Auf den Spuren Josef Wagners

Wadern. Josef Wagner, dessen der ehemalige SZ-Redakteur Dieter Gräbner in seinem im Conte-Verlag erschienenen Buch beschreibt, kommt 1897 in Lockweiler zur Welt. Er ist eines von vierzehn Kindern. Zehn seiner Geschwister sterben früh, seine Mutter verliert er mit elf. Das Leben ist von Armut geprägt. Landwirtschaft und Bergbau sind die Haupterwerbszweige. Wagner wird Bergmann

 Autor Dieter Gräbner Foto: SZ
Autor Dieter Gräbner Foto: SZ

Wadern. Josef Wagner, dessen der ehemalige SZ-Redakteur Dieter Gräbner in seinem im Conte-Verlag erschienenen Buch beschreibt, kommt 1897 in Lockweiler zur Welt. Er ist eines von vierzehn Kindern. Zehn seiner Geschwister sterben früh, seine Mutter verliert er mit elf. Das Leben ist von Armut geprägt. Landwirtschaft und Bergbau sind die Haupterwerbszweige. Wagner wird Bergmann. Das Stahlbad des ersten Weltkriegs überlebt er: Nun muss sich etwas verändern. Wagner tritt 1919 der Gewerkschaft bei, 1924 der KPD. Er übernimmt Parteifunktionen. Als Hitler an die Macht kommt, ist er in Berlin auf der Parteischule. Aus Lockweiler, damals im Deutschen Reich, flüchtet Wagner nach Schmelz ins Saargebiet. Von dort leitet er den Widerstand gegen die Nazis in der Region an. Nach der "Saarabstimmung" 1935 bezieht er Position im französischen Forbach, organisiert von dort die Untergrundarbeit. Nach dem deutschen Überfall auf Frankreich wird Wagner interniert und dann ausgeliefert. Der Volksgerichtshof in Berlin verurteilt ihn zum Tod. 1943 wird er in Plötzensee mit dem Fallbeil ermordet. Der Journalist Dieter Gräbner hat sich auf die Spurensuche nach dem Widerstandskämpfer gemacht. Er recherchierte im Saarland, in Lothringen, im Bundesarchiv in Koblenz, in Berlin. Gräbner konnte die umfangreichen Unterlagen des Historikers Luitwin Bies (gestorben 2009) auswerten. Er besuchte Wagners Tochter, die in Gaillac bei Toulouse lebt. Gräbner erzählt nicht nur vom Leben eines mutigen Mannes, sondern auch über Geschichte und Hintergrund von Widerstand und Exil in der Saarregion und Frankreich. Der Autor Dieter Gräbner, Jahrgang 1939, arbeitete als Reporter und Redakteur für Zeitungen und Magazine. Von 1992 bis 2004 war er Ressortchef der Saarbrücker Zeitung, für die er auch heute noch als Serienautor tätig ist. Als Ghostwriter schreibt er Beiträge für Politiker, Manager und internationale Künstler und entwickelt PR-Strategien für Institutionen. Als Buchautor beschäftigt er sich vor allem mit zeitgeschichtlichen Themen. 2002 und 2003 wurde er mit dem Lokaljournalistenpreis der Konrad Adenauer Stiftung ausgezeichnet. Der Eintritt zu der Lesung ist frei. red