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Wildkirsche
Wildkirschen für die Balance

Bürgermeister Ralf Uhlenbruch (l.) und der Naturschutzbeauftragte Jakob Backes (r.) bei der Baumpflanzung am Rande des Schwarzbruchs.
Bürgermeister Ralf Uhlenbruch (l.) und der Naturschutzbeauftragte Jakob Backes (r.) bei der Baumpflanzung am Rande des Schwarzbruchs. FOTO: Ruppenthal
Büschdorf. Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch sieht die Pflanzung der Obstbäume als Ausgleichsmaßnahme für die Windräder, die sich im Ort drehen.

( Noch schützen Drahtgeflechte die Bäumchen vor Verbiss. Den Standort, den Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch und Büschdorfs Naturschutzbeauftragter Jakob Backes für die Wildkirschen ausgesucht haben, ist genau der Standort, den die Bäume mit den weißen Blüten lieben: sonnig und lichter Schatten. 30 dieser Winzlinge wurden auf einer Wiese am Rande des Schwarzbruchs in die Erde gebracht, zehn weitere sollen im Herbst folgen.


„Die Pflanzung ist eine Ausgleichsmaßnahme für die Windräder, die sich in Büschdorf drehen“, verrät der Verwaltungschef.

Der entscheidende Tipp, sich für Wildkirschen zu entscheiden, kam von dem Naturschutzbeauftragten. „Eine Streuobstwiese ist viel zu aufwändig zu pflegen. Die Wildkirsche dagegen ist sehr pflegeleicht. außerdem haben wir was für die Insekten getan“, nennt Backes den Grund für seinen Vorstoß.

Wenn sie zwischen Anfang April bis Ende Mai laut Backes ihre Knospen entfalten, ist der Baum übersät mit kleinen weißen, leicht duftenden Blüten – ein Paradies für Insekten, die sie bestäuben. „Die Früchte, die Wildform unserer Süßkirsche, sind sehr beliebt bei Vögeln, die zur Samenverbreitung beitragen. Auch Eichhörnchen und Mäuse mögen die kleinen, eher bitteren Kirschen“, sagt er und lässt seine Blicke über das idyllische Fleckchen Erde schweifen – dem nahen Wald und der uralten Weide am Bach, die nach Schätzung des Naturschutzbeauftragten ihre 150 Jahre auf dem Buckel hat.

„Die haben die Leute vom Bauhof zurückgeschnitten“, verrät er. Der Pächter des Grundstückes hat sich nach Worten von Ralf Uhlenbruch sofort bereit erklärt, die Bäume zu pflegen. „Ein schönes Zeichen“, wie beide sagen. Doch bei der Pflanzung auf dem gut einem halben Hektar großen Grundstück allein soll es nicht bleiben, kündigen Uhlenbruch und Backes an.



Sie setzen auf eine extensive Grünlandwirtschaft mit einer maximal zweimaligen Mahd. „Die erste Mahd soll nach dem 15. Juni erfolgen“, sagt Backes. „Dann ist die Samenreife der Kräuter und Gräser abgeschlossen.“ So könne dann eine blumenreiche Wiese erhalten werden.

„Wenn Grünland stärker gedüngt und öfter geschnitten wird, kommen viele Wiesenkräuter und Wildblumen nicht mehr zum Zug.“ Sie machen sich laut Backes vom Acker und mit ihnen Tierarten, die auf den Lebensraum „extensives Grünland“ angewiesen sind. Und das wollen Naturschutzbeauftragter und Verwaltungschef nach ihrem Bekunden nicht.

Daher sei eine extensive Landwirtschaft die beste Möglichkeit, Wiese und Weiden zu schützen. Und bei der werde auf einen Einsatz von Dünger verzichtet. „Auch dazu hat sich der Landwirt bereiterklärt“, verraten beide.

(mst)