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Was passiert mit der Bescher Grundschule?

Was passiert mit der Bescher Grundschule?

Drängt die Perler SPD darauf, den Schulstandort Besch zu erhalten, will Bürgermeister Ralf Uhlenbruch, CDU, nach seinen Worten das Beste für die Kinder. Entschieden ist laut Verwaltungschef noch nichts.

Gerüchte über eine mögliche Schließung der Grundschule Besch machen in der Gemeinde Perl die Runde - nicht das erste Mal, wie SPD-Gemeindeverbandschefin Doris Petzinger sagt. Für sie und Michael Fixemer, SPD-Fraktionschef im Perler Gemeinderat, gibt es einen entscheidenden Unterschied. Waren es vor Jahren noch die zurückgehenden Schülerzahlen, die die Existenz der Schule in Frage stellten, drücken nach Worten der Sozialdemokraten mittlerweile genügend Kinder die Schulbank. Und es sollen laut Petzinger und Fixemer in den kommenden Jahren noch mehr werden.

Sanierung ist lange fällig

"Es können sogar zwei erste Klassen gebildet werden." Für beide steht fest: "Heute geht es ums Geld " - eine Behauptung, die Perls Bürgermeister Ralf Uhlenbruch nicht in Abrede stellt. Nur zu gerne würde der Verwaltungschef beiden Schulstandorten gerecht werden und die Depandance in Besch und das Schulgebäude von 1928 in Perl sanieren - eine Aufgabe, die seit Jahren fällig sei. "An beiden Standorten ist der Sanierungsstau beträchtlich. Doch beides zusammen lässt die Haushaltslage der Gemeinde nicht zu", sagt er mit Blick die über sechs Millionen Kassenkredite, die die Kommune zu schultern hat. "Das Girokonto der Gemeinde ist mit dieser Höhe überzogen." Auch war laut Uhlenbruch nicht bekannt, dass das Kreditvolumen der Gemeinde für Investitionen voraussichtlich nur noch in Höhe von rund 600 000 Euro - Förderungen und Bedarfszuweisungen eingeschlossen - genehmigungsfähig sein wird.

Die Folge: Orts- und Gemeinderäte sowie Bürgermeister seien zum Handeln gezwungen. Das heißt laut Verwaltungschef aber nicht automatisch, dass die Schule in Besch geschlossen wird. "Wir stehen erst am Anfang der Diskussion, und wir machen nichts, ohne die Bürger und die Eltern einzubeziehen. Über deren Köpfe entscheiden wir nichts." So soll es heute Abend um 18.30 Uhr im Vereinshaus Perl eine Informationsveranstaltung für die Eltern geben. Das Thema: die Raumsituation und die weitere Entwicklung der Grundschule Dreiländereck am Schulstandort Besch . Dafür habe die Schulleitung ein Konzept ausgearbeitet - mit Vor- und Nachteilen sowie ihren Wünschen. Und da steht die Sanierung beider Standorte auf der Agenda. "Im Bildungs- und Betreuungsausschuss war die Sanierung schon Thema. Eingebunden ware die Elternvertretung der Schule. Über eine Schließung wurde nicht entschieden", sagt Uhlenbruch. Jetzt hätten Bauausschuss sowie die Ortsräte von Nennig und Besch sowie der Gemeinderat das Wort.

Die SPD will die Schule in Besch unbedingt erhalten - auch der Finanzen wegen. "Es kostet nicht weniger Geld , wenn die Schule in Besch geschlossen wird und stattdessen das alte Schulgebäude in der Kirschenstraße für viel Geld saniert und ausgebaut wird", haben Doris Petzinger, Michael Fixemer und Norbert Müller, stellvertretender SPD-Ortsvereinschef von Besch und Ortsratsmitglied, ausgerechnet. Auch befürchten sie, dass die ohnehin prekäre Verkehrssituation vor der Perler Schule durch den starken Bus- und Autoverkehr noch gefährlicher werde. "Dagegen erreichen die Kinder aus Besch problemlos die Schule zu Fuß."

Kommt eine zentrale Schule?

Dagegen plädiert Frank Sausy aus Nennig in einer Zuschrift an die SZ für eine "zentrale, moderne Grundschule in Perl für alle Kinder der Gemeinde". Für ihn mache dies ökonomisch und logistisch Sinn. "Welchen Vorteil sollte es bringen, eine weitere Schule zu betreiben? Von kleineren Klassengrößen kann wohl keine Rede sein, da im Vergleich zu Perl die Klassen in Besch größer sind", schreibt der Vater einer Tochter, die im kommenden Jahr eingeschult wird. "Bis auf die Kinder aus den Ortsteilen Nennig und Besch gehen ja sowieso schon alle Kinder der übrigen Ortsteile in die Grundschule Perl. "Ein zukunftsfähiges Gesamtkonzept mit der nötigen Infrastruktur in Perl muss nun durchgesetzt werden und kann nicht durch nostalgische Blümchenargumente verhindert werden."