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Kommentar
Schafft Picobello ab!

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Damit kein falsches Bild entsteht: Es ist sehr löblich, wenn freiwillige Helfer aus Vereinen, Betrieben, Schulen, Kitas, Parteien und Ortsräten ihr Lebensumfeld von dem Dreck befreien, den andere Menschen dort hinterlassen haben. Deshalb berichtet unsere Redaktion gerne über diese Säuberungsaktionen, die stets Anfang März am landesweiten Aktionswochenende „Saarland Picobello“ stattfinden.

Doch so begrüßenswert dieses ehrenamtliche Engagement ist, so sehr ist es vergebliche Liebesmüh’ und meist nur von kurzer Dauer. Es sind Fälle bekannt, in denen ein Container-Standort am Picobello-Tag von allerlei Unrat befreit worden ist – und noch am Abend des gleichen Tages wieder dessen erneute Vermüllung zu begutachten war – was für eine Verhöhnung der ehrenamtlichen „Reinigungskräfte“. Uns allen kann und darf es nicht weiter egal sein, wenn solcher Schindluder mit der Umwelt getrieben wird.


Darum muss man sich fragen, ob diese kollektive Frühjahrsputz-Aktion noch Sinn ergibt. Mit der dadurch angestrebten Bewusstseinsbildung scheint es, wie die fortwährende illegale Entsorgung belegt, nicht weit her zu sein. Und es gibt eine fatale Botschaft, die „Picobello“ an alle Umweltfrevler übermittelt: „Schmeißt euren Dreck nur ruhig weiter in die Natur – wir räumen ihn dann für euch weg.“ Nein, das geht so nicht. Wir müssen versuchen, uns dem Treiben dieser Menschen entgegenzustellen, mit allen technischen und juristischen Mitteln, die heute möglich sind. Wer seinen Müll einfach so in die Umgebung schmeißt, ist nichts anderes als ein Dreckschwein – dafür gibt es keinen anderen Ausdruck. Und die haben keine Schonung verdient.