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Wadern
Vielfalt: Aktionswoche in Wadern gegen Ausgrenzung

Mit einem Anzug samt Brille, die Alter simulieren, probierten Gäste aus, wie beschwerlich Treppen steigen, bücken oder heben sein kann.
Mit einem Anzug samt Brille, die Alter simulieren, probierten Gäste aus, wie beschwerlich Treppen steigen, bücken oder heben sein kann. FOTO: Erich Brücker
Wadern. Die Wanderausstellung „Vielfalt (er)leben“ ist noch bis Anfang September an verschiedenen Orten der Stadt wie der Sparkasse zu sehen.

Noch bis zum kommenden Samstag, 1. September, findet unter dem Motto „Vielfalt (er)leben“ eine Wanderausstellung in Wadern statt (SZ hat berichtet). Initiiert wurde diese abwechslungsreiche Aktionswoche von einem Arbeitskreis, bestehend aus dem Familienzentrum Hochwald, Vertretern des Café Courage, des Bündnisses für Interkulturelles Miteinander, der Tafel/Caritas und der Stadt Wadern.


Ziel ist es, sich mit der Ausstellung und der Themenwoche für ein Miteinander in unserer Gesellschaft und gegen Ausgrenzung einzusetzen und auseinanderzusetzen. Das sicherlich wichtige Thema Vielfalt hat einen ordentlichen Platz in unserer Gesellschaft verdient. So verdeutlicht die eindrucksvolle Wanderausstellung unterschiedliche Themen wie Kinder und Jugendliche, Männer und Frauen, Leben mit Behinderungen, Leben im Alter, soziale Benachteiligungen und Migration. Zu sehen ist die Ausstellung in der Sparkasse Wadern, im Haco-Center und in den Schaufenstern der Geschäfte Schirra-Reisen, Opticland Die Brille, Eiscafé Siega sowie Tischlerei Lauer sind von verschiedenen Künstlern unterschiedliche Lebenssituationen ausgestellt.

In einer Feierstunde in den Räumen der Sparkasse Wadern wurde die Ausstellung offiziell eröffnet. „Inklusion ist ein bedeutendes Thema für unsere Gesellschaft und unser gemeinschaftliches Zusammenleben, denn jeder Mensch sollte in seiner Individualität von der Gesellschaft akzeptiert werden“, begrüßte Sparkassendirektor Wolfgang Fritz die Gäste. Mit Unterstützungsmaßnahmen durch das Familienzentrum Hochwald, AWO oder Jugendhilfe St. Maria werde für Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund die Teilhabe am gesellschaftlichen Miteinander gefördert. „Unser Leitsatz der Sparkasse ‚MZG – Menschen Zukunft Geben‘ zeigt auch unsere Verantwortung als Arbeitgeber und Partner in der Region zur Förderung des gemeinschaftlichen Zusammenlebens ohne unterschiedliche Behandlung der Menschen“, betonte der Sparkassendirektor, der froh darüber war, dass seine Bank  dieses Projekt mitbegleiten durfe. Er wünschte dem Projekt viele aufmerksame Zuschauer und Betrachter, denn so könne man gemeinsam einen Beitrag zu einer erfolgreichen Inklusion leisten.



Sabine Schneider vom Familienzentrum Hochwald klärte darüber auf, warum gerade das Thema Vielfalt für diese Ausstellung gewählt worden war. „Die Integration von Menschen anderer Herkunftsländer und Religionen ist doch das gesellschaftspolitische vordringlichste Thema der jüngsten Zeit“. Diese Ausstellung umfasst aber noch einiges mehr, nämlich Ausgrenzung und Diskriminierung, welche Menschen erfahren aufgrund ihres Geschlechtes, einer Behinderung oder ihres Alters, aufgrund von Armut oder ihrer sexuellen Orientierung. Ausgrenzung erfahren Menschen aber auch bereits schon wegen ihres Aussehens, ihres Körpergewichtes oder ihrer Unsportlichkeit. „Jeder einzelne von uns kann sich für Vielfalt und gegen Diskriminierung tagtäglich einsetzen, zudem aufgrund seiner beruflichen oder ehrenamtlichen Position aktiv an der Gestaltung unserer Gesellschaft mitwirken“, sagte Schneider. Denn abgesehen von den Gesetzmäßigkeiten der Natur werden Regeln, Strukturen und Rahmenbedingungen unseres Lebens von Menschen gemacht, also können sie auch von Menschen geändert werden.

Sie dankte allen Partnern wie Sparkasse, Haco und auch Stadt, die sich selbstverständlich bereit erklärt hatten, Mithilfe zu leisten, damit diese Ausstellung an die Öffentlichkeit gebracht werden konnte. Ein besonderes Lob hatte sie für die ehrenamtlich aktiven Mitgestalter im Arbeitskreis übrig, auch für Cellist Sebastian Walter, der den Abend musikalisch mitgestaltet hatte.

Bürgermeister Jochen Kuttler fand die Ausstellung, die viele Arten von Beeinträchtigungen darstellt, sehr wichtig, denn damit werden brisante Themen an die Öffentlichkeit gebracht. „Wenn alle lernen, Verständnis zu haben für andere, dann hat die Ausstellung Sinn gemacht“, betonte der Verwaltungschef.

„Bunt wie wir, bunt wie ihr“, das Motto des Einkaufszentrums passe wegen seiner Vielfältigkeit im Hinblick auf rund 240 Mitarbeiter, ein reichhaltiges Sortiment sowie rund 3000 Kunden täglich zur Idee der Ausstellung, fand Susanne Birtel, Mitgeschäftsführerin vom Haco-Einkaufszentrum. Ihr Haus bemühe sich, mit etlichen unterschiedlichen Aktionen Treffpunkt für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu sein.

Viel zu tun gab es für das Team der aktiven Mitstreiter im Arbeitskreis. Links im Bild: Initiatorin Simone Schneider vom Familienzentrum Hochwald.
Viel zu tun gab es für das Team der aktiven Mitstreiter im Arbeitskreis. Links im Bild: Initiatorin Simone Schneider vom Familienzentrum Hochwald. FOTO: Erich Brücker