Zutaten aus der Region mit einer Prise Kreativität

Perl · Drei Gastronomen aus dem Grünen Kreis treten beim Wettbewerb Genuss-Gastwirt Saarland an. Wer ins Finale kommt, entscheidet eine Jury.

Schweinshaxe aus Orscholz, Ziegenkäse aus Silwingen und Apfelsaft aus Tettingen - regionale Zutaten stehen im Zentrum beim diesjährigen Wettbewerb Genuss-Gastwirt Saarland. Rund 20 Gastronomiebetriebe haben sich beworben, acht sind mit ihren Rezepten in die engere Auswahl gekommen. Darunter befinden sich gleich drei aus dem Landkreis Merzig-Wadern: das Hotel zur Saarschleife in Orscholz, das Restaurant Maimühle in Perl sowie die Taverne Römische Villa in Borg.

Die Herkunft der Zutaten ist ein wesentlicher Faktor im Wettbewerb, erläutert Jury-Mitglied Hilde Lauer vom Wirtschaftsministerium. Regional sollen sie sein, also aus dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Luxemburg oder Frankreich. "Wichtig ist die Kreativität", erklärt Susanne Renk von der Tourismuszentrale, ebenfalls Mitglied der Jury. Gesucht würden einfallsreiche Köche, die regionale Gerichte präsentieren, die dennoch die persönliche Handschrift tragen.

Die acht Restaurants in der engeren Auswahl lägen "alle sehr nah beieinander", befindet Sabine Deutsch von der Tourismuszentrale, ebenfalls in der Jury, genauso wie Jürgen Becker von Dehoga. Derzeit ist die vierköpfige Jury im Saarland unterwegs, um die eingereichten Gerichte zu testen und gleichzeitig einen Blick in die Betriebe zu werfen. Denn es zählt nicht nur das Wettbewerbsgericht, auch die gesamte Speisekarte fließt in die Bewertung ein.

Im Vergleich zur ersten Auflage des Wettbewerbs im Herbst 2015 haben sich die Gastronomen mehr mit dem Thema Regionalität beschäftigt, lobt Lauer. Der Saibling in der Taverne der Römischen Villa in Borg beispielsweise stammt vom Forellengut Rosengarten in Trassem. "Was uns dort sehr gut gefallen hat, ist, dass sehr viele Produkte aus dem eigenen Garten stammen", berichtet Deutsch. Ebenfalls gut angekommen sind die Mourtenspeis mit Boudin im Hotel zur Saarschleife - "eher rustikal", bemerkt Deutsch, aber "sehr lecker und schön angerichtet".

Die letzte Station im Kreis Merzig-Wadern war am vergangenen Freitag das Restaurant Maimühle in Perl. "Es ist schön, eine Herausforderung mitzumachen", beschreibt Inhaber Frederik Theis seine Motivation für den Wettbewerb. Sein gebackener Ziegenkäse stammt von einem Hof in Silwingen, die verwendeten Kräuter aus dem Garten. Nur für Gewürze wie Pfeffer und Salz hat er noch keinen regionalen Zulieferer gefunden - und nicht für Butter. Es dauere bei einigen Sachen, bis man Lieferanten finde, die die gewünschten Mengen auch liefern können, bemerkt der Gastronom. Für den Wettbewerb ist er "guter Dinge" - in seinem Restaurant würden viele Gerichte regional umgesetzt.

Seine Kombination aus Ziegenkäse und Linsen kommt bei der Jury an. "Eine sehr ungewöhnliche Kombination", befindet Renk, und Deutsch ergänzt: "Das macht es besonders und spannend." Welche drei Köche jetzt genau das Rennen machen und am 12. Juni zum Show-Kochen beim großen Finale antreten, verrät die Jury jedoch noch nicht. Insgesamt zeigt sich Renk zufrieden, insbesondere mit den hiesigen Gastronomen: "Hier im Kreis isst man gut."

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 Die Jury-Mitglieder Susanne Renk, Sabine Deutsch und Hilde Lauer (sitzend von links) begutachten das Gericht, mit dem Frederik Theis von der Maimühle in Perl am Wettbewerb teilnimmt. Foto: Rolf Ruppenthal

Die Jury-Mitglieder Susanne Renk, Sabine Deutsch und Hilde Lauer (sitzend von links) begutachten das Gericht, mit dem Frederik Theis von der Maimühle in Perl am Wettbewerb teilnimmt. Foto: Rolf Ruppenthal

Foto: Rolf Ruppenthal

Genuss-Gastwirt Der Wettbewerb Genuss-Gastwirt Saarland richtet sich an Gastronomiebetriebe, deren Küche regionalen Bezug hat. Die drei Gewinner erhalten Auszeichnungen in Gold, Silber und Bronze sowie Preise wie zum Beispiel Marketingpakete. Der Wettbewerb wurde vom saarländischen Wirtschaftsministerium ins Leben gerufen.

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