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Wort zum Alltag
Urlaub: wertvoll für Körper und Seele

Sie ist wieder ganz nah: die schönste Zeit des Jahres – die Urlaubszeit. Warum bloß müssen Menschen Koffer packen und hunderte oder tausende Kilometer weit fahren oder fliegen, um sich zu erholen? red

Wir müssen fort, um zu uns zu kommen? Eigentlich eine Paradoxie. Warum brauchen wir eigentlich Urlaub? Wir könnten uns doch zu Hause entspannen, an jedem Feierabend und am Wochenende. Ferien bedeuten vor allem Urlaub für den Kopf.


Urlauber lassen sich verwöhnen und folgen ihrer Lust und Laune. Manche treiben Freizeitsport, andere faulenzen am Strand. Die Arbeit ist weit weg und mit ihr auch die immensen kognitiven Anforderungen, die viele am Arbeitsplatz erfüllen, vom Multitasking bis zur Höchstleistung unter Termindruck.

Kein Zweifel: Im Urlaub steigt das Wohlbefinden bei den meisten Menschen – körperliche Beschwerden lassen nach, Bluthochdruck schwindet, die Herzfrequenz sinkt, Herzinfarkte werden seltener, der Schlaf wird besser, die Laune steigt.



Doch schon vor dem Urlaub macht sich Frohsinn breit. Ist diese Vorfreude die eigentliche Freude?

Für viele ist es wirklich so: Die Vorfreude, das Zählen der Tage bis der Urlaub beginnt, ist verbunden mit dem positiven Gefühl, auf ein bestimmtes Ziel hinzuarbeiten: den Jahresurlaub. Und dann der letzte Arbeitstag vor dem Urlaub, ebenfalls ein aufregender Tag: Nach getaner Arbeit verbreitet sich das wundervolle Gefühl vollkommener Freiheit: frei sein vom Termindruck, frei sein vom Klingeln des Weckers, frei sein vom Alltagsstress…die Seele baumeln lassen. Auch wenn Urlaub nur eine relativ kurze Zeitspanne ist, bleibt diese freie Zeit wertvoll für Körper, Seele und Wohlbefinden, um einerseits den eigenen Akku wieder aufzutanken und andererseits um sich danach gestärkt dem Alltag mit all seinen Facetten neu stellen zu können.

Kerstin Leonhard, Gemeindepraktikantin in der Pfarreiengemeinschaft Wadern