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Zander
Raubfisch soll im Kampf gegen Räuber helfen

 Peter Schönfließ von der Pachtgemeinschaft Merzig mit seinen Kollegen beim Umsetzen der Fische an der Saar bei Merzig.
Peter Schönfließ von der Pachtgemeinschaft Merzig mit seinen Kollegen beim Umsetzen der Fische an der Saar bei Merzig. FOTO: Ruppenthal
Merzig-Wadern. Rund 8000 Euro kostet die saarländischen Angler eine Besatzaktion an den fünf verschiedenen Standorten, darunter in Merzig und Beckingen.

Der Fischereiverband Saar hat sich einen neuen Verbündeten im Kampf gegen die lästigen Schwarzmundgrundeln angelacht. Diese invasive Fischart ist über die Flüsse Osteuropa vom Kaspischen Meer her zugewandert und hat inzwischen viele  mitteleuropäische Gewässer regelrecht verseucht. Aufgrund ihrer explosionsartigen Vermehrung – Schwarzmundgrundeln laichen im Jahr  bis zu fünf Mal ab – sind sie inzwischen zu einer ernsten Bedrohung der heimischen Fischwelt geworden, denn die gefräßigen  Zuwanderer ernähren bevorzugt  von Fischlaich. Der Zander soll nun  die Ausbreitung der Schwarzmundgrundeln stoppen. Dieser  Raubfisch, auch Sander, Schill, Hechtbarsch, Zahnmaul oder Fogasch genannt, gehört zur Familie der  Barsche. Die mittlere Länge beträgt 40 bis 50 Zentimeter, er kann aber bis zu 1,30 Meter lang und bis zu 19 Kilo schwer werden. Dabei wird er  bis zu 20 Jahre alt.


Der Zander erhält gegenüber dem Hecht zunehmende Bedeutung als Raubfisch, weil er problemlos in den  von Menschen gestalteten Flusssystemen ablaichen kann und sich zudem dank seiner ausgeprägten Sehfähigkeit auch in trüben Gewässern und in relativer Dunkelheit bestens behaupten kann. Zudem verfügt der Zander gegenüber dem Barsch über ein deutlich besseres Gehör. Durch seine Vorliebe für kleine Fische, bedingt durch  das relativ kleine Maul, ist der Zander der ideale  Jäger für die Schwarzmundgrundeln, die inzwischen in  großen Mengen auch in der Saar vorkommen und hier schon zu einer wahren Plage geworden sind. Da der schnell wachsende Räuber zudem als hoch geschätzter Speisefisch gilt, ist er bei den Anglern ebenfalls besonders gerne gesehen.

Fast 3000 Exemplare, einjährig und bis an zehn Zentimeter groß, wurden jetzt vom Fischereiverband in der Saar ausgesetzt. Neben den vereinigten Angelfreunden Saarlouis-Ensdorf wurden dabei auch die übrigen vier Saarpächter, der ASV Saarbrücken, die AGV Völklingen, der ASV Beckingen und die Pachtgemeinschaft Merzig aktiv. Koordiniert wurde die Zanderbesatzaktion durch Bernd Hoen, den stellvertretenden Präsidenten des Fischereierbandes Saar, der sich besonders über die hervorragende Qualität der vom bayerischen Fischzüchter Peter Gerstner aus Obervolkach freute. Rund 8000 Euro kostet die saarländischen Angler diese Besatzaktion an den fünf verschiedenen Standorten. Zwei Drittel dieser Kosten bestreitet der Fischereiverband Saar aus der Fischereiabgabe, das restliche Drittel teilen sich die Saarpächter. „Gut investiertes Geld“, ist sich Bernd Hoen sicher, der sich gute Erfolge in der Bekämpfung der Schwarzmundgrundeln durch den Zander verspricht. Nicht zuletzt deshalb soll im nächsten Jahr eine weitere größere Besatzaktion erfolgen.