Tettingen, Butzdorf und Borg feiern am 12. und 13. Oktober Äppelfeschd

Fest auf dem Perler Moselgau : Zwei Tage stehen ganz im Zeichen des Apfels

Das „Äppelfeschd“ steht am kommenden Wochenende auf dem Perler Moselgau an. Dann gibt es allerlei Leckereien zu entdecken.

Auf zum „Äppelfeschd“ – die Dörfer auf dem Perler Moselgau sind für das Wochenende gewappnet: Am Samstag und Sonntag, 12. und 13. Oktober, findet die 23. Auflage dieses Festes in Tettingen, Butzdorf und Borg statt – und das bei jedem Wetter. Sollte es regnen, findet das „Äppelfeschd“ schwerpunktmäßig in den Probierstuben, Kellern und den Scheunen statt. Zudem soll zum Wochenende das Wetter besser werden.

Dem Apfel werden viele Besonderheiten zugeschrieben. Dabei ist diese Frucht doch vor allem ein kulinarischer Alleskönner. Beim „Äppelfeschd“ kann man den Apfel in unzähligen Variationen erleben und verkosten, als Frucht, als Saft, Viez, Apfel-Wein, -Sekt, -Sekko, -Schnaps und -Likör, als Kuchen, Marmelade oder „Äppelschmier“, einem schmackhaften, nicht jedermann bekannten Brotaufstrich.

Zwei Tage lang dreht sich auf dem Moselgau alles um den Apfel, diese magische Frucht, die seit jeher Symbol für Gesundheit, Macht und Verführung ist. Adam konnte Eva und dem Apfel nicht widerstehen – die Folgen sind bekannt. Die griechische Göttin Eris warf den „Zankapfel“ und entfesselte damit den Trojanischen Krieg. Der „Reichsapfel“ des Heiligen Römischen Reiches symbolisierte den Erdball in der Hand des Kaisers und war damit unübersehbares Sinnbild der Weltherrschaft.

Beim „Äppelfeschd“ auf dem Moselgau in den Perler Ortsteilen Tettingen, Butzdorf und Borg ist am Wochenende auch für das leibliche Wohl gesorgt. Traditionelle, zumeist deftige Speisen werden angeboten, so ortstypische „Treiben“, gebratene Blutwurst, „Jud mat Saubohnen“, gepökelter Schweinehals mit dicken Bohnen – übrigens das luxemburgische Nationalgericht – oder das moselfränkische Feiertagsgericht „Gekochtes Rindfleisch mit Remouladensauce“.

Auf ganz andere Gaumenfreuden freuen sich da die Wildliebhaber, denen delikate Köstlichkeiten aus den heimischen Wäldern geboten werden. Der Bauernmarkt in der Dorfmitte von Borg bietet neben Obst und Gemüse auch Honig, Schinken, Käse und vieles mehr zum Kauf an, – alles garantiert hochwertig, gesund und regional, wie die Produzenten versprechen.

Die Scheunen, Probierstuben und Ständer öffnen beim 23. „Äppel­feschd“ in Tettingen-Butzdorf und Borg am Samstag um 12 Uhr und am Sonntag bereits um 11 Uhr. Am Sonntag um 14 Uhr begrüßt Schirmherr Gerd Petgen, der Präsident des saarländischen Winzerverbandes, unterstützt von den königlichen Hoheiten der Region am Brennereimuseum Butzdorf die Besucher aus nah und fern. Musikalisch begleitet wird diese Zeremonie von der „Landz Bulldog Band“.

Zwei Tage lang feiern die Menschen in Borg, Tettingen und Butzdorf gemeinsam ihren Gästen den Apfel und alles, was daraus entstehen kann. Dabei gibt es reichlich Gelegenheit, sich direkt bei den Obstbauern oder auf dem Bauernmarkt in Borg mit Äpfeln, Kartoffeln und anderen Produkten aus der Region einzudecken, beim Quetschenschmier-Kochen dabei zu sein und den Tag dann in einer der Scheunen zünftig bei Livemusik gemütlich ausklingen zu lassen. Die Festroute verläuft entlang der Viezstraße vom Brennereimuseum der Familie Becker in Butzdorf zur Branntweinmanufaktur Lackas und weiter zur Jakobsscheune Kütten in der Dorfmitte, von dort nach Tettingen zur „Äppelkeschd Gries“ und der Schnapsfangomanufaktur Denzer-Thieser. Die letzten Stationen der „Äppelfeschd-Route“ sind der Bauernmarkt und die Festscheune in Borg.

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