Sie retten den Weinberg und ernten ein leckeres Tröpfchen

Sie retten den Weinberg und ernten ein leckeres Tröpfchen

Nennig. Eine "gläserne Weinmanufaktur" soll einmal im Keller seines Vaters entstehen, wo Jedermann sehen kann, wie Wein gemacht wird. Momentan stehen in dem großen Gewölbe, der früher ein Stall war, nur riesige Kelter-Anlagen, Wein-Fässer und abgefüllte Flaschen

Nennig. Eine "gläserne Weinmanufaktur" soll einmal im Keller seines Vaters entstehen, wo Jedermann sehen kann, wie Wein gemacht wird. Momentan stehen in dem großen Gewölbe, der früher ein Stall war, nur riesige Kelter-Anlagen, Wein-Fässer und abgefüllte Flaschen. Armin Fuchs hat sich gemeinsam mit seinen Mitstreitern von der Winzergilde in Nennig den Erhalt der Weinkultur auf die Fahnen geschrieben. Und neben dem Anbau und Verkauf von Wein soll jetzt auch noch eine Weinstube entstehen.2002 hatten Fuchs und einige Freunde die Idee, leer stehende und verwilderte Weinberge zu pachten, um der Rodung der für Nennig so typischen Flächen entgegenzuwirken. Viel Erfahrung hatte der heute 31-Jährige damals noch nicht mit Wein. Er arbeitet als Agraringenieur in Luxemburg, ist unter anderem für Stalleinrichtungen zuständig. "Aber wenn man hier aufwächst, kommt man zwangsläufig mit Wein in Verbindung", sagt er mit einem Schmunzeln, "hier ist man schon als Kind in den Weinbergen."Die Kenntnisse der Wein-Verarbeitung haben sich die Vereinsmitglieder langsam selbst angeeignet. "Wir hatten ja drei Jahre Zeit, bis der erste Jahrgang geerntet wurde", erklärt Armin Fuchs. Und unter den inzwischen 100 Mitgliedern sind auch einige hauptberufliche Winzer, die ihr Wissen gern teilen. Insgesamt kann die Winzergilde jetzt knapp 2000 Liter Wein pro Jahr herstellen: weißer Auxerrois, roter St. Laurent und Elbling Sekt und Weißwein. Jede Rebsorte hat ein anderes Hintergrundbild auf dem Etikett. Zum Beispiel das Schloss, römische Mosaiken und Säulen oder das Horn aus dem Wappen von Nennig. Mit Klaus Weiler ist bewusst ein lokaler Künstler für die Gestaltung der Flaschen mit einbezogen worden.Die ehrenamtlichen Wein-Freunde um Armin Fuchs haben aber nicht nur an den Wochenenden der Weinlese alle Hände voll zu tun. "Im Januar müssen die Reben geschnitten werden, zwischendurch muss immer wieder der Boden gelockert werden, und über den Sommer zügeln wir das Wachstum und kümmern uns um die Triebe", zählt er auf. Bei der Lese selbst sind dann aber immer viele helfende Hände dabei, "weil es auch viel Spaß macht". Da die Winzergilde, die den Namen "Vinum Bonum" (guter Wein) trägt, nicht auf Profit angewiesen ist, kann mit verschiedenen Verfahren einiges ausprobiert werden. Aber die Gilde widmet sich nicht nur der Weinherstellung. Auch Veranstaltungen rund um den Rebensaft, wie Weinproben oder Exkursionen, stehen auf dem Programm. Alles, was der Erhaltung einer guten Weinkultur dienlich ist. Und abends, nach getaner Arbeit, genehmigt sich Armin Fuchs dann gern selbst einen guten Tropfen. "Ich lebe gern in Perl, weil ich in einer der schönsten Urlaubsgemeinden lebe, an der saarländischen Riviera."Jutta Weber, 48 Jahrewww.ich-lebe-gern-in.de