SPD-Fraktionschef Fixemer kontert Kritik der CDU an Klasseneinteilung

Streit um Schule in Besch geht weiter : SPD: Kein Unmut bei Einschulung in Perl

Michael Fixemer (SPD) wehrt sich gegen die Darstellung der CDU im Gemeinderat zur Klassenbildung an der Grundschule in Perl.

Die Kritik des CDU-Fraktionsvorsitzenden im Gemeinderat, Hans-Peter Trierweiler, an der Klasseneinteilung der Schulanfänger an der Grundschule Dreiländereck in Perl (SZ vom Donnerstag, Seite C3), lässt sein SPD-Kontrahent Michael Fixemer nicht so stehen. Trierweiler hatte moniert, dass in eine der ersten Grundschulklassen ausschließlich Kinder aus Besch eingeteilt worden sind – was der CDU-Vertreter auf eine Einmischung des SPD-geführten Bildungsministeriums zurückgeführt hatte.

Aus Sicht des CDU-Fraktionschefs seien damit die von der Schulleitung üblicherweise praktizierte Klasseneinteilung, bei der sich die Schulleitung an pädagogischen Gesichtspunkten orientiert und die in den Kitas gewachsenen Freundschaften berücksichtigt habe, über den Haufen geworfen worden. Dies habe zu Beginn des Schuljahres für Unruhe unter den betroffenen Eltern und Enttäuschung bei vielen Kindern gesorgt, hatte Trierweiler unter Berufung auf seinen Parteifreund und früheren Landtagsabgeordneten Edmund Kütten erklärt. Dieser Eingriff des Bildungsministeriums in die Entscheidungskompetenz der Schulleitung ist für Trierweiler „inakzeptabel“.

Das sieht der SPD-Fraktionsvorsitzende Michael Fixemer freilich ganz anders. In einer Stellungnahme gegenüber unserer Redaktion erklärt Fixemer: „Die emotionale Reaktion des ehemaligen CDU-Abgeordneten Kütten im SZ-Artikel ‚Überraschung am ersten Schultag’ vom 15./16. August und des CDU-Fraktionsvorsitzendes des Gemeinderates Perl, Hans-Peter Trierweiler, im SZ-Artikel ‚CDU beklagt Einmischung bei Klassenbildung’ vom 22. August sowie in den sozialen Medien zur Neueinteilung der Grundschulklassen ist von unserer Seite nicht nachzuvollziehen.“

Anders als von den CDU-Vertretern behauptet, habe es „nach unserem Kenntnisstand keinerlei Unmut in der von der CDU geschilderten Art und Weise“ gegeben. Dass die CDU-Vertreter von einer Einflussnahme aus dem „Dunstkreis der grün-roten Allianz“ gesprochen und eine „Arroganz der Macht“ beklagt hatten, ist aus Sicht von Fixemer nicht hinnehmbar: „Weder davon noch von ‚dreister Einmischung’ seitens des Ministeriums für Bildung und Kultur kann bei der Neueinteilung der Erstklässler in der Grundschule Dreiländereck gesprochen werden.“ Vielmehr sei hier „im Sinne der Kinder korrigierend eingegriffen“ worden.

Die Aussage der CDU-Fraktion, dass durch die neue Einteilung im Kindergarten geschlossene Freundschaften auseinandergerissen würden, ist nach Überzeugung Fixemers „weit von der Realität entfernt“ – das gelte vor allem für die Kinder, die gemeinsam die Kita Besch besucht hatten. Der SPD-Fraktionschef weiter: „Auch wenn die erste Klassenaufteilung von der Schule aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht hätte ausgehängt werden dürfen, so zeigte diese eine Aufteilung der Bescher Kinder auf verschiedene Klassen. Dies kann, in Bezug auf den Erhalt geschlossener Freundschaften, folglich auch nicht im Sinne der CDU gewesen sein.“ Die neue Einteilung lasse nun alle diese Kinder, „die ja bereits während ihrer Zeit in Besch eine enge Freundschaft entwickeln konnten“, gemeinsam in eine Klasse gehen, betont Fixemer. Und: „Ebenso besuchen die Kinder, die gemeinsam in Nennig und Oberleuken im Kindergarten waren, jeweils eine Klasse.“

Es wäre aus Sicht des SPD-Fraktionsvorsitzenden „gerade eben nicht zum Wohle dieser Kinder gewesen, hätte man sie auf verschiedene Klassen verteilt“. Für ihn ist es „ebenfalls eine Tatsache, dass die Bescher Kinder in den vergangenen Jahren zum größten Teil gerade nicht in verschiedenen Klassen untergebracht waren, sondern in einer Klasse“ – mit der ausdrücklichen Begründung von Seiten des Schulleiters, dass geschlossene Freundschaften in den einzelnen Orten unterstützt werden sollen.

Die Einschulung an der Grundschule Dreiländereck in Perl sorge für Diskussionen. Foto: rup

Fixemer nimmt abschließend das Vorgehen der CDU, die in der vergangenen Amtszeit des Gemeinderates noch die absolute Mehrheit in dem Gremium besessen hatte, bei der Schließung der Grundschul-Dependance in Besch ins Visier. Er sagt hierzu: „Skandalös ist und bleibt an der Schulsituation der Grundschule Dreiländereck lediglich die ‚Arroganz der Macht’, mit der vor gut dreieinhalb Jahren gegen den massiven Widerstand von Bildungsministerium und betroffenen Eltern die Schließung der Dependance Besch vorangetrieben wurde.“

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