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Wort zum Alltag
Sich auf die Liebe besinnen

Valentinstag und Aschermittwoch fallen heute zusammen. „Eine widersprüchliche Kombination“, dachte ich erst. Doch ich habe meine Meinung geändert.

Valentin war ein Geistlicher, der im fünften Jahrhundert Liebespaare getraut haben soll, denen das Heiraten verwehrt wurde. Er stand also im Dienst der Liebe, und er brachte zusammen, was zusammengehört. Am Aschermittwoch fängt nach dem närrischen Treiben die Zeit der Umkehr und Besinnung auf Gott an. Für viele beginnt mit diesem Tag auch eine Zeit des Fastens und der Erinnerung an die Leiden, die Jesus Christus bereit war, auf sich zu nehmen aus Liebe zu Gott und den Menschen. Eintreten für die Liebe und Zusammenbringen, was zusammengehört, das haben Valentinstag und Aschermittwoch gemeinsam.


Für das innere Gleichgewicht braucht man Tage wie den Aschermittwoch, Tage wie eine rote Ampel, an denen man mal stehen bleibt, anderen den Vorrang gibt und auch Gelegenheit hat, um sich kurz zu orientieren. Der Aschermittwoch sagt: Halt! Nimm dir mal Zeit, dich auf die Grundlagen deines Lebens zu besinnen. Gib mal wieder anderen den Vorrang im Namen der Liebe und sieh zu, dass du mit dem zusammenkommst, was dein Leben zusammenhält und rund macht.

Für mich als einen Menschen, der an Gott glaubt, ist die Grundlage meines Lebens und das, was mein Leben rund und sinnvoll macht, Gott. Aber ich denke, auch für Menschen, die nicht religiös sind, ist der Aschermittwoch ein wichtiger Tag. Sich auf die Liebe zu besinnen und über die Basis des eigenen Lebens nachzudenken, das tut doch jedem gut.



Andrea Zarpentin, Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Mettlach-Perl