Grünen Bereich. Für die Stadt Wadern fasste Bürgermeister Jochen Kuttler zusammen: "Es war ein harter Kampf bis die Bagger nunmehr angerollt sind. Aber schließlich ging es nur um ein optimales Ergebnis für die Kinder und Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Und das ist offensichtlich gelungen".

Dass die Stadt Wadern, nicht Bauherr, zuweilen ungerechtfertigt in der Kritik stand, müsse man wohl aushalten. Dennoch sei der Neubau des Kindergartens Lockweiler von großer Bedeutung für die Stadt, die in alle Schritte der Baumaßnahme eingebunden war, wenn gleich sie nur Geldgeber war. "Die Zusammenarbeit war exzellent. Unser Modell könnte Schule machen, denn es schafft Vertrauen und hilft Probleme ohne Umschweife und Verzögerungen aus dem Weg zu räumen", klärte der Verwaltungschef auf.
Fortschritte zu beobachten

Allgemein wurde an den Sommer 2014 erinnert, als der Blitz in das Gebäude eingeschlagen und es nicht mehr nutzbar gemacht hatte. Nach den damaligen Sommerferien erfolgte der Umzug des Kindergartens unter eingeschränkten Bedingungen in das Pfarrheim. Von dort aus können die Kinder den Baufortschritt tagtäglich mitverfolgen und begutachten, denn der Bauzaun wird so aufgestellt, versicherte der Architekt, dass die Kinder ihren Spielplatz weiter benutzen und die Bauphase auch im Unterricht begleiten können.

Zum Thema:

AUF EINEN BLICKDen endgültig letzten und besten Planungsvorschlag von Architekt Siegbert Barth hat der Bauherr, die Katholische Kirchengemeinde St. Michael Lockweiler, im Oktober 2012 bei der Unteren Bauaufsichtsbehörde (UBA) in Merzig eingereicht, die eine Genehmigung im Oktober 2013 erteilte.In der Folgezeit wurde an der Finanzierung gebastelt, die letztendlich im Oktober 2014 feststand. Zuschussgeber sind das Bistum Trier mit 505 000 Euro , das Innenministerium mit 465 000 Euro . Vom Landkreis kommen 326 000 Euro , derweil die Stadt Wadern 340 000 Euro beisteuert. Der Zuschuss der Katholischen Kita GmbH beträgt 10 000 Euro , der Förderverein beteiligt sich mit 4000 Euro . Mit dieser Auflistung sind die Kosten von 1,65 Millionen Euro für den Neubau gedeckelt. Dafür erhält die Kirchengemeinde ein schmuckes und schönes Kindergartengebäude mit 690 Quadratmeter Nutzflächen und mit allen erforderlichen Funktionsräumen. Spatenstich ist am 3. Mai, der Rohbau mit Dacheindeckung steht Ende Juli dieses Jahres und in einem Jahr ist er wohl bezugsfertig. Und dann wird wohl noch mehr Freude aufkommen als bei den Abrissarbeiten, hoffentlich bei sonnigem Wetter. eb