Wie geht es mit dem Schulentwicklungsplan in Perl weiter?

Kostenpflichtiger Inhalt: Diskussion um Grundschule : Wie geht es weiter mit Schulen in Perl?

Der Geschäftsführer eines Beratungsbüros stellte die Arbeit seines Teams in der Sitzung des Gemeinderates vor.

Wie geht es weiter mit der Schullandschaft in der Gemeinde Perl? Ist eine Freiwillige Ganztagsschule die Lösung, eine Gebundene Ganztagsschule oder eine Mischform aus beiden Varianten? Welche Schülerzahlen sind an der Obermosel zu erwarten? Antworten auf diese und weitere Fragen erwartet die CDU-Fraktion von der Beratungsfirma Conceptk. Nach den Worten von CDU-Fraktionschef Hans-Peter Trierweiler könnten die Fachleute aus der bayerischen Stadt Regensburg bei der Erstellung eines Schulentwicklungsplanes, bei der Auswahl von Schulstandorten, bei Neubauten von Schulen und vielem mehr als Mediatoren Tipps geben – „sachorientiert, basiert auf Fakten und im Ergebis offen“, wie der Christdemokrat formulierte. Bei einer ersten Vorstellung ihrer Arbeit im Mai hatten die Bayern nach Darstellung von Christian Münster, Leiter der Grundschule Dreiländereck, und der stellvertretenden Elternsprecherin, Silvia Siersdorfer, einen positiven Eindruck hinterlassen. 

In der jüngsten Sitzung des Perler Gemeinderates stellte Conceptk-Geschäftsführer Christian Auerbach sein Team und dessen Arbeit erneut vor. Projektmanager zählen laut Auerbach zur Mannschaft, außerdem Betriebswirtschaftler, Pädagogen, Architekten, Fachingenieure und IT-Experten. Als Ziel der Arbeit nannte er zukunftsfähige Lösungen, die durch ganzheitliche Betrachtungen von Problemen und Untersuchung von übergeordneten Zusammenhänge entwickelt werden.  Fünf Module umfasst das Papier, das zur Standort-Prüfung vorgelegt wurde. Dazu zählt laut Auerbach unter anderem eine Sozialprognose, in der Schülerzahlen mit der Bevölkerungsprognose im Einzugsbereich der Schule verknüpft werden. So könne es sein, dass die Ausweisung eines Neubaugebietes in der Gemeinde Perl oder speziell in Besch nicht automatisch junge Familien anlocke. Der hohe Preis, der pro Quadratmeter verlange werde, sei jungen Familien entschieden zu teuer. Ein Werbeflyer hatte nach den Worten von Bürgermeister Ralf Uhlenbruch die Verantwortlichen im Perler Rathaus auf die Regensburger aufmerksam gemacht. „Wir dachten, dass es gut ist, wenn ein neutraler Dritter im Spiel ist“, sagte der Verwaltungschef. Würden alle man alle Module in Anspruch nehmen, koste dies 59 000 Euro. „Aber wir können uns die aussuchen, welche wir benötigen und welche nicht.“

Auf eine endgültige Entscheidung wollten sich SPD-Fraktion, die vier Fraktionsmitglieder der Grünen und der FDP-Vertreter nicht festlegen. Nach den Worten von SPD-Fraktionschef Michael Fixemer herrsche Einvernehmen darüber, dass die Vorstellungen der Eltern und Lehrer erfragt werden sollen. Man solle den Betroffenen die Möglichkeit geben, sich vor Ort und durch qualifizierte Beratung eine Meinung zu bilden. Man sei auf einem sehr guten Weg. „Ab diesem Schuljahr gibt es im Saarland 22 Gebundene Ganztagsschulen, zehn Grundschulen und zwölf weiterführende Schulen; neun Teilgebundene Ganztagsschulen, eine Grundschule und acht weiterführende Schulen“, sagte Fixemer. Er forderte dazu auf, sich beim Bildungsministerium schlau zu machen, „wie dies die anderen Gemeinden und Schulen gemacht haben“. Auf Basis der Befragung der Betroffenen soll laut Fixemer ermittelt werden, welche Schulform oder Schulformen gewünscht werden. Es müssten dann die relevanten Daten erfasst werden. Danach sei zu entscheiden, wie dies baulich und finanziell umgesetzt werden könne.

„Die Gemeinde muss zunächst wissen, wo sie hin will, danach soll die Schulentwicklung geklärt werden“, sagte Karl Heinz Raczek von den Grünen. Seine Fraktionskollegin Klara Weber vermisste nach ihren Worten eine pädagogische Expertise der Beratungsfirma und forderte die Gemeindeverwaltung auf, weitere Angebote dieser Art einzunehmen. FDP-Vertreter Franz Keren meinte mit Blick auf die Bescher Grundschule: „Was machen wir mit dem Gebäude?“

Mehr von Saarbrücker Zeitung