Aus für das Krankenhaus in Wadern

Schließung : Aus für das Krankenhaus in Wadern

Millionendefizite sind nach Trägerangaben der Auslöser für die drastische Maßnahme.

Die Hochwaldstadt Wadern verliert sein Krankenhaus. Es wird zum Jahresende dichtgemacht. Das hat der Träger, die im rheinland-pfälzischen Waldbreitbach ansässige Marienhaus-Holding, am Dienstag während einer Betriebsversammlung den rund 190 betroffenen Kollegen mitgeteilt. 120 davon sind nach Angaben aus dem Saarbrücker Gesundheitsministerium Vollzeitbeschäftigte. Grund für das Aus: Jährlich schreibe die Klinik in Wadern Verluste in Millionenhöhe. Die Mitarbeiter sollen demnach an anderen Standorten unterkommen. Der Waderner Standort gehört zum Klinik-Verbund Hochwald-Saar mit Losheim am See, Lebach und Hermeskeil/Kreis Trier-Saarburg. Erst vor einigen Wochen hatte das Marienkrankenhaus in St. Wendel, das ebenfalls zur Holding gehört, die Schließung zur Jahresmitte ihrer geriatrischen Klinik angekündigt. Dies sei ebenfalls Folge des Kostendrucks.

Nach SZ-Informationen soll in Wadern nun ein medizinisches Zentrum mit Altenpflege entstehen. In direkter Nachbarschaft des jetzt zu schließenden Krankenhauses befindet sich bereits im Klinikaltbau ein Seniorenzentrum.

Die Marienhaus-Unternehmensgruppe beabsichtigt nach Angaben von Saar-Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU), die beiden Fachabteilungen Allgemeine Chirurgie mit 30 und Innere Medizin mit 31 Planbetten sowie die Abteilung der Intensivmedizin mit acht Betten in Wadern schrittweise bis Ende des Jahres zu schließen. „Der Wegfall der Abteilungen kann Auswirkungen auf die Standorte in Losheim, Lebach und im angrenzenden Hermeskeil haben“, so Bachmann. „Die vollstationäre Versorgung ist aber auch bis zum neuen Krankenhausplan sichergestellt“, sichert die Gesundheitsministerin zu. Der ärztliche Bereitschaftsdienst vor Ort soll sichergesellt werden.

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