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Serie "Kapellen im Kreis" stellt Pestkreuzkapelle bei Sehndorf vor

Kapellen im Kreis Merzig-Wadern : Ein Pestkreuz mit Kapellchen steht bei Sehndorf

2006 wurde der Bau bei Sehndorf, der die Gedenkstele umgibt, umfangreich saniert.

An der Verbindungsstraße Wochern–Sehndorf steht am Fuße der Weinberge ein kleines Kapellchen, die Pestkapelle oder auch Kreuzkapelle genannt. Wie aus der Publikation „Sehndorf, Chronik eines Moseldorfes“ von Johann Kiefer hervorgeht, wurde ursprünglich dort im Jahre 1666 eine zwei Meter hohe Sandstein-Stele errichtet, in der die Jahreszahl 1666 eingemeißelt ist. Gekrönt ist diese Stele von einem Relief der Kreuzigungsgruppe.

Der Bauanlass damals war wahrscheinlich ein Pestkreuz zum Gedenken der Pestopfer, denn als 1952 im Zuge von Straßenbauarbeiten die Kapelle seitlich verschoben werden musste, wurden Skelettreste gefunden, die die Annahme bestätigen, dass hier früher ein Pestfriedhof angelegt war.

1870 wurde der Schieferdecker Dominik Kintzig aus Perl in den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 einberufen. Er gelobte dabei, wenn er gesund aus diesem Krieg heimkehre, würde er ein Kapellchen um die Stele bauen. Und so geschah es dann auch und seitdem ist die Stele von dieser kleinen Kapelle umgeben. Die Familie von Johann Kintzig beseitigte dann 1949 die Schäden des Krieges an dem Kapellchen. Eine Restaurierung der Kreuzigungsgruppe erfolgte im Jahre 1982. Im Jahre 2006 veranlasste die Eigentümerfamilie Gerd Petgen eine umfangreiche Renovierung des kleinen Kapellchens.