Rechtsstreit endet mit Vergleich

Bietzen/Saarbrücken. Schulleiterin Kölbel hatte auf juristischem Wege eine Unterlassungs-Verfügung gegen die Mutter, die in Bietzen lebt, angestrengt. Die Frau sollte nicht weiter äußern dürfen, dass die Schulleiterin auf einem Schulausflug im Beisein der Kinder Alkohol zu sich genommen habe

Bietzen/Saarbrücken. Schulleiterin Kölbel hatte auf juristischem Wege eine Unterlassungs-Verfügung gegen die Mutter, die in Bietzen lebt, angestrengt. Die Frau sollte nicht weiter äußern dürfen, dass die Schulleiterin auf einem Schulausflug im Beisein der Kinder Alkohol zu sich genommen habe. Außerdem sollte ihr untersagt werden, weiter die Aussage zu verbreiten, dass an der Forscherschule ein Kind über längere Zeit allein in einem Schulraum mit der Leiterin eingesperrt worden sei.Im Protokoll des Verfahrens am Landgericht wird zu den Geschehnissen während des Schulausfluges zu einem Imker von beiden Seiten erklärt, dass es hier zu "Miss-Verständnissen" und "Miss-Interpretationen" gekommen sei. "Beide Parteien bedauern, dass dies die Schule negativ in die öffentliche Diskussion gebracht hat." Zu dem Vorwurf, dass in der Forscherschule Kinder allein eingesperrt worden seien, macht das Verfahrens-Protokoll keine Aussage. Vielmehr gibt es darin eine Erklärung der beklagten Mutter, in der diese betont, dass sie kein Interesse daran habe, der Schule zu schaden. Sie habe die Lehrkräfte an der Forscherschule sehr geschätzt, aber für ihr Kind entschieden, dass es auf eine andere Grundschule wechseln soll. Die Abmeldung des Kindes von der Forscherschule habe laut dieser Erklärung nicht mit den Lehrkräften oder der Person der Schulleiterin zu tun. Beide Seiten verpflichten sich im Rahmen des geschlossenen Vergleichs "zu wechselseitigem Wohlverhalten, insbesondere auch im Interesse der Kinder und der Schule". Sekten-Vorwurf entkräftet Entkräftet werden konnten auch Gerüchte über eine vermeintliche Nähe der Forscherschule zur Scientology-Sekte. Der Beauftragte für Sektenfragen des Bistums Trier, Matthias Neff, hat das pädagogische Konzept und den Internet-Auftritt der Forscherschule auf deren Bitten hin begutachtet und hat dort, wie er gegenüber der SZ erklärte, "nichts gefunden, was auf eine Nähe zur Scientology-Ideologie hindeutet". Er habe der Schule geraten, eine vom Bistum entwickelte Erklärung zu unterschreiben und sichtbar auszuhängen, in der sich die Schule von jeglichem Gedankengut der Sekte distanziert. Dies hat die Schule nach eigener Auskunft auch getan. Neff: "Das öffentliche Abrücken von der Scientology-Ideologie durch Unterschreiben dieser Erklärung gilt innerhalb der Sekte als Verbrechen." Neff erläuterte, dass die Sekte durchaus eine exakt beschriebene Lernmethode entwickelt habe. Diese werde auch an bestimmten Schulen in Europa praktiziert. Dass aber, wie von der Forscherschule postuliert, Elemente der Montessori-Pädagogik in den Unterricht einfließen sollen, "ist für Scientology undenkbar".Schulleiterin Kölbel hat gegenüber der SZ nochmals nachdrücklich jede Nähe zu Scientology zurückgewiesen: "Wir haben niemals irgend etwas mit Scientology zu tun gehabt, wir wenden die Prinzipien dieser Sekte nicht an und glauben auch nicht an diese Quasi-Religion." Es gebe auf der Internetseite der Schule und in keiner ihrer Publikationen irgendeinen Hinweis oder Link zu irgendwelchen Scientology-Organisationen.

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