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Perl
Einbahnstraßen-Regelung soll testweise aufgehoben werden

Perl. In der Ortsmitte von Perl soll die vor einigen Jahren eingerichtete und seither umstrittene Verkehrsführung nun probeweise wieder modifiziert werden. Dafür hat sich der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung ausgesprochen. Von Christian Beckinger

Die vom Gemeinderat angestrengte Änderung der Verkehrsführung im Ortskern von Perl führt dazu, dass auf dem Teilabschnitt der Trierer Straße zwischen Einmündung Kirschenstraße/B407 und Einmündung Bergstraße nun doch wieder Gegenverkehr zugelassen wird – allerdings nur für Pkw und Linienbusse, nicht für den Schwerverkehr. Die aktuell gültige Einbahnstraßenregelung soll demnach für eine Testphase von sechs Monaten aufgehoben werden. Dies hat der Perler Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung mit großer Mehrheit beschlossen.


Ursprünglich war daran gedacht worden, für die Gegenverkehrs-Lösung neben dem Schwerverkehr auch den Busverkehr auszuschließen. Das Problem bei dieser neuen Variante der Verkehrsführung lag aber in der Linienführung des Busverkehrs, und hier insbesondere bei der Pendler-Bus-Linie Saar-Lux-Bus: Während der Betreiber der Nahverkehrslinien, die Omnibusverkehr Rhein-Nahe GmbH (ORN), keine Bedenken dagegen hatte, dass als Konsequenz einer faktischen Sperrung des betroffenen Teilstücks für Linienbusse die Linienverläufe geändert werden müssen, sah das beim Saar-Lux-Bus anders aus: Hier wäre die Linie 315 betroffen gewesen, für die das luxemburgische Transportministerium die Zuständigkeit besitzt.

Und das hatte laut Auskunft der Verwaltung der Gemeinde mitgeteilt, dass bei einer Änderung des Verlaufes der Buslinien in der Ortsmitte die Haltestelle Bahnhofstraße nicht mehr angefahren werde. Dies aber wollte die Gemeinde verhindern, weil viele in Perl lebende Pendler genau diese Haltestelle nutzen, um in den Saar-Lux-Bus einzusteigen, erläuterte Bürgermeister Ralf Uhlenbruch (CDU) in der Sitzung. Weil für die besagte Linie die Zuständigkeit bei Luxemburg liege und diese Linie auch durch das Großherzogtum genehmigt worden sei, habe auch das saarländische Verkehrsministerium auf den Linienverlauf und etwaige Änderungen der Haltestellen keinen Einfluss. Der Rat votierte daher für die Kompromisslösung, wonach von der neuen Verkehrsführung mit Gegenverkehr zwar Lastwagen, nicht aber Linienbusse ausgenommen werden sollen. Damit stellte sich der Rat gegen das Votum des Ortsrates in Perl, der sich Mitte Juli für die Beibehaltung der derzeitigen Einbahnstraßenregelung ausgesprochen hatte.