Kommentar: Und wieder eine Absichtserklärung?

Kommentar : Und wieder eine Absichtserklärung?

Es gibt gute Gründe, das Saarland als das europäischste aller deutschen Bundesländer zu sehen, liegt es doch im Dreiländereck nur einen Steinwurf sowohl von Frankreich als auch von Luxemburg entfernt.

Auch die saarländische Geschichte ist maßgeblich von Europa geprägt, nicht zuletzt wegen der zeitweisen Zugehörigkeit sowohl zu Deutschland als auch zu Frankreich. Wir können dankbar sein, in einem vereinigten Europa zu leben, in dem wir nur Freunde als Nachbarn haben. Hat man diese Gedanken verinnerlicht, muss jedem der neuerliche Vorstoß der zwölf Gemeinden zur engeren Zusammenarbeit im Rahmen einer Europäischen Interessenvereinigung im Dreiländereck einleuchtend und begrüßenswert erscheinen. Und das ist sie auch. Die Bürgermeister haben eine Chance, durch mutiges und engagiertes Voranschreiten, mit gemeinsamen Projekten und Vorhaben, die Menschen der Region einander näherzubringen und das „Wir-Gefühl“ zu stärken. Der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen. Wenn den Worten keine Taten folgen und es bei bloßen Ankündigungen bleibt, verstärkt sich das Bild in der Bevölkerung über Politiker als reine „Sonntagsredner“ weiter und die Chance verpufft – das Interesse an Europa nimmt ab. Die Gemeinden sollten ihren Worten daher Taten folgen lassen und dem saarländischen Motto „Großes entsteht im Kleinen“ gerecht werden.