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Stromleitung von Wadern nach Selbach wird jetzt modernisiert

Kostenpflichtiger Inhalt: Neue Leitung : 13 Millionen Euro für neue Stromautobahn

Für die Energiewende sind leistungsstarke Hochspannungs-Stromtrassen unabdingbar. Die Leitung von Wadern nach Selbach wird jetzt modernisiert.

Landauf, landab prägen Hochspannungsfreileitungen das Bild in unserer Region und weit darüber hinaus. Unterschiedliche Trassen kreuzen insbesondere das Umspannwerk in Dagstuhl.

Diese Trassen sorgen für die Stromzufuhr in der Region zu mehreren Umspannanlagen. Diese wiederum versorgen die Haushalte, Unternehmen und Betriebe im näheren Umkreis mit Strom. Umgekehrt wird aber auch regional erzeugter Strom aus regenerativen Energien, wie zum Beispiel aus dem Windpark Primstal, über die 110-Kilovolt-Leitung in das Netz eingespeist. Die langfristige Erhaltung der Leitungsverbindung Dagstuhl – Selbach ist daher für die regionale Stromversorgung unerlässlich.

Diese bestehende Leitung hat eine Länge von über zwölf Kilometer, wurde bereits im Jahre 1956 errichtet, führt an Lockweiler vorbei bis Primstal mit etwas Abstand parallel zur Prims entlang, überquert bei der Sombach-Mühle die Autobahn A 1 und führt bis zur Nahequelle nach Selbach parallel zur L 134. Sie tangiert also Ländereien der Stadt Wadern sowie die Gemeinden Nonnweiler, Tholey und Nohfelden. „Aufgrund ihres Alters von über 60 Jahren muss die alte Leitung jetzt ersetzt werden“, begrüßten Roman Fixemer, Geschäftsführer der VSE-Verteilnetz GmbH, und Dr. Gabriel Clemens, Vorstand des VSE AG, anlässlich eines symbolischen Spatenstichs Ende Februar die interessierten Bürgermeister der die Leitung tangierenden Kommunen.

Die über 60 Jahre alte Hochspannungsfreileitung (Symboldbild) von Dagstuhl nach Selbach muss komplett neu errichtet werden. Foto: eb

Für die Stadt Wadern war Rathauschef Jochen Kuttler anwesend, die Bürgermeister Franz Josef Barth für die Gemeinde Nonnweiler und Andreas Veit für die Gemeinde Nohfelden sowie der Gemeinde-Beigeordnete Wolfgang Recktenwald für Tholey. „Dadurch wird auch langfristig die ausreichende und kontinuierliche Stromversorgung für die Region sichergestellt. Darüber hinaus wird die Leitung zukünftig den stetig wachsenden Anteil an Strom aus erneuerbaren Energien der Region aufnehmen und weitertransportieren“, ergänzten beide VSEler und informierten die Verwaltungschefs über die vorgesehene Maßnahme.

Der Verlauf der bestehenden Freileitung wird beim Ersatzneubau beibehalten, wobei die alte Leitung vollständig zurückgebaut wird. Beim Austausch von alter und neuer Freileitung im bestehenden Verlauf werden zusätzliche Zerschneidungen des Landschaftsraumes vermieden, da ein vorhandener Trassenraum in Anspruch genommen wird. Dessen natürliche Nutzung und Entwicklung ist bereits an die bestehende und damit auch an die geplante Freileitung angepasst. Die Anzahl der insgesamt 65 Masten wird um etwa 20 Prozent reduziert, abschnittsweise werden die Stahlgittermasten, die eine Höhe von 25 bis 42 Meter je nach örtlicher Gegebenheit haben, mit einer Traversenebene als auch mit zwei Traversenebenen verwendet. „Hierdurch wird der Topographie und den vorhandenen Schutzstreifen Rechnung getragen und durch den schmaleren Masttyp mit zwei Ebenen können zusätzliche Eingriffe in die Landschaft und Waldbestände minimiert werden“, betonte Clemens, derweil sein  VSE-Kollege Fixemer noch einige Details der Baumaßnahmen bei der Errichtung der Maste und das Aufziehen der Kabel erklärte.

Die Nachfrage, ob Erdkabel, immerhin sind diese Stand der Technik, statt Freileitung nicht besser gewesen wäre, wurde mit drei- bis vierfach höheren Kosten begründet. Auch wären größere und umfangreichere Erd- und Waldrodungsarbeiten sowie Ersatzmaßnahmen angefallen. „Nach den Vorgaben des Energiewirtschaftsgesetzes soll die Stromversorgung nicht nur sicher, verbraucherfreundlich, effizient und umweltverträglich, sondern auch möglichst preisgünstig sein“, nannte Fixemer den Grund.

Eine gesetzliche Verpflichtung für Erdkabel gibt es nicht. Die Maßnahme als Freileitung wurde im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens durch das Oberbergamt entscheiden. Die Kosten der gesamten Baumaßnahme belaufen sich dennoch auf etwa 13 Millionen Euro. Baubeginn ist noch für März geplant. Die Bauzeit beträgt zwölf bis 18 Monate. Es wurde versichert, dass die Stromversorgung in der Region während der Bauzeit sichergestellt ist.