Arbeitslosenzahlen: Saisonalbedingt mehr Arbeitslose

Arbeitslosenzahlen : Saisonalbedingt mehr Arbeitslose

Die Arbeitslosigkeit ist nach Mitteilung des Arbeitsamtes im Juli saisonal leicht gestiegen. Die Behörde registrierte mehr offene Stellen als vor einem Jahr.

() Im Juli waren im Kreis Merzig-Wadern 2518 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, 58 mehr als im Juni und 556 weniger als vor einem Jahr (minus 18,1 Prozent). Die Zahl aller Arbeitsuchenden im Kreis ist laut Mitteilung der Agentur für Arbeit von gestern um 60 auf 4745 gesunken. Dazu gehören neben den Arbeitslosen auch Personen, die kurzzeitig erkrankt sind, Personen, die mehr als geringfügig beschäftigt sind  sowie Beschäftigte oder Selbständige, die eine andere Arbeit suchen. Die Arbeitslosenquote betrug im Juli 4,6 Prozent, das waren 1,1 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr.

Jeden Monat gibt es auf dem Arbeitsmarkt Bewegung: Einerseits meldeten sich in den letzten vier Wochen 222 Frauen und Männer nach einer Erwerbstätigkeit arbeitslos, 20 weniger als im Vorjahresmonat. Andererseits haben 199 Personen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beendet. Das waren 15 mehr als im Juni (plus 8,2 Prozent), jedoch sechs weniger als im Juli des Vorjahres (minus 2,9 Prozent).

Die aktuelle Spitze bei den Arbeitslosenzahlen kommt nicht überraschend. Jürgen Haßdenteufel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Saarland, erkennt darin den saisonüblichen Effekt. „Einerseits ist der 30. Juni klassisches Befristungsdatum für Arbeitsverträge. Daher melden sich jährlich im Juli verstärkt Menschen nach einer Beschäftigung arbeitslos. Andererseits suchen viele gerade ausgebildete junge Fachkräfte einen neuen Arbeitgeber. Manche konnten nach der Ausbildung nicht von ihren Betrieben übernommen werden, andere suchen nach einer schulischen Ausbildung nun ihre erste Stelle“, erklärt Haßdenteufel. Eine gute Ausbildung schützt vor Arbeitslosigkeit und daher ist der Agenturchef zuversichtlich, dass diese jungen Menschen rasch einen neuen Arbeitsplatz und damit zugleich ihren Platz im Berufsleben finden werden: „Angesichts einer ausgezeichneten Beschäftigungslage bieten sich diesen jungen Fachkräften vielfältige Möglichkeiten. Auch die Studierneigung ist nach wie vor hoch, so dürften zahlreiche Ausbildungsabsolventen weiterführende Schulen besuchen oder ein Studium beginnen.“

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen in Juli um 50 auf 963 gestiegen und lag um acht über dem Vorjahreswert (plus 0,8 Prozent). Im aktuellen Monat waren 548 Männer arbeitslos, 18 mehr als im Juni. Bei den Frauen ist die Arbeitslosigkeit um 32 auf 415 gestiegen. Bei den Jüngeren unter 25 Jahren waren 162 Personen gemeldet, 46 mehr als im Vormonat und zehn mehr als vor einem Jahr. In der Altersgruppe 50plus waren 392 Menschen arbeitslos, 25 weniger als im Juni. Beim Vergleich des Arbeitslosenbestandes mit dem Vorjahresmonat ist zu beachten, dass Menschen, die zeitgleich Arbeitslosengeld von der Agentur und des Jobcenters beziehen, seit Beginn dieses Jahres ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung gezählt und nicht mehr im Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Kreises ist im Juli um acht auf 1555 Personen gestiegen, das waren 564 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr (minus 26,6 Prozent). 707 der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen waren bereits ein Jahr und länger arbeitslos. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit um 14,2 Prozent festzustellen. Im Juli waren 362 Ausländer arbeitslos gemeldet, 48,9 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Unterbeschäftigung lag im Bereich der Arbeitslosenversicherung im Juli bei 1177 Personen. Das waren 30 mehr als vor einem Jahr. Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitsuchende lag die Unterbeschäftigung im Juli bei 2623 Personen (minus 327 zum Vorjahr). In die Unterbeschäftigung werden neben den registrierten Arbeitslosen auch die Personen einbezogen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht als Arbeitslose gezählt werden.

Mehr von Saarbrücker Zeitung