1. Saarland
  2. Merzig-Wadern

Seit Montag dürfen Autohändler im Grünen Kreis wieder verkaufen.

Kostenpflichtiger Inhalt: Umfrage bei Autohäusern im Kreis Merzig-Wadern : Jetzt geht’s mit Probefahren einfacher

„Es läuft wieder“, sagen Autohändler im Grünen Kreis. Seit Montag haben sie wieder ihre Verkaufsräume geöffnet – nach dem Lockdown.

Strikte Trennung, Abstand halten, Handschuhe spucksicheres Plexiglas, und, und, und – mit diesen Auflagen wollen Autohäuser im Kreis ihre Mitarbeiter und ihre Kunden vor einer Infektion schützen. Seit Montag haben die Autohändler wieder ihre Türen aufgesperrt – nach rund vier Wochen Corona-Lockdown. „Es läuft wieder“, kommentiert Jenny Enzweiler vom gleichnamigen Autohaus Enzweiler in der Provinzialstraße in Brotdorf den Start. „Und wir können wieder Kunden persönlich beraten“, sagt sie. Rund einen Monat lang war der Kontakt zwischen Autoverkäufern und Kunden gekappt. Wenn was lief, dann nur via Internet. Jetzt kann Timo Wagner Interessenten persönlich begrüßen. „Jetzt geht wieder los“, sagt er.

Wer hingegen seinem Wagen ein Problem hatte, konnte sich vertrauensvoll in den vergangenen vier Wochen an das Team in den Werkstätten wenden – ein Angebot, das ausgiebig genutzt worden war, wie Leiter von Werkstätten im Grünen Kreis bestätigen. Auch nach der Lockerung der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie lassen die Automechaniker die Finger rund gehen, wie ein Blick in die Werkstätte des Brotdorfer Unternehmens und die des Autohauses Müller in Losheim zeigt. „Mit der Öffnung der Autohäuser kommen auch mehr Anfragen über das Netz“, sagt Joachim Müller, Geschäftsführer von Auto Müller. „Auch werden mehr Angebote online angeklickt“, verrät er. Sich mit einem Wagen nur übers Internet anzufreunden, sei schwierig. „Man muss einen Wagen spüren, riechen – und Probefahren“ – Möglichkeiten, die jetzt wieder verstärkt wahrgenommen würden. Online sei hilfreich, sich einen Überblick über ein Auto zu verschaffen.

Joachim Müller, Geschäftsführer Autohauses Müller Foto: Ruppenthal
Verkaufsleiter Timo Wagner vom Autohaus Enzweiler Foto: Ruppenthal

„Ich glaube, die Leute haben jetzt andere Gedanken als den Kauf eines Autos“, sagt Hans Jürgen Zeller vom gleichnamigen Autohaus in Beckingen. Dass sich das auch wieder ändere, dessen ist er sich sicher. Doch jetzt gelte es, alles zu tun, damit die gastronomischen Betriebe überleben. „Sie haben seit Wochen keine Möglichkeit, Geld zu verdienen. Und nach der Coronakrise würde ich gerne in meinem Lieblingsrestaurant essen gehen“, sagt Zeller. Nach seiner Ansicht müsse alles getan werden, dieser Branche zu helfen. Der Fiskus könne zur Unterstützung von Unternehmen das Geld nur einmal ausgeben. Und die staatliche Unterstützung gebührt nach seiner Ansicht ganz klar den Gastronomen. Er erinnert an die Abwrackprämie, mit der die Bundesregierung 2009 versucht hatte, die stark rückläufigen Pkw-Käufe anzukurbeln. Wie nach der Wirtschaftskrise 2008/2009 müsse ein Konjunkturpaket geschnürt werden, das den Gastronomen helfe, den Lockdown zu überstehen.