Auf den Spuren unserer Urahnen

Heft 22 der neuen Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde Wadern ist jetzt erschienen und beschreibt unter anderem den römischen Gutshof villa rustica in Oberlöstern und das Wegenetz des mächtigen Imperiums.

Wie sah das gigantische Wegenetz aus, auf dem sich die Römer durch ihr Imperium bewegten, und wie lebte die romanisierte Bevölkerung in der Hochwaldregion? Antworten auf diese Fragen findet man in den neuen Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde Wadern. Heft 22 ist jetzt erschienen.

Im Zentrum der neuen Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde Wadern stehen zwei Beiträge, die sich mit der antiken Geschichte des heutigen Waderner Stadtgebiets und seines weiteren Umlands beschäftigen. Zum einen handelt es sich um die verschriftlichte Form des Vortrags, den Ayla Lang Anfang dieses Jahres in Wadern über die villa rustica, den römischen Gutshof, in Oberlöstern gehalten hat.

Damit führt sie die Tradition der Veröffentlichung von Untersuchungsergebnissen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unter der Leitung von Sabine Hornung fort. Ayla Lang gelingt es, das Bild eines ausgesprochen großen Gutshofs nachzuzeichnen, dessen Besitzer wahrscheinlich durch den Verkauf des im Steinbruch gewonnenen Materials zu Wohlstand gelangt waren.

Um Absatzmärkte für das im Oberlösterner Steinbruch gewonnene Material zu erreichen, waren Straßen von grundlegender Bedeutung. Mit diesen befasst sich der Beitrag von Simone Martini, Leiterin der Volkshochschule Saarburg. In ihrem umfangreichen Aufsatz geht die Autorin zunächst auf die Bedeutung und den Aufbau von Römerstraßen ein, die zum Teil erstaunliche Kontinuität aufweisen, indem des Öfteren moderne Verkehrswege von heute auf den antiken Trassen errichtet wurden.

Dort, wo das nicht der Fall ist, sind die Führungen der antiken Verkehrswege für das geübte Auge häufig noch in freiem Gelände oder in Wäldern zu erkennen. Dies gilt auch für den südlichen Hochwaldraum, den Simone Martini nach einer für das allgemeine Verständnis bedeutsamen Beschreibung der Straßen im Trevererraum und im heutigen Saargebiet näher beleuchtet und zu beeindruckenden Ergebnissen gelangt.

Abschließend bietet Vorstandsmitglied Christoph Kaub noch einige Ergänzungen zu seinem in Heft 19 erschienenen, viel beachteten Beitrag zur Waderner Tuchfabrik.

Mit weiteren Themen rund um die gallo-römische Siedlungskammer Oberlöstern, wie dem Steinbruch oder dem Gräberfeld befassen sich die Hefte 16 und 20 der Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde Wadern.

Die Hefte sind zum Preis von jeweils 5 Euro bei der Bücherhütte Wadern, im Haco-Einkaufszentrum und im Rathaus erhältlich.

Zum Thema:

Die villa rustica Seit 2011 untersuchen Wissenschaftler des Bereichs Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie des Instituts für Altertumswissenschaften die villa rustica Oberlöstern und ihre Umgebung.