Welche Schule wird saniert?

Welche Grundschule wird saniert: die in Besch oder Perl? Das ist die Frage, über die der Gemeinderat Perl heute beraten wird. Vor der Sitzung (18 Uhr, Schengen-Lyzeum) sprach SZ-Redakteurin Margit Stark mit Bürgermeister Ralf Uhlenbruch. Gestern Abend haben Ratsmitglieder beide Schulen besichtigt.



Die Wogen schlagen hoch in der Debatte um die Renovierung der Perler und Bescher Grundschulen . Gibt es die Haushaltslage nicht her, beide zu renovieren?

Ralf Uhlenbruch: Leider ist es so, dass die aktuelle Haushaltssituation es nicht hergibt, beide Standorte zu sanieren. Wir haben einen aktuellen Kassenkreditstand in Höhe von über elf Millionen Euro. Dies bedeutet, dass unser Girokonto in dieser Höhe überzogen ist. Hierbei wird deutlich, dass wir in der Vergangenheit (Stand Kassenkredite am 1. Januar 2007: 2,6 Millionen Euro) weit über unsere Verhältnisse gelebt haben. In Gesprächen mit der Kommunalaufsicht konnte erreicht werden, dass der Gemeinde ein Kreditrahmen für Investitionen in Höhe von zirka 600 000 Euro pro Jahr in Aussicht gestellt wurde. Damit müssen jedoch alle anstehenden Projekte finanziert werden.

Es wird argumentiert, dass die zu erwartenden Schülerzahlen für die Grundschule Besch nicht sinken. Gibt es in Besch so viele Kinder, die in den nächsten Jahren dort die Schulbank drücken werden?

Uhlenbruch: Auf Grund aktueller Meldedaten ist ersichtlich, dass Besch alleine nicht genügend Kinder hat, um eine Schulklasse zu bilden. Auch in den letzten Jahren konnte Besch nicht alleine eine Klasse bilden. Mit den Kindern aus Nennig steigt die Schülerzahl an, so dass am Standort Besch in den kommenden Jahren einige Male mehr Kinder vorhanden sind, als eine Klasse aufnehmen kann. Es müssen Kinder aus dem Schulbezirk Besch-Nennig an die Stammschule Perl gehen. Fraglich ist, nach welchen Kriterien die notwendige Auswahl der betroffenen Kinder vorgenommen werden soll.

Wie setzen sich die Schülerzahlen zusammen?

Uhlenbruch: Im Einzugsbereich der Stammschule in Perl wird es nach den jetzigen Anmeldezahlen für das nächste und den Geburtenzahlen für die folgenden Schuljahre zwischen 40 und 61 Kinder pro Jahrgang geben. Für 2016/17 sind hierbei neun Anmeldungen von Kindern aus dem Ausland eingerechnet. Im Bereich der Dépen-dance Besch wird es im gleichen Zeitraum 14 (2021/22) bis 36 Kinder aus Besch und Nennig geben; in diesen Jahrgängen sind es sechs bis 19 Kinder aus Besch .

Was passiert, wenn - wegen der Einzügigkeit in Besch - ein Kind aus Nennig in Besch nicht aufgenommen werden kann?

Uhlenbruch: Wenn die Höchstbelegung der Eingangsklasse mit 25 Schülern erreicht ist, müssen bei einer höheren Anmeldezahl Schüler zur Stammschule in Perl zugewiesen werden. Die Kriterien für diese Zuweisung sind, wie schon gesagt, nicht definiert und stellen damit ein Problem dar. Welches Kind soll dann nach Perl?

Wie kann es angehen, dass zwei Gebäude so marode sind, dass sie gleichzeitig für viel Geld saniert werden müssen?

Uhlenbruch: Die Gemeinde Perl hat in den letzten Jahren den Schulstandort Perl weiterentwickelt. Insbesondere wurde das Schulgebäude von 1967 in Perl vollständig saniert und der Ganztagsbereich ausgebaut. Des Weiteren wurde die Sporthalle saniert und der Außenbereich neu gestaltet und ein Multifunktionsfeld gebaut. Die Gebäude in Besch und das Gebäude von 1928 in Perl sind nicht gleich marode. Auf Grund des vorliegenden Gutachtens ist ersichtlich, dass die reinen Sanierungskosten für das Gebäude in Besch doppelt so hoch sind wie für das in Perl.

Wer hat da versäumt, seine Hausaufgaben zu machen?

Uhlenbruch: Der Gemeinderat beschloss die Aufnahme von Haushaltsmitteln in Höhe von etwa 490 000 Euro für die Sanierung des Gebäudes in Besch . Diese Ansätze wurden ins Investitionsprogramm 2007 bis 2015 aufgenommen. Es wurde jedoch lediglich ein Betrag in Höhe von zirka 14 000 Euro für die Sanierung verwandt.

"Die Bescher Grundschule muss bleiben" lautet das Credo des SPD-Gemeindeverbandes Perl. Michael Fixemer, SPD-Fraktionschef im Perler Gemeinderat, und Doris Petzinger, Chefin des Gemeindeverbandes, fordern eine Sanierung des Gebäudes von 1962. Sie plädieren auch dafür, eine kleine Multifunktionshalle, angrenzend an die Schule, zu errichten. Das könnte auch als Bürgerhaus genutzt werden. Petzinger und Fixemer verweisen auf die hohen Schülerzahlen in den kommenden fünf Jahren, die "sogar die Bildung von zwei ersten Klassen erlauben" würden. Zudem können die Bescher Kinder zu Fuß zur Schule gehen.