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1,25 Millionen Euro für die Waderner Halle

1,25 Millionen Euro für die Waderner Halle

Weil die Deckenverkleidung sich von der Unterkonstruktion gelöst hat, ist die Herbert-Klein-Halle seit August dieses Jahres gesperrt. Detaillierte Pläne für die Sanierung liegen vor. Ein wichtige Finanzspritze kommt vom Land.

In der Hallendecke gibt es viele schadhafte Stellen.

Das Innenministerium unterstützt die Stadt Wadern bei der Sanierung der Herbert-Klein-Halle mit insgesamt 1,25 Millionen Euro . Dies teilte die Stadtverwaltung jetzt mit. Die Herbert-Klein-Halle in Wadern ist seit August 2015 gesperrt, weil die Deckenverkleidung sich von der Unterkonstruktion gelöst hat. Detaillierte Pläne zur Sanierung liegen vor. Doch die Finanzierung der Maßnahme kostet eine Menge Geld . Unterstützung kommt nun vom Land.

Der Schuh drückt. Und zwar gewaltig. "Die Herbert-Klein-Halle ist die Halle im nördlichen Saarland. Da kann man nicht einfach sagen: ‚Machen wir mal 'ne Zeit lang zu und sehen, wie's weiter geht'", sagt Bürgermeister Jochen Kuttler. Für ihn gab es nie einen Zweifel daran, dass die Stadthalle Wadern , der "Dreh- und Angelpunkt des kulturellen Lebens in der Stadt", möglichst rasch wieder zugänglich sein muss.

Doch alle Argumente nützen nichts, wenn schlicht und ergreifend das Geld fehlt. Um die Deckenverkleidung zu erneuern und schadhafte Stellen im Dach auszubessern - sowie für weitere notwendige Sanierungsarbeiten in der Halle -, muss die Stadt Wadern tief in die Tasche greifen. Mit rund 750 000 Euro schlagen die Reparatur- und Sanierungsmaßnahmen hier zu Buche. Wobei die Stadt einen Schritt weitergehen will. Jochen Kuttler: "Schaut man sich Summen an, die wir jedes Jahr für die Heizkosten der Halle ausgeben müssen, wird einem fast schwindlig." Rund 40 000 Euro kostete allein die vergangene Heizsaison. "Und das war noch ein recht milder Winter", gibt Bauamtsleiter Franz-Josef Regert zu bedenken. Eine genaue Analyse der Sachlage ergab, dass eine Strahlplattenheizung die Kosten für die Wärmeversorgung um rund 30 Prozent verringern könnte. "Doch auch die kostet eine Menge Geld ", weiß der Bürgermeister, aber: "Klar ist natürlich auch, dass der Moment für den Einbau einer solchen modernen Deckenheizung jetzt sein muss. Man kann ja schließlich keinem Menschen erklären, dass man eine neue Deckenverkleidung in ein paar Jahren wieder aufreißt, um eine moderne Strahlplattenheizung einzubauen. Also haben wir die Kosten berechnen lassen."

Dieses Teilprojekt kostet richtig Geld . Die Stadt geht aktuell von Gesamtkosten in Höhe von mehr als 880 000 Euro aus. Um sich die Größenordnungen einmal vor Augen zu führen: Im gesamten Haushalt der Stadt Wadern ist für das Jahr 2015 eine Investitionssumme von rund 640 000 Euro veranschlagt - wohlgemerkt für alle Stadteile und alle Vorhaben. Jochen Kuttler: "Uns war klar, dass wir das nicht aus eigener Kraft würden stemmen können. Und da ich nicht viel davon halte, um den heißen Brei herumzureden, haben wir direkt den Kontakt mit dem Innenminister gesucht und die Lage genauso geschildert, wie sie aussieht." Dass solche Verhandlungen nicht innerhalb von wenigen Tagen zu Ergebnissen führen können, dafür bittet Bauamtsleiter Franz-Josef Regert um Verständnis: "Natürlich wissen wir auch, dass die Vereine in der Bredouille sind, dass die Schulen auf der Matte stehen, um die Halle wieder nutzen zu können."

Neben den finanziellen Schwierigkeiten ist auch die Zeitschiene für die Verantwortlichen ein Problem. Weder gibt es Strahlplattenheizungen in dieser Dimension von der Stange noch eine Deckenverkleidung, die in wenigen Wochen lieferfertig wäre. "Wir haben in den letzten Wochen intensiv an zwei Fronten gearbeitet", erklärt Franz-Josef Regert. "Zum einen hat der Bürgermeister intensive Gespräche mit dem Innenministerium geführt, zum anderen haben wir alle notwendigen Maßnahmen exakt beziffern und technisch prüfen lassen.

"Mich freut es ganz besonders, dass der Innenminister ein offenes Ohr für unser Anliegen hatte", gibt sich Jochen Kuttler zufrieden. Das Land wird sich über eine Bedarfszuweisung von 1,25 Millionen Euro an der Sanierung der Herbert-Klein-Halle beteiligten, womit die Finanzierung der Deckenverkleidung samt Unterkonstruktion natürlich sichergestellt sei, so Bauamtsleiter Regert. Darüber hinaus will Bürgermeister Jochen Kuttler an seinem Masterplan zur weiteren Sanierung der Halle festhalten: "Unser Zehn-Jahres-Projekt, das der Stadtrat mit dem Doppelhaushalt 2015/2016 auf den Weg gebracht hat, wird weitergeführt. Das heißt, wir investieren bis 2024 jährlich 50 000 Euro in Einzelmaßnahmen in der Halle, das Land legt die Hälfte des Betrages noch einmal auf diese Summe drauf." "Das ist schon ein außergewöhnliches Zeichen der Anerkennung für die Stadt Wadern ", freut sich der Verwaltungschef.

Nachdem der zuständige Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung der Vergabe der einzelnen Gewerke zugestimmt hat, ist die Stadtverwaltung optimistisch, dass die Herbert-Klein-Halle im März 2016 wieder vollumfänglich genutzt werden kann.