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VHS Merzig-Wadern bietet Treffen am Telefon zu Alltags-Themen

Angebot in Zeiten von Corona : VHS startet Wissens-Treffs am Telefon

Weil wegen der Corona-Einschränkungen derzeit keine regulären Kurse stattfinden können, setzt die Volkshochschule auf Telefon-Beratung.

Die Corona-Krise bringt unseren Alltag in jeder Hinsicht durcheinander. Viele Institutionen sind für den Publikumsverkehr geschlossen – auch die Volkshochschule (VHS) Merzig-Wadern. „Wir sind dabei, ein alternatives Kursprogramm aufzubauen, um auch in dieser schwierigen Zeit für die Menschen da zu sein“, berichtet VHS-Geschäftsführerin Ulrike Heidenreich. Eines dieser Angebote seien telefonische Treffen, die unter dem Motto „Wissen für den Alltag“ stehen.

„Diese Kurse hatten wir bereits vor der Corona-Krise als Präsenzkurse angeboten“, sagt Heidenreich. Es handelt sich nach ihren Worten um kostenlose Angebote in Kooperation mit dem saarländischen Bildungsministerium zu Themen wie Alltagsmathematik, Digitalkompetenzen oder den Umgang mit Finanzen. Da die Kurstermine laut VHS nicht aufeinander aufbauen, sei es unerheblich, wann einzelne Teilnehmer einsteigen.

Viele der Angebote aus der Serie „Wissen für den Alltag“ bietet die VHS im Zuge der Corona-Krise nun telefonisch an. „Dieses für viele Menschen wichtige Angebot wollen wir auch weiterhin aufrechterhalten – nur eben über andere Kanäle und mit anderen Werkzeugen“, sagt Heidenreich. Kursleiter Ronny Lauer geht es darum, „Themen aufzugreifen, die sich im klassischen Angebot der Erwachsenenbildung nur selten finden“. Lauer betont: „Aus meiner langjährigen Erfahrung als Dozent weiß ich, dass auf den ersten Blick vielleicht als unerheblich erscheinende Themen wie Tipps zum besseren Klarkommen mit Geld oder den alltagsgerechten Umgang mit dem Computer von vielen Menschen gerne aufgenommen werden – auch und gerade in dieser für uns alle schwierigen Zeit.“

Aber auch das zwischenmenschliche Miteinander soll bei dem Angebot nicht zu kurz kommen. „Die Telefon-Treffen sind ausdrücklich auch dazu da, um an einem regelmäßigen Austausch teilzunehmen und auf diese Weise aktiv etwas gegen Vereinsamung und für menschliches Miteinander in Zeiten von Kontaktsperren und Ausgangsbeschränkungen zu tun“, sagt Lauer. „Mit den Teilnehmern aus den Präsenzkursen haben wir den telefonischen Austausch bereits gestartet. Das klappt super und alle sind froh, dass sich die Gruppe auf diese Weise weiterhin austauschen kann. Neue Teilnehmer sind herzlich willkommen.“ Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren wegen der Corona-Pandemie führen für viele Menschen dazu, dass sie Freunde und Familienmitglieder buchstäblich „nicht mehr zu Gesicht bekommen“. Das muss aber nicht sein. Smartphones, Tablets und Computer bieten einfache Möglichkeiten, auch über das Telefonieren hinaus in persönlichem Kontakt zu bleiben. „Es ist schon etwas anderes, sich zu sehen oder über Chat in einem engen, ständigen Austausch zu sein“, weiß Lauer. „Viele scheuen sich aber, die Möglichkeiten der modernen Kommunikation wie Messengerdienste oder Videotelefonie zu nutzen – und das aus ganz verschiedenen, nachvollziehbaren Gründen.“ Eine telefonische Beratung soll den Teilnehmern die Angst vor der Nutzung dieser Möglichkeiten nehmen und zeigen, wie einfach und praktisch die zumeist kostenlosen Werkzeuge seien. Der Austausch innerhalb der Teilnehmergruppe findet seit vergangener Woche immer donnerstags ab 13.30 Uhr statt.

Um die Probleme des Alltags, die die Corona-Pandemie verstärkt oder erst mit sich bringt, geht es ab dem 14. April immer dienstags und freitags von 9 Uhr bis 11.15 Uhr. Lauer gibt Tipps und Tricks, um die Teilnehmer zu motivieren, auch in der Krise ihren Alltag zu meistern. „Das Angebot ist speziell auch gedacht für Personen, die sich einsam und sozial isoliert fühlen und gerne mit anderen Menschen in Kontakt treten möchten“, sagt der Kursleiter.

Finanzielle Notlagen sind jeden Donnerstag von 15 bis 16.30 Uhr das Thema. Hier kann besprochen werden, wie man umsichtig mit Geld umgeht und die eigenen Finanzen in den Griff bekommen kann. „Dazu gehört, sich einen Überblick über die eigenen Ausgaben zu verschaffen und Einsparmöglichkeiten zu erkennen und zu nutzen, zum Beispiel bei Strom, Gas, Telefon oder Handy“, sagt Lauer. Die Beratung findet seit dem 9. April immer donnerstags ab 15 Uhr telefonisch statt. Es gibt dann laut VHS Antworten auf Fragen wie: Was sind Fixkosten? Wo fließt mein Geld jeden Monat hin? Wieso bleibt am Monatsende so wenig oder kein Geld übrig? Finanzielle Hilfen in Corona-Zeiten werden ebenfalls thematisiert.