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Winzer-Ehepaar feiert Einweihung

Stolz präsentieren Ralf und Brigitte Petgen ihren geladenen Gästen das restaurierte Kellereigebäude in Sehndorf. Foto: Rolf Ruppenthal
Stolz präsentieren Ralf und Brigitte Petgen ihren geladenen Gästen das restaurierte Kellereigebäude in Sehndorf. Foto: Rolf Ruppenthal
Sehndorf. Mit viel Herzblut haben Ralf und Brigitte Petgen vom Sehndorfer Weingut Petgen-Dahm ihr neues Kellereigebäude in Betrieb genommen. Zahlreiche Gäste, darunter viel Prominenz - unter anderem die halbe saarländische Landesregierung, feierten mit dem Winzer-Ehepaar bei Weinen des 2009er Jahrgangs die Fertigstellung des neuen Gutshauses Von SZ-Mitarbeiter Rolf Ruppenthal

Sehndorf. Mit viel Herzblut haben Ralf und Brigitte Petgen vom Sehndorfer Weingut Petgen-Dahm ihr neues Kellereigebäude in Betrieb genommen. Zahlreiche Gäste, darunter viel Prominenz - unter anderem die halbe saarländische Landesregierung, feierten mit dem Winzer-Ehepaar bei Weinen des 2009er Jahrgangs die Fertigstellung des neuen Gutshauses.Historisches GebäudeApropos neu - eigentlich handelt es sich um ein altes Haus. Die älteste Bausubstanz stammt aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und ist somit nach der Wiederbesiedlung Sehndorfs nach dem 30-jährigen Krieg eines der früh erbauten Häuser des Ortes. Wie Ralf Petgen hervorhob, wohnten ursprünglich drei Familien in diesem Haus. Zwei davon wanderten um 1850 in die USA aus, während die Familie Marx in Sehndorf blieb, von deren Nachfahren Ralf und Brigitte Petgen das Gebäude erwerben konnten. "Unser Ziel war es," sagte Ralf Petgen bei der Einweihungsfeier, "das Gebäude in seinem ursprünglichen, das Ortsbild prägenden Zustand zu belassen. So konnte der alte Scheunenteil des Hauses, der in früherer Zeit auch einmal Wohngebäude war, erhalten werden." Die schöne alte Bruchsteinmauer wurde in mühevoller Arbeit restauriert, wobei der alte Kalkmörtel herausgeschlagen wurde und mit einem neuen, stabilen, aber nach alter Art aus Kalksand und weißem Zement hergestellten Mörtel ersetzt wurde. Dagegen musste der große Mitteltrakt des imposanten Gebäudes vollständig neu aufgebaut werden, wobei jedoch alle Proportionen des alten Gebäudes exakt eingehalten wurden. Wie Petgen weiter ausführte, stammen die Kalksteinwände aus Metz. Der Metzer Sonnenstein ist nach seinen Worten wegen seiner Härte besonders beliebt. Bereits beim Kathedralenbau im Mittelalter wurde er verwandt. Nach den Worten Petgens ist das Gebäude durch Isolationssteine und Aufsparrendämmung im Dach gegen Wärme und Kälte geschützt und bringt somit ideale Temperaturwerte für die Weinlagerung, aber auch für den Weingenuss bei heißen Sommertagen.PionierarbeitWährend Ralf Petgen das stattliche Gebäude mit seinen vielen liebevoll im Detail rekonstruierten Elementen voller Stolz vorstellte, saß ganz hinten in der Ecke seine Mutter Adele und dachte bei diesen Worten etwas wehmütig an ihren verstorbenen Mann Alfons, mit dem sie ein Leben lang Pionierarbeit im saarländischen Weinanbau betrieben hatte. Die Wurzeln von Adele Petgen reichen aber noch weiter zurück: "Hier im Haus wurde meine Urgroßmutter geboren", erzählte sie nicht ohne Stolz. Und gerade mit dieser Verbundenheit von gestern und heute, von Moderne und Vergangenheit, wurde es eine stimmungsvolle Feier, bei der Ralf und Brigitte Petgen mit guten Tropfen aus ihrem großen Weinkeller aufwarteten. Eine mediterrane leichte Sommerküche von Spitzenkoch Alexander Kunz und musikalischen Darbietungen von Marcel Adam und seiner Gruppe setzten dabei besondere Akzente.



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