„Restabfall zieht Ratten magisch an“ Ratten und Container-Chaos: So steht es um Losheims Probleme

Losheim · Die seit einiger Zeit vermüllten Containerstandplätze in Losheim sollen Geschichte sein. Wir haben bei den Verantwortlichen nachgefragt.

Sich neben den Conatinern stapelende Kartonagen: So sah es Mitte Dezember 2023 an den Altpapier-Containern in der Quellenstraße in Bachem aus.

Sich neben den Conatinern stapelende Kartonagen: So sah es Mitte Dezember 2023 an den Altpapier-Containern in der Quellenstraße in Bachem aus.

Foto: Gemeinde Losheim am See

Überquellende Container, verschmutzte Standplätze, Essensreste und Ratten – der Anblick von Altpapier-Container ist selten erfreulich, aber so krass wie in der Gemeinde Losheim in den vergangenen Wochen zuging, das ist eher ungewöhnlich. Das Thema beschäftigte unlängst auch den Losheimer Gemeinderat. Wie konnte es dazu kommen? Die SZ hat nachgefragt.

Wer ist für saubere Containerplätze verantwortlich?

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) und die Gemeinde Losheim am See sehen eine klare Mitschuld dafür bei einem: dem Bürger. Ein anderer Grund könnte, wie unsere Recherchen ergeben, beim vom Entsorgungsverband beauftragten Unternehmen liegen.

Ein Blick zurück in den Dezember 2023: Ab dann begannen die Container überzuquellen. Die Gemeinde Losheim am See bestätigt auf SZ-Anfrage, dass es von Anfang Dezember 2023 bis Mitte Januar 2024 „Probleme bei der Leerung der Container für Papier und Pappe“ gegeben hat. Konkret sah das so aus: Überfüllte, nicht geleerte Container und vor allem Müll, inklusive Essenreste vor und um die Behälter. Das wiederum hat Ratten angezogen. Ein nicht unbekanntes Problem in der Gemeinde. Aber worin liegt der Grund für die drastische Verschlechterung in dem besagten Zeitraum? Und wer ist eigentlich für saubere Containerplätze verantwortlich?

Widerspruch bei der Zuständigkeit

Auch am Losheimer Globus quollen die Conatiner über.

Auch am Losheimer Globus quollen die Conatiner über.

Foto: Gemeinde Losheim am See

Hier gibt es offensichtlich unterschiedliche Standpunkte. Die Gemeinde teilt mit, dass der Verwaltungsfachbereich „Umwelt und Gemeindeentwicklung“ den Ursprung des Problems darin sieht, dass ein auch für andere Gemeinden (zum Beispiel Heusweiler, Illingen, Spiesen-Elversberg) zuständiges Unternehmen „mit seinem Auftrag nicht zurechtkam“. Die Folge: Das Unternehmen Remondis musste über die eigentlichen Zuständigkeitsgebiete hinweg kurzfristig einspringen und die Container mitentleeren. Dazu kam der zusätzliche Verpackungsmüll rund um Weihnachten, ein hoher Krankheitsstand, ungünstige Witterung und „firmeninterne Entwicklungen“, so die Gemeinde.

Sind diese „Entwicklungen“ der Grund für die verheerende Situation an den Standplätzen? Auf Anfrage bestätigt das Unternehmen Remondis, dass „wegen eines erhöhten Krankheitsstandes die Kapazitäten zuletzt nicht wie gewohnt zur Verfügung standen“. Laut eigener Angaben ist das Unternehmen „seit Jahren mit den eigenen Fahrzeugen“ für die Container in der Gemeinde verantwortlich. Hier gibt es aber einen Widerspruch: Die Losheimer Verwaltung weist hingegen darauf hin, dass Remondis sich zwischenzeitlich eines Subunternehmens bedient habe. Remondis selbst bestätigt diese Information insoweit: „Um die Leistungserbringung sicherzustellen, haben wir uns durch Kapazitäten eines regionalen Unternehmens Unterstützung geholt.“

Situation soll sich mittlerweile gebessert haben

Die Situation habe sich, bestätigten Verwaltung, EVS und Remondis übereinstimmend, aber mittlerweile verbessert. Wie ist das gelungen? Der EVS spricht von einem „ausgeweiteten Leerungsrhythmus“. Die Gemeinde, die übrigens über ihren Bauhof für die Reinigung der Standplätze verantwortlich ist, könne wieder regelmäßig und „normal“ für Sauberkeit sorgen. Das sei zwischenzeitlich aufgrund des erhöhten Müllaufkommens nicht möglich gewesen. Remondis betont, dass die Abfuhr in Losheim am See sowie in allen anderen Gemeinden „derzeit planmäßig mit der vorgegebenen wöchentlichen Entleerungshäufigkeit“ stattfindet.

Das klingt so, als sei das Problem mittlerweile gelöst, zumindest was die Leerung der Container angeht. Die Sauberkeit an deren Standorten und damit auch der Rattenbefall liege aber auch in der Hand von anderen, betonen alle Beteiligten. Für sie steht fest: Die Bürgerinnen und Bürger trugen mindestens eine Mitschuld an der Situation. Es würden auch dann Abfälle an den Standplätzen abgeladen und einfach hinterlassen, wenn die Container voll waren – und zwar alle Arten von Abfällen, zum Beispiel Essensreste. Das ist weder im Sinne des Unternehmens, der mit der Reinigung beauftragten Gemeinde noch der Mülltrennung im Allgemeinen. Wohl aber im Sinne der Ratten, die sich immer weiter ausgebreitet haben. Auch der Entsorgungsverband weist ausdrücklich darauf hin, dass Restabfall „ausschließlich in die Graue Tonne gehört und Ratten bekanntermaßen ‚magisch‘ anzieht“.

Wie das Ratten-Problem in Losheim gelöst werden soll

Doch auch dem Ratten-Problem soll in Losheim jetzt begegnet werden: Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung Anfang Februar einen Antrag der CDU-Fraktion gebilligt, der vorsieht, dass die turnusgemäßen Einsätze zur Rattenbekämpfung, die eine Fachfirma erledigt, häufiger stattfinden sollen. „Ebenso soll die Gemeinde auch prüfen, an welchen Stellen und Plätzen, die nicht direkt zum Kanalnetz gehören, entsprechende Bekämpfungen vorgenommen werden müssen“. Hierfür werden die erforderlichen Mittel in den Haushalt eingestellt.

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