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Zwischen „Telespargel“ und Bundestag

 Im Bundeskanzleramt trafen die Schüler Marco-Alexander Breit (l.), den persönlichen Referenten von Kanzleramtschef Peter Altmaier. Fotos: Dillschneider/Schule
Im Bundeskanzleramt trafen die Schüler Marco-Alexander Breit (l.), den persönlichen Referenten von Kanzleramtschef Peter Altmaier. Fotos: Dillschneider/Schule
Perl. Berlin hatten sich die Neuntklässler des Schengen-Lyzeums als Ziel ihrer Abschlussfahrt ausgesucht. Dabei standen neben Politik und Geschichte auch Stadtbummel und Discobesuch auf dem Plan. Martin Trappen

Telespargel", "Waschmaschine" und ein Besuch bei Kanzleramtschef Peter Altmaier standen auf dem Programm für die viertägige Abschlussfahrt der Klasse 9a des Schengen-Lyzeums nach Berlin. Neben Besichtigungen des Bundestages, des Bundesrats und des Bundeskanzleramts (das die Berliner spöttisch als "Waschmaschine" titulieren) gehörte eine Führung durch die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen zum Reiseplan.

Der Besuch im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis beeindruckte viele Schüler . Sie wurden von einem ehemaligen Häftling und Zeitzeugen durch die Zellen und Befragungsräume des weitläufigen Areals geführt. "Da der Mann selbst sieben Monate inhaftiert war, konnte er uns die Grausamkeit der Haft extrem nah bringen, und man konnte seine Qual sehr gut nachempfinden", meinten die Neuntklässler. Bei der Führung durch den Bundestag saßen die Schüler auf einer Tribüne im Plenarsaal, lauschten dem Vortrag und lernten über die Geschichte des Bundestages, die Arbeit der Parlamentarier und was genau in der Nacht des Reichstagsbrands geschehen war. Der anschließende Besuch der Kuppel ermöglichte einen wunderbaren Ausblick über die Hauptstadt. Von dort konnten sie den Fernsehturm sehen, der in Berlin auch als Telespargel bekannt ist.
Planspiel zur Gesetzgebung


Weiter ging es in den Bundesrat, wo die Schüler bei einem Planspiel das Gesetzgebungsverfahren im Bundesrat praktisch nachvollziehen konnten. Dabei schlüpfte jeder in die Rolle eines Ratsmitglieds und musste über den Antrag der Bundesregierung abstimmen, den Führerschein ab 16 in Deutschland einzuführen. Auch Kanzleramtschef Peter Altmaier wollten die Jugendlichen aus Perl treffen, er wurde jedoch mangels zeit von seinem persönlichen Referenten Marco-Alexander Breit vertreten. Zum Auftakt der zweistündigen Führung durch das Bundeskanzleramt stand Breit den Schülern Rede und Antwort. Zudem berichtete er vom Alltag eines Kanzleramtschefs, seinem beruflichen Werdegang und seinen Aufgaben als Chef der wichtigsten Bundesbehörde.

Aber es gab nicht nur Politik. Die 9a flanierte mit ihren Lehrern Christina Kedinger, Manuel Schmid und Christian Waltner an den Sehenswürdigkeiten Berlins vorbei: von der Museumsinsel über die Straße "Unter den Linden" zum Brandenburger Tor, vom Alexanderplatz über den Gendarmenmarkt und den Potsdamer Platz bis zum Checkpoint Charlie. Natürlich ging es auch in den alternativen Bezirk Friedrichshain und zur East Side Gallery , ein Stück der Berliner Mauer, das nicht abgerissen und als Denkmal erhalten wurde.

Spaß und Freizeit kamen in der Bundeshauptstadt jedoch auch nicht zu kurz: Von der komfortablen Unterkunft in Berlin Mitte brachen die Jugendlichen an einem Abend durch das nächtliche Berlin zu einem Discobesuch im "QDorf" am Kurfürstendamm auf. Außerdem waren jeden Tag mindestens zwei Stunden eingeplant, in denen die Schüler entspannen und die letzte gemeinsame Fahrt in Berlin genießen konnten.

 Im Bundesrat befassten sich die Schüler im Zuge eines Planspiels mit der Frage „Führerschein ab 16?".
Im Bundesrat befassten sich die Schüler im Zuge eines Planspiels mit der Frage „Führerschein ab 16?".