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Uns schickt der Himmel Gemeinschaft erleben und Gutes tun Einfach da anpacken, wo es nötig ist

Die Welt in 72 Stunden etwas besser machen, das ist die Grundidee der 72-Stunden-Aktion der katholischen Jugendarbeit. Nach dem Riesen-Erfolg im Jahr 2004 gibt es die 72-Stunden-Aktion vom 7. bis 10. Mai im Bistum Trier zum zweiten Mal

Die Welt in 72 Stunden etwas besser machen, das ist die Grundidee der 72-Stunden-Aktion der katholischen Jugendarbeit. Nach dem Riesen-Erfolg im Jahr 2004 gibt es die 72-Stunden-Aktion vom 7. bis 10. Mai im Bistum Trier zum zweiten Mal. Auch junge Leute aus dem Kreis Merzig-Wadern sind dabei und wollen sich in 72 Stunden für soziale, interkulturelle, ökologische und politische Projekte einsetzen. Ihr Motto: "Uns schickt der Himmel``". Waren es 2004 im Kreis noch zwei Aktionsgruppen, so sind es diesmal gleich acht. Rund 200 junge Leute von Perl bis Nunkirchen warten derzeit ungeduldig auf den 7. Mai. Dann, genau um 17.07 Uhr, erfahren die Jugendlichen für welches Projekt sie sich über drei Tage einsetzen werden. Denn das gehört zum Prinzip der 72-Stunden-Aktion: die Gruppen sollen von ihrer Aufgabe überrascht werden. Jeder soll gleichen Chancen haben und die gestellte Aufgabe ohne große Vorbereitung im Vorfeld lösen. Im Koordinierungskreis Merzig-Wadern haben die begleitenden Erwachsenen die Projekte vorbereitet, mit Zivil- und Kirchengemeinden oder anderen öffentlichen Trägern die Bedingungen abgesprochen und Projekte "geschnitzt``", die auch an die Möglichkeiten der Aktionsgruppen orientiert sein sollen. Da derzeit noch alles geheim ist, kann Thorsten Hoffman vom Koordinierungskreis nichts verraten. Aber eine typische Aufgabe könnte so aussehen: Da ist vor Ort ein Spielplatz ziemlich marode, zugewachsen, die Geräte defekt. Die Aufgabe für die Aktionsgruppe könnte hier lauten: Renoviert den Spielplatz. Erneuert den Sandkasten, schneidet die Hecken zurück . . . Und dann: Organisiert zur Einweihung ein Kinderfest. Und das alles in 72 Stunden, ohne Vorbereitung. Aus dem Stand. Denn am Sonntag, 10. Mai, um 17.07 Uhr fällt die Klappe, dann muss alles fertig sein. Klar, dass man dann vor Ort Hilfe braucht. Deshalb haben sich einige Gruppen schon Sponsoren gesichert, die etwa mit Lebensmitteln für die Arbeitsphase helfen oder mit vielleicht gebrauchten Materialien. Ansonsten heißt es: planen und schnell organisieren. Wenn's drauf ankommt auch mit Hilfe der Medien, der Saarbrücker Zeitung, wenn's vom Redaktionstermin her klappt, oder mit Hilfe des SR, der in seinem Programm auf die 72-Stunden-Aktion eingeht. Und dann gibt's auch noch das Internet, auch dort wollen die Gruppen Hilferufe loswerden und vor allem auch ihre Arbeit dokumentieren. Natürlich geht es bei der Aktion um mehr als Arbeiten. Die jungen Leute, die mitmachen erzählen es selbst: Ganz oben steht die Gemeinschaft, die man erleben will. Und dazu gehört auch das Miteinander-Feiern und auch gemeinsam darüber sprechen, warum man sich engagiert. red Die Idee Katholische Jugendgruppen realisieren in 72 Stunden ein soziales, interkulturelles, ökologisches oder politisches Projekt und zeigen so Engagement, Kreativität und Einfallsreichtum. Vom Computerkurs im Altenheim übers neue Spielmobil bis hin zum umgestalteten Dorfplatz - in 72 Stunden sind ganz unterschiedliche Projekte umsetzbar.Die Uhr tickt 7. Mai, 17.07 Uhr. Der Startschuss fällt. Ab jetzt haben die Gruppen 72 Stunden Zeit, in ihrer Gemeinde oder Stadt eine Aufgabe zu lösen. In den Südwest-Diözesen bleibt bis zur letzten Minute geheim, welche Aufgabe auf die Gruppen zukommt. In Nordrhein-Westfalen haben die Gruppen zusätzlich die Möglichkeit, sich selber ein Projekt auszusuchen, das sie bei der 72-Stunden-Aktion umsetzen wollen. Aber welche Variante die Gruppen auch wählen, für alle gilt: Es gibt kein "Wenn und Aber", alle gehen mit vollem Einsatz zur Sache. Für die Gruppen heißt das kreativ sein, improvisieren und immer wieder Hilfe suchen. Denn für große Aufgaben braucht es viele Hände. Die Erfahrung der vergangenen Aktionen zeigt: Freundinnen und Freunde, Verwandte und Bekannte, Fachleute, Firmen und anderen Einrichtungen vor Ort packen gern mit an.Helfen macht Spaß Die Jugendgruppen packen da an, wo Hilfe schon lange notwendig gewesen wäre. Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement helfen sie dort, wo es sonst niemand tut, wo das Geld fehlt oder die Bereitschaft, anderen unter die Arme zu greifen. Sie kümmern sich um Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen: Obdachlose, Flüchtlinge, Menschen im Altersheim oder psychisch Kranke. Und sie helfen mit, ihre direkte Umgebung freundlicher zu gestalten, indem sie ein Waldstück von Müll befreien, eine Kapelle renovieren oder im Kindergarten um die Ecke neue Spielgeräte bauen. Mit ihrem Tun füllen die Jugendlichen das Aktions-Motto "Uns schickt der Himmel" mit Leben. Denn sie zeigen: Wer für andere vom Himmel geschickt sein will, muss kein Engel sein, sondern einfach da anpacken, wo es nötig ist.Arbeiten und feiern Die Aktion besteht aus drei Elementen: Arbeit, Spiritualität und Feiern. Damit ist klar: Neben allem Rackern und Schwitzen für Menschen, die oft vergessen werden, soll das gemeinsame Feiern nicht zu kurz kommen. Die Aufgaben lassen Zeit für einen festlichen Abschluss und Dankgottesdienst. Dazu sind alle eingeladen, die aktiv als Unterstützerinnen und Unterstützer oder als Beobachterinnen und Beobachter an einem Projekt beteiligt waren. Außerdem ist natürlich auch die interessierte Öffentlichkeit herzlich willkommen. Jugendliche zeigen: Helfen macht Spaß, wenn viele mit anpacken.Kontakt: Der Koordinierungskreis der 72-Stunden-Aktion für den Kreis Merzig-Wadern ist erreichbar über Thorsten Hoffmann, Telefon (06872) 923 013, E-Mail: thorsten.hoffmann@bistum-trier.de, oder Isabel Eckfelder, Telefon (06865) 180953, E-Mail: aussenstellejugend.mettlach@bistum-trier.de.Noch mehr Infos im Internetwww.72-stunden.deFlorian Breuer aus Losheim hat bereits bei der 72-Stunden-Aktion 2004 mitgemacht. Damals haben "die Losheimer" ein "Fest für Afrika" organisiert. "Der Saalbau war da richtig gut gefüllt", berichtet der 20-Jährige, der sich auf die neue Aktion freut. Vielleicht gibt's wieder die Möglichkeit, mit dem Megaphon durch den Ort zu fahren und die Leute zusammen zu rufen oder gleich eine ganze afrikanische Trommel-Combo zu organisieren. Vorallem die erlebte Gemeinschaft hat ihnen und den anderen aus der damaligen Gruppe viel Spaß gemacht. Und solche Gemeinschaft wollen sie auch diesmal erleben. Und natürlich was Gutes tun. Johannes Jacoby aus Perl reizt an der 72-Stunden-Aktion die Herausforderung "dass alles so kurzfristig ist und wir deshalb sehr gut zusammen arbeiten müssen". Er würde "gerne was draußen bauen" vielleicht "eine Brücke oder einen Spielplatz?" Denn schließlich seien sie ja Pfadfinder.Dominik Jäckel und Robin Hein wollen bei der Aktion Gemeinschaft erleben und "in kurzer Zeit was auf die Beine stellen". Sie würden gerne den Spielplatz in Michelbach renovieren, denn dessen Zustand ärgert sie schon längere Zeit. Lena Hiry aus Nunkirchen würde gerne einen Sportnachmittag für Kinder organisieren "oder was anderes für Kinder machen". So wie die anderen freut sie sich auf das Erlebnis der Gemeinschaft. In Nunkirchen mit dabei ist dann auch die 19-jährige Sarah Kreuder, die bei der Aktion auch gerne mit Jugendlichen was unternehmen will, "die sonst nicht immer kommen". Sie würde halt gerne was draußen machen "auch wenn's regnet!" Katja Mohr aus Perl ist eine der Erwachsenen, die vor Ort die Aktionsgruppen begleitet. Die Pfadfinderin freut sich darauf, dass sie "ohne wegzufahren" direkt in Perl was machen können. Damit die Gemeinschaft richtig zusammen wachsen kann, wollen die Pfadfinder für die Aktionszeit auch zusammen wohnen.



Zahlen200 Aktionsgruppen im Bistum Trier mit rund 5000 Jugendlichen leisten rund 360 000 Stunden ehrenamtlich Arbeitsstunden. Im Kreis Merzig-Wadern sind es acht Aktionsgruppen mit rund 200 jungen Leuten.Auf einen Blick Die Aktionsgruppen im Koordinierungskreis Merzig-Wadern, die ab Donnerstag ihre 72-Stunden-Projekten realisieren:Katholische Jugend Orscholz,Katholische Jugend Wadern,Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg Perl,Jugendclub Michelbach,Firmgruppe Britten,Katholische Jugend Nunkirtchen,Krypta Losheim,Firmgruppe Waldhölzbach. red