„Geschichte der Seuchen in der Region“ - Teil 3 Als Trinkwasser riskanter war als Bier

St. Wendel · Das Coronavirus hat das Leben vieler Menschen auf den Kopf gestellt. Doch Seuchen gehören schon seit grauer Vorzeit zur Geschichte der Menschen. In unserer neuen Serie werfen wir einen Blick auf die Geschichte der Seuchen, speziell in unserer Region.

 Da im Mittelalter verschmutzes Wasser ein Problem darstellte, griffen viele Menschen auf andere Getränke zurück, um ihren Durst zu löschen. Ganz vorne mit dabei: das Bier.

Da im Mittelalter verschmutzes Wasser ein Problem darstellte, griffen viele Menschen auf andere Getränke zurück, um ihren Durst zu löschen. Ganz vorne mit dabei: das Bier.

Foto: dpa/Roland Weihrauch

Eine weitere Aufzeichnung, die von der Pest im frühen Mittelalter berichtet, sich allerdings auf Italien bezieht und erst im achten Jahrhundert entstand, ist in der „Historia gentis Langobardorum“ des Paulus Diaconus zu finden. Allerdings sind die Quellen, die dem Autor für das sechste Jahrhundert zur Verfügung standen, heute nicht mehr bekannt. Diaconus erwähnt insgesamt vier Ausbrüche der Pest, davon den ersten für Ligurien im Jahr 565. Ausdrücklich beschreibt er, wie massiv die Auswirkungen auch auf dem Land gewesen seien. Die Dörfer waren demnach verlassen und weiter heißt es bei ihm: „Es flohen die Kinder und ließen die Leichen ihrer Eltern unbestattet zurück; pflichtvergessene Eltern ließen ihr eigen Fleisch und Blut in Fieberqualen liegen.“ Es gab „mehr Leichen, als das Auge erfassen konnte. Weideflächen waren zu Friedhöfen geworden.“ Ein „urzeitliches Schweigen“ habe über den verödeten Landstrichen geherrscht.