Stress wegen Stadtpark-Neugestaltung: Stress wegen Stadtpark-Neugestaltung

Stress wegen Stadtpark-Neugestaltung : Stress wegen Stadtpark-Neugestaltung

In der jüngsten Sitzung des Stadtrates Merzig wurden die Planungen für das Saarpark-Projekt vorgestellt.

Die geplante Umgestaltung des Stadtparks im Rahmen des Projektes Saarpark (siehe Infokasten) sorgt für Diskussionen in der Merziger Politik. In der jüngsten Sitzung des Stadtrates stellten die beiden mit den Planungen für das Saarpark-Projekt beauftragten Ingenieurbüros Dutt & Kist aus Saarbrücken  (Sport- und Freizeitpark/Yachthafen) und Ernst & Partner aus Trier  (Stadtpark) ihre Entwürfe für die beiden Areale vor.

Dabei zeigte sich zum einen, dass die Planungen hinsichtlich des Sprt- und Freizeitparks noch nicht so weit fortgeschritten sind wie im Falle des Stadtparks, hier konnten die Planer von Dutt & Kist eher grundlegende Ideen präsentieren. Demnach wird sich die Umgestaltung des Sport- und Freizeitparks über voraussichtlich sieben Bauabschnitte erstrecken, die Gesamtkosten wurden auf etwa 5,75 Millionen Euro zuzüglich Steuern beziffert.

Deutlich konkreter waren schon die Vorstellungen, die das Trierer Planungsbüro Ernts & Partner hinsichtlich des Stadtparks präsentierte. Dieser soll für rund 1,2 Millionen Euro umgestaltet werden, dazu kämen noch einmal etwa 350 000 Euro für einen Pavillon am Eingangsbereich, der als eine Art Zugangsportal dienen soll. Ein eigenes Beleuchtungskonzept mit speziellen Effekten soll die Atmosphäre im Park positiv verändern. Den Stadtpark soll nach den Vorstellungen der Planer künftig ein rund 3,50 Meter breiter, asphaltierter Weg durchschneiden. Dieser Weg müsse nach den Ausführungen der Platten deswegen so befetsigt sein, damit er von Transporter-Fahrzeugen befahren werden kann, die für mögliche Veranstaltungen im Stadtpark Material anliefern. Zusätzlich soll es einen mit Betonplatten angelegten Fahrradweg geben. Der Baumbestand im Park soll im Zuge der Umgestaltung ausgelichtet werden, insgesamt ist daran gedacht, etwa zwei Dutzend Bäume zu entfernen. Dabei solles sich, wie von Seiten der Verwaltung zu hören war, überwiegend um Bäume handeln, die sich in einem angegriffenen Zustand befänden im Zuge der Verkehrssicherung ohnehin über kurz oder lang entfernt werden müssten.

Insbesondere die beiden letzten Punkte stießen bei einigen Mitgliedern im Rat auf Ablehnung, bei anderen sorgten sie für Stirnrunzeln. Heftiger Widerstand kam vom Fraktionsbündnis aus Grünen und Freien Wählern, die sich sowohl gegen die geplanten befestigten Wege als auch gegen die Baumfällungen aussprachen. „Unser Stadtpark ist ein Ort der Ruhe, weder eine asphaltierte Straße noch ein Radweg haben hier etwas zu suchen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der beiden Fraktionsmitglieder Klaus Borger (Grüne) und Bernhard Morbe (Freie Wähler).

Zwar sei eine „kostengünstige und schonende Aufhübschung des Stadtparkes mit seinem Umfeld und eine optimale Pflege der Grünanlagen“ zu begrüßen. Doch die vorgesehene Baumfällung ähnele aus Sicht der Bündnisvertreter eher einem Kahlschlag und ist aus Sicht der Bündnisvertreter ein zu massiver Eingriff in das natürlcihe Antlitz des Parks. An diesem Samstag, 1. Juli, will die Bündnisfraktion im Rahmen einer öffentlichen Begehung des Parks die Bürgerschaft über die vorgesehenen Änderungen und ihren Widerstand dagegen informieren. Treffpunkt hierzu ist um 14 Uhr an der Stadthalle.

„Was wir  nicht unterstützen sind sinnfreie und kostspielige Maßnahmen, um den Stadtpark als ‚Eventmeile’ zu entwickeln“, erklärte Grünen-Sprecher Klaus Borger. Er kritisierte zudem, dass es weder seitens der Stadt noch seitens der Planer Angaben über die zu erwartenden Folgekosten der Stadtpark-Umgestaltung gebe. Durch die geplante aufwendige Beleuchtung würden nach Überzeugung von Borger zusätzliche Kosten für die Stadt entstehen, die dauerhaft anfallen und nicht durch Zuschüsse von anderen Stellen gedeckt würden.